21. Juni 2012, 14:47 Uhr
Koordination in Bremen
Ende 2013 soll in Bremen eine zentrale Leitstelle für Rettungsaktionen bei Unfällen in Offshore-Windparks den Betrieb aufnehmen. Von dort aus sollen die Einsätze bei Notfällen in den Windparks auf dem Meer koordiniert werden. Entsprechende Verträge würden in Kürze mit den Betreibern der Parks geschlossen, hieß es am Donnerstag auf einer Pressekonferenz.
Von der neuen Leitstelle aus werden Rettungseinsätze zentral koordiniert. (Hier ein Bild der DGzRS-Leistelle in Bremen)
Künftig reicht dann auch eine zentrale Telefonnummer, wenn ein Unfall passiert. Bislang gibt es noch einen Dschungel von Zuständigkeiten – je nachdem, wo ein Unfall passiert: Ob auf einem Schiff, beim Flug mit dem Helikopter zwischen der Küste und den Windparks oder auf einer Windkraftanlage, sind entweder die Seenotretter zuständig, das deutsche Havariekommando in Cuxhaven oder die Marine.
In Zukunft soll es ein gemeinsames Notfallmanagement geben. Alle Drähte laufen dann bei einer Tochter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in Bremen zusammen. Die Alarmzentrale wickelt die Notfalleinsätze ab und spricht sich auch mit staatlichen Stellen ab. Die Arbeit der Leitstelle muss von den Betreibern der Windparks in Nord- und Ostsee bezahlt werden. Die meisten Unternehmen hätten Bereitschaft bekundet, sich an einem einheitlichen Rettungssystem zu beteiligen, sagte ein DGzRS-Sprecher am Donnerstag.
Zu den voraussichtlichen Kosten wollt der Sprecher am Donnerstag nichts sagen. Eine mehrfach genannte Summe von "zehn Millionen Euro pro Jahr" sei aber deutlich zu hoch. Im kommenden Jahrzehnt könnten auf Nord- und Ostsee rund 100 neue Windparks entstehen. Für den Aufbau und den Betrieb arbeiten tausend bis zweitausend Menschen auf dem Meer, teilweise zwei Hubschrauberstunden von der Küste entfernt. Die Leitstelle soll Hilfe in allen Notfällen garantieren: Vom zerquetschten Daumen bis zur Herzattacke oder bei Verletzungen nach einem Tauchunfall. Drei Menschen sind auf Baustellen in der Nordsee in den vergangenen zwei Jahren gestorben.
Alarmzentrale für Hochsee-Windparks, [1:26]
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