21. November 2012, 18:59 Uhr
Esa sichert Bremer Arbeitsplätze
Vertreter der Bremer Politik und Wirtschaft haben mit Begeisterung auf die Entscheidung der Esa-Mitgliedsländer reagiert, der Europäischen Raumfahrt-Agentur zehn Milliarden Euro für ihre wichtigsten Projekte zu bewilligen. Diese Entscheidungen sichert Arbeitsplätze an den deutschen Raumfahrt-Standorten in Baden-Württemberg, Bayern und Bremen.
Der Esa-Raumtransporter ATV.
Einen Durchbruch gab es bei der umstrittenen Nachfolge-Regelung für die Trägerakete Ariane. Die Esa lässt die Ariane in zwei Varianten weiterentwickeln: In Deutschland die so genannte "Ariane 5 ME". In Frankreich die "Ariane 6", ein komplett neues Modell, das aber frühestens in neun Jahren abheben soll. Der Raumfahrtkonzern Astrium baut am Standort Bremen die Oberstufen für die "Ariane 5". Die Einigung zwischen den beiden größten Esa-Beitragszahlern, Deutschland und Frankreich, kam erst nach zähen Verhandlungen zustande.
Eine zweite wichtige Entscheidung betrifft den europäischen Beitrag zur Internationalen Raumstation "ISS". Die Esa wird der Nasa Teile ihres Raumtransporters "ATV" zur Verfügung stellen. Die Amerikaner wollen die Technik in ihr zukünftiges Orion-Raumschiff bauen.
Video: Raumfahrtstandort Bremen ist gesichert
Einstellungen, Infos und Kommentare
Der Bremer Senat hat die Ergebnisse des Esa-Ministerrats in Italien begrüßt. Die Entscheidungen der Europäischen Raumfahrt-Agentur seien eine gute Grundlage für Bremen, sich als Raumfahrtstandort weiter zu entwickeln, sagte Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) zu Radio Bremen. Günthner lobte besonders, dass die Trägerrakete "Ariane 5" in Deutschland bleibt und maßgeblich auch im Bremer Werk des Raumfahrtkonzerns Astrium weiter entwickelt werde. Auch Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) bezeichnete dies als "Schritt in die richtige Richtung". Jetzt komme es darauf an, dass diese Entscheidung mit ausreichenden finanziellen Mitteln hinterlegt werde, so Böhrnsen weiter.
Den Kompromiss zur Ariane würdigte auch der Bremer Bundestagsabgeordnete Torsten Staffeldt (FDP). "Die wichtigsten Projekte für die heimische Industrie konnten durchgesetzt werden", so Staffeldt in einem ersten Statement. Evert Dudok, Deutschland-Chef von Astrium, versprach sich von der Einigung in Neapel ein "starkes Signal für Wachstum und Arbeitsplätze". Auch der neben Astrium zweite große Bremer Raumfahrtkonzern, die OHB-Gruppe, zeigte sich mehr als zufrieden mit den Ergebnissen der Esa-Tagung. Vorstandschef Marco Fuchs sprach von einem neuen "Bekenntnis Europas zur Raumfahrt". OHB ist wie Astrium Auftragnehmer der Esa und profitiert unter anderem mit einem Mars-Programm von den nun bewilligten Fördergeldern. Außerdem baut das Unternehmen Satelliten zur Wetter- und zur Erdbeobachtung.
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