7. Mai 2013, 12:30 Uhr
Mögliches Aus für Y-Trasse
Die umstrittene Y-Trasse der Bahn von Hannover nach Bremen und Hamburg steht nach Ansicht des Rotenburger CDU-Bundestagsabgeordneten Reinhard Grindel vor dem Aus. Nach Grindels Angaben favorisiert die Bahn jetzt eine Entlastungsstrecke, die weit östlich der Y-Trasse außerhalb des Bremer Umlandes verläuft. Die Bahn hat ihre Pläne am 7. Mai 2013 Vertretern des Landes Niedersachsen vorgestellt.
Laut Grindel spricht sich die Bahn für einen Streckenverlauf außerhalb des Bremer Umlandes aus.
Drei Alternativen hat die Bahn geprüft. Und es gibt einen Favoriten, sagt der Abgeordnete: Eine Strecke von Ashausen im Kreis Harburg nach Unterlüß im Kreis Celle. Diese Strecke sei billiger als das ursprüngliche Ypsilon, zerstöre weniger Natur und beeinträchtige weniger Wohngebiete. Und: Sie kreuzt die Bahnstrecke Uelzen – Soltau, die ohnehin bis Stendal ausgebaut werden soll. das bringe also schon vor Fertigstellung eine Entlastung. Er habe den Eindruck, sagt Grindel, dass auch Bund und Bahn zur Variante Ashausen-Unterlüß neigen.
Die Y-Trassen-Gegner reagieren zurückhaltend. Zwar sei es ein Vorteil, dass die großen Wohngebiete in Lüneburg und Uelzen von der Alternativstrecke gemieden würden, sagt Dirk Eberle, Sprecher der Bürgerinitiativen. Er beklagt aber das – wie er sagt – intransparente Verfahren. Das tut auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann. Sie habe vergeblich versucht, Informationen zu bekommen, sagt sie. Schon vor Wochen hat sie Bahn-Chef Rüdiger Grube nach Uelzen eingeladen, damit er die Alternativpläne der Bahn vorstellt. Dann, so Lühmann, soll der öffentliche Dialog beginnen.
Niedersachsens SPD-Verkehrsminister Olaf Lies reicht das nicht aus: bei den künftigen Planungen dürfen die Häfen Wilhelmshaven, Bremerhaven und Bremen nicht aus dem Blick geraten – eine Neubaustrecke für den Güterverkehr von Hamburg in Richtung Hannover helfe der Wirtschaft im Nordwesten überhaupt nicht weiter, so Lies. Damit spricht sich Lies für Investitionen im Raum Langwedel/Visselhövede aus.
Bis Ende des Jahres soll feststehen, welche Strecke sich am besten rechnet – alle Varianten dürften deutlich günstiger ausfallen als das ursprünglich geplante Ypsilon.
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