20. Februar 2012, 13:42 Uhr
Gespräch mit Branchenvertretern
Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) fordert von der Bundesregierung, einen Koordinator für die Energie-Wende einzusetzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) solle über die Rettung Europas und ihrer Koalition die Zukunftschancen des deutschen Nordens nicht vergessen, so Böhrnsen nach einem Treffen mit Vertretern der deutschen Offshore-Windkraftindustrie in Bremen.
Mittelständische Unternehmen liefern und bauen die Windkraftanlagen.
Die Wirtschafts-Vertreter beklagen ein Zuständigkeits-Wirrwarr der Bundesministerien und schwierige Genehmigungsverfahren. Hier könne ein Koordinator vermitteln, so Böhrnsen. Wichtig seien aber auch mehr finanzielle Hilfen für die meist mittelständischen Unternehmen. Dazu müsse das Programm "Offshore-Windenergie" der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KFW) ausgeweitet werden. Bislang können darüber nur die Anlagen finanziert werden.
Windgipfel im Bremer Rathaus, [3:34]
Künftig soll das auch für den Bau von so genannten Errichterschiffen und Offshore-Basis-Häfen möglich sein. Nur so sei das Ziel erreichbar, bis zum Jahr 2020 rund 2.500 Windkraftanlagen in der deutschen Nord- und Ostsee zu bauen. Das Thema wird auch am Dienstag bei einer gemeinsamen Kabinettssitzung der Landesregierungen Bremens und Niedersachsens auf der Tagesordnung stehen.
Vor dem Treffen hatten Vertreter der Windenergieagentur Bremerhaven/Bremen (WAB) über die schlechten Rahmenbedingungen beim Ausbau der Hochseewindkraft geklagt. Die Agentur vertritt rund 300 Firmen und Institutionen aus dem Bereich der Offshore-Windkraft. Der Ausbau der Windenergiegewinnung in der Nordsee kommt nicht recht voran, so die WAB. Die Firmen, die Windparks bauen, hätten mit schwierigen logistischen Bedingungen zu kämpfen. Gleichzeitig klagen sie über zu viel Bürokratie und über Verzögerungen bei der Netzanbindung der Windparks. Das habe zur Folge, dass Investoren zögern, Geld für neue Projekte zu geben, sagte Ronny Meyer, Geschäftsführer der Agentur.
Im Bremer Rathaus ist man ebenfalls alarmiert. Schließlich ist die Hochseewindkraft Bremens Zukunftsprojekt, so Senatssprecher Hermann Kleen. Deshalb will das Land dabei helfen, die Probleme zu lösen – und dafür auch die anderen norddeutschen Länder gewinnen. Die Windkraftbranche setzt darauf, dass sich die Fürsprache Bremens auch auf Bundesebene erstreckt. Ziel sind neue Bürgschaften und Kredite des Bundes, um die finanziellen Risiken beim Bau der Hochseewindparks zu verringern.
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