23. Januar 2013, 17:47 Uhr
Jahrestag der Insolvenz
Ein Jahr nach der Insolvenz der Drogeriemarktkette "Schlecker" ist mehr als die Hälfte der ehemaligen Mitarbeiterinnen in Bremen und Niedersachsen nicht mehr "arbeitslos" gemeldet. Insgesamt waren im Januar 2012 in beiden Bundesländern 2.300 Beschäftigte entlassen worden. Rund 1.000 von ihnen suchen auch ein Jahr später immer noch einen neuen Job.
Auch ein Jahr später gibt es quer durchs Land noch leerstehende Schlecker-Filialen.
Nach Angaben der Agentur für Arbeit in Hannover ist ein Teil der damals entlassenen Frauen mittlerweile im Ruhestand, ein anderer ist im Mutterschutz. Sonst wäre die Zahl der Arbeitssuchenden noch höher. Die Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Arbeitsagentur spricht angesichts der Zahlen von einem "Teilerfolg". Speziell auf dem Land bliebe die Lage aber schwierig, weil es an Jobalternativen im Drogerie- und Einzelhandel fehle und die Bewerber entsprechend mobil sein müssten, so ein Sprecher der Agentur.
In Niedersachsen und in Bremen waren insgesamt rund 450 Filialen geschlossen worden. Bundesweit verloren im vergangenen Jahr fast 24.000 Schlecker-Beschäftigte ihren Job, als die ehemals größte Drogeriekette Deutschlands keinen neuen Investor fand.
Am 23. Januar 2012 ging Schlecker in die Insolvenz. Inzwischen ist der Konzern weitgehend abgewickelt. Der Insolvenzverwalter fordert von der Familie des früheren Firmeninhabers einen Teil des Vermögens zurück, das Anton Schlecker kurz vor der Insolvenz an seine Kinder übertragen haben soll. Dabei geht es dem Vernehmen nach um zehn Millionen Euro. Der Insolvenzverwalter hat angekündigt, gegen die Familie Schlecker zu klagen, sollte es nicht zu einer Einigung kommen.
Was wurde aus den Angestellten und Immobilien?
Schluss für Schlecker, [0:29]
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