28. November 2012, 7:16 Uhr
Gefährliche Adventskalender?
Mehrere Hersteller von Schokolade haben sich gegen einen Bericht von Stiftung Warentest über schädliche Mineralölrückstände in der Schokolade aus Adventskalendern gewehrt. Einige Produzenten kritisierten die Bewertungen und Untersuchungsmethoden von Stiftung Warentest. Die Bremer Firma "Hachez Chocolade" warf den Testern vor, Unsicherheiten zu verbreiten.
Laut Stiftung Warentest wurden Rückstände von Mineralöl in der Schokolade von Adventskalendern gefunden. Der abgebildete Kalender gehört nicht zu den getesteten.
Diese seien völlig an den Haaren herbeigezogen, so Hasso Nauck, Geschäftsführer von Hachez in Bremen. Zudem sei es ein "schlechter Stil" von Stiftung Warentest, das Unternehmen nicht vorab über die Test-Ergebnisse informiert zu haben. Eine Gesundheitsgefährdung könne "nicht einmal ansatzweise nachgewiesen" werden. Ein Sprecher von Kraft Foods, dem Hersteller von Milka-Schokolade, sagte am Dienstag: "Wir möchten darauf hinweisen, dass diese Thematik nicht schokoladen-spezifisch ist. Mineralölbestandteile kommen allgegenwärtig in der Umwelt vor."
Video: Schokoladenhersteller gegen Stiftung Warentest
Einstellungen, Infos und Kommentare
Der Bundesverband der deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) hatte am Montag mitgeteilt, die Schokolade in den Kalendern sei nicht gesundheitsgefährdend. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung gab am Dienstagnachmittag Entwarnung. Der Verzehr eines Schokoladenstücks am Tag führe nur zu einem "sehr geringen zusätzlichen Anteil" der normalen täglichen Aufnahme dieser Stoffe. "Unsere Besorgnis ist nicht allzugroß", so das Bundesinstitut.
Die Stiftung Warentest hatte in neun Fällen Kinder vor dem Verzehr der Schokolode gewarnt. Zwölf weitere Kalender waren den Angaben zufolge nur gering belastet. Die winzigen Ölreste könnten aus der Farbe auf Kartonverpackungen aus recyceltem Altpapier stammen. Bei Hachez hält man Mineralöl-Rückstände in der Verpackung für ausgeschlossen.
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