1. Februar 2012, 14:13 Uhr
Einmaliges Verfahren
Das Luxus-Lebensmittel Kaviar soll demnächst im Raum Cuxhaven produziert werden. Wissenschaftler vom Alfred-Wegener-Institut (Awi) haben sich nach Radio-Bremen-Informationen für Loxstedt als Standort entschieden. Sie haben ein weltweit einmaliges Verfahren entwickelt, um Kaviar zu gewinnen. Dabei müssen die Störe nicht getötet werden.
Bis zu sieben Tonnen Kaviar sollen pro Jahr produziert werden.
Es ist eine Schlappe für den Standort Bremerhaven. Ursprünglich sollte die Aquakulturanlage dort gebaut werden. Nach Angaben der Meeresbiologin Angela Köhler waren die Abwassergebühren aber zu hoch. Jetzt soll es also nach Loxstedt gehen. Ein Vorvertrag für den Kauf der Produktionshallen liege inzwischen vor.
"Das ist ein attraktives Angebot für die Region", sagt Loxstedts Bürgermeister Detlef Wellbrock (parteilos). Die Anlage für die Kaviargewinnung soll an der Stadtgrenze zu Bremerhaven entstehen. Sie soll Arbeitsplätze und Steuereinnahmen bringen, hofft Wellbrock. Für die Ansiedlung muss Loxstedt aber noch den Bebauungsplan ändern. Der Landkreis Cuxhaven und das Land Niedersachsen prüfen außerdem, ob sie die Produktion der Delikatesse finanziell unterstützen können.
Nach Köhlers Angaben könnte die Zucht von Stören bereits im Herbst beginnen. Ende 2012 soll das Luxuslebensmittel im Handel sein. Sie hat ein Verfahren entwickelt, bei dem die Störweibchen am Leben bleiben. Bislang mussten die Fische getötet werden, um an die wertvollen Eier zu kommen. In Geschmack und Konsistenz soll sich der unter Tierschutzaspekten gewonnene Kaviar nicht von dem Original aus der Produktion am Kaspischen Meer unterscheiden. Die Bremerhavener Awi-Wissenschaftler haben für die Kaviarproduktion extra das Unternehmen "Vivace-Kaviar" gegründet.
Neue Methode: Kaviar, locker abgestreift
Awi-Forscher bauen Kaviarfarm in Loxstedt, [1:21]
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12. Juni, 17:45 Uhr | EinsPlus
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