20. November 2012, 13:07 Uhr
Trotz neuer Strategie
Die dänische Reederei "Maersk" hält an ihrer Ausbaustrategie für den Jade-Weser-Port fest. "Die Maersk-Line hat ausreichend Investitionen getätigt, um das Ziel zu erreichen, bis 2015 profitabel zu werden und mit dem Markt zu wachsen", sagte Pressesprecher Thilo Heinrich am Dienstag. Am Montag hatte es Berichte über eine veränderte strategische Ausrichtung des Unternehmens gegeben.
Nach Maersk-Angaben wird die neue Strategie keine Auswirkungen auf die deutschen Häfen haben.
Diese soll zugunsten der Geschäftsfelder gehen, die nichts mit Schifffahrt zu tun haben. Die Entscheidungen seien nicht neu, sagte Heinrich. Es gebe keine Veränderungen bei der Terminal-Strategie. Das gelte auch für Hamburg, Bremerhaven und Rotterdam. Zwei Monate nach dem Betriebsbeginn des Tiefwasserhafens macht einmal pro Woche ein Containerschiff im Asien-Europa-Dienst in Wilhelmshaven fest. Ein kleineres Schiff bringt Leercontainer aus dem Baltikum nach Wilhelmshaven. Ein Dienst mit Leercontainern aus dem russischen St. Petersburg wird im Winter eingestellt, weil das Schiff nicht eisgängig ist.
Die weltweit größte Container-Reederei "Moeller-Maersk" aus Dänemark dreht ihrem Kerngeschäft "Schifffahrt" den Geldhahn zu. Grund dafür ist die anhaltende Krise in der maritimen Wirtschaft: Zu viele Schiffe für zu wenig Fracht, ein harter Konkurrenzkampf, keine Gewinne – stattdessen Verluste. Maersk hat jetzt die Reißleine gezogen.
"Das ist eine Katastrophenmeldung", kommentierte der Bremer Wirtschaftswissenschaftler Rudolf Hickel den Rückzug von Maersk. Das Unternehmen gilt in der Branche als wichtiges Trend-Barometer. Für Hickel ist der Rückzug ein ganz schreckliches Signal, das zeige, wie tief die Krise sei, in der die Schifffahrtsbranche stecke. Dieser Paukenschlag, sagt Hickel, werde auch die Banken treffen. Er sieht massive finanzielle Verluste bei Privatanlegern – aber auch bei den Banken, die Schiffsfonds aufgelegt oder Kredite gegeben haben. Hickel sagte auch negative Auswirkungen dieser Entscheidung für den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven voraus, die vermutlich nicht sofort eintreten, mit denen man aber auf längere Sicht rechnen müsse.
Maersk stoppt Containerschiffbau
Was bedeutet diese Entscheidung für die norddeutsche Schifffahrt?
Mikkel Andersen, Eurogate-Geschäftsführer in Wilhelmshaven ist optimistischer. Natürlich habe man sich Wachstum gewünscht und keine Verluste, sagt er dem Norddeutschen Rundfunk. Negative Folgen befürchtet er aber nicht, obwohl die dänische Reederei dort zurzeit der einzige Kunde ist. Maersk selber sagte, dass Wilhelmshaven – wie jeder andere Welthafen auch – von einem Rückgang des Welthandels betroffen sei. Die Reederei hat ein Fünftel ihrer Flotte, die zwischen Asien und Europa verkehrt, aus dem Verkehr gezogen. Trotz der Überkapazitäten muss die Reederei schon im kommenden Jahr das erste von insgesamt 20 bestellten neuen Containerschiffen abnehmen. Jeder dieser Frachter kann 18.000 Container transportieren, und gehört damit zu den größten der Welt.
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