14. November 2012, 15:10 Uhr
Rahmenbedingungen fehlen
Der Energiekonzern "EnBW" lässt seine Pläne für den Nordsee-Windpark "Hohe See" vorerst ruhen. "Wir brauchen gesetzgeberische Klarheit und verlässliche Rahmenbedingungen, bevor wir eine Investitionsentscheidung von deutlich über 1,5 Milliarden Euro treffen", begründete Technikvorstand Hans-Josef Zimmer die Entscheidung.
Fehlende "verlässliche Rahmenbedingungen" bremsen den Ausbau der Hiochseewindparks, sagt die Industrie.
Der baden-württembergische Konzern halte jedoch grundsätzlich an dem Ziel fest, den Park nördlich von Borkum in der Nordsee zu bauen. Hintergrund ist, dass das Projekt im Verfahren zur Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes nicht mehr unter den dort vorgesehenen "Bestandsschutz für die Offshore-Netzanbindung" fällt. Im Windpark "Hohe See" sollen in Wassertiefen bis 39 Metern 80 Anlagen mit zusammen rund 400 Megawatt Leistung entstehen. Die Genehmigung des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie liegt bereits seit 2006 vor.
Ronny Meyer von der Windenergie-Agentur (WAB) in Bremerhaven kritisierte die Bundesregierung. "Die politische Untätigkeit wird nun teuer und es geht für 2013 nur noch darum, aus dem Hunger-Jahr kein Horror-Jahr werden zu lassen. Firmenpleiten und Arbeitsplatzverluste kann niemand wollen." Er forderte Planungssicherheit für die Investoren in der Offshore-Branche. Die Bedingungen für Projekte bis 2020 müssten daher schon heute festgemacht werden.
Offshore-Windenergie in der Krise? , [4:46]
Gespräch mit Ronny Meyer (Geschäftsführer der Windenergieagentur Bremerhaven/Bremen)
Frischer Wind , [2:41]
Energiegipfel mit der Kanzlerin
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