18. Januar 2013, 13:58 Uhr
Zwischenfall bei Ryanair
Erneut hat es auf einem Ryanair-Flug einen Zwischenfall gegeben. Nach dem Start in Bremen drangen übelriechende Dämpfe ins Cockpit eines Boeing-Jets. Obwohl beide Piloten starke Kopfschmerzen bekamen, kehrten sie nicht um. Insgesamt viermal traten die Dämpfe während des Hin- und Rückfluges von Bremen nach Vilnius (Litauen) auf.
Pilotenvereinigung: "Von der Geschäftsleitung unter Druck gesetzt".
Bei der Rückkehr nach Bremen erlitt die Ko-Pilotin im Anflug einen Schwindelanfall. In den folgenden Tagen waren beide Flugzeugführer wegen gesundheitlicher Probleme nicht flugtauglich, heißt es in einer Meldung der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU). Ryanair stuft den Zwischenfall, der sich bereits Anfang Oktober 2012 ereignete, aber erst jetzt bekannt wurde, als geringfügig ein. Die Dämpfe seien infolge einer Triebwerksreinigung aufgetreten. Sie hätten die Crew aber nicht beeinträchtigt. Berichte über Gesundheitsprobleme der Piloten seien falsch, so eine Ryanair-Mitteilung.
Die Pilotenvereinigung "Cockpit" sieht die Dämpfe in der Flugzeugkanzel dagegen als ernste Störung. Vorstandsmitglied Markus Wahl sagte zu Radio Bremen, die Piloten seien möglicherweise auch deshalb nicht umgekehrt, weil die Geschäftsleitung sie unter Druck setze. In Anspielung auf andere Zwischenfälle bei der Fluggesellschaft erklärte der Cockpit-Sprecher: "Etwas ist falsch im System Ryanair". Der Sprecher des Bremer Flughafens, Florian Kruse, erklärte auf Nachfrage von Radio Bremen, dass sein Unternehmen nicht für den Vorfall zuständig sei.
Gase im Cockpit: Pilotenvereinigung kritisiert "System Ryan Air", [2:27]
Interview bei Bremen Vier zum Zwischenfall in Maschine aus Bremen.
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