1. August 2012, 17:53 Uhr
Nach offenem Brief
Bremens Sozialstaatsrat Horst Frehe (Grüne) hat den Vorwurf zurückgewiesen, das Land Bremen statte die Altenpflegeausbildung schlecht aus. Nach Worten Frehes hat Bremen die Ausbildungsplätze seit 2010 sogar um die Hälfte erhöht. Das Land finanziere jeden Schulplatz mit 360 Euro im Monat und nehme damit im Ländervergleich einen Spitzenplatz ein, so Frehe.
Das Land finanziere jeden Schulplatz mit 360 Euro im Monat und nehme damit im Ländervergleich einen Spitzenplatz ein, so Frehe. Die Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege und der Bundesverband privater Anbieter hatten dem Land Bremen in einem offenen Brief unter anderem vorgeworfen, für die Ausbildung zu wenig Geld bereitzustellen. Das würde langfristig dazu beitragen, dass es zu einem dramatischen Fachkräftemangel kommt, so die Kritik.
Verbände und Altenpflegeschulen warnten zugleich vor einem massiven Fachkräftemangel. Immer mehr ältere Menschen müssten betreut werden. Der Mangel an Fachkräften könnte schon bald dazu führen, dass dieses gesamtgesellschaftliche Problem unlösbar werde. So steht es in einem Schreiben an die Landesregierung und an den Magistrat Bremerhaven.
Immer mehr alte Menschen müssen betreut werden, doch es fehlt an Personal.
Zugleich legten die Initiatoren einen Katalog von Maßnahmen vor, mit dem rasch gegengesteuert werden soll. Die Vorschläge, die auch den Agenturen für Arbeit und den Job-Centern in Bremen und Bremerhaven sowie den Pflegekassen zugesandt wurden, fordern alle an der Ausbildung von Fachkräften in der Altenpflege Beteiligten zu einem schnellen und koordinierten Vorgehen auf. "Wir unterstützen jede Initiative auf Bundes- und Landesebene, die konkrete Schritte zur Reform der Altenpflegeausbildung, zur Ausweitung der Qualifizierung von Fachkräften und zur Steigerung der Attraktivität der Berufe in der Altenpflege einleitet. Mit unserem Schreiben wollen wir die Dringlichkeit konkreter Lösungen unterstreichen und bitten darum, mit uns gemeinsam notwendige Lösungen zu erarbeiten", sagt Arnold Knigge, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Bremen e.V.
Pflegefall Nachwuchsförderung, [7:29]
Von besonderer Bedeutung für Bremen und Bremerhaven sei die Ausweitung der Ausbildung und die Umschulung zur Altenpflegerin und zum Altenpfleger. Hier sehen die Unterzeichner des Briefes einen erheblichen Handlungsbedarf, aber auch konkrete Möglichkeiten, um die Zahl der Erstauszubildenden und Umschüler aktuell und in den nächsten Jahren kontinuierlich zu steigern.
Schon jetzt könnten mehr Jugendliche in der Altenpflege ausgebildet werden, wenn die finanziellen Rahmenbedingungen durch das Land Bremen und durch die Pflegekassen an den Bedarf angepasst würden. Auch in der Umschulung gebe es Möglichkeiten zur Ausweitung, wenn mehr Bildungsgutscheine bereitgestellt würden und wenn das Verfahren zur Auswahl von Arbeitslosen verbessert werde.
Die aktuellen Bewerbungen in Bremen und Bremerhaven zeigten, dass mehr Jugendliche als bisher ausgebildet werden könnten. Voraussetzung dafür sei aber, dass die Zahl der Schulplätze aufgestockt werde, fordert Marcus Zimmermann als Vertreter des Schulverbunds der Altenpflegeschulen in Bremen und Bremerhaven. Dass private Finanzierungen aushelfen müssten, wie aktuell an einer Bremer Altenpflegeschule, sei nicht sachgerecht. Angesichts des Fachkräftemangels seien vielmehr zusätzliche Schulplätze notwendig und sinnvoll.
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