Interview mit Bremer AFD-Chef
In Bremen ist am 12. Mai 2013 der Landesverband der neuen, Euro-kritischen Partei "Alternative für Deutschland" (AFD) gegründet worden. Damit ist die Partei jetzt in allen 16 Bundesländern vertreten. Zu einem von zwei gleichberechtigten Landesvorstandssprechern wurde der 51-jährige Innenarchitekt Christian Schäfer gewählt. Mit ihm sprach Radio-Bremen-Reporter Karl-Henry Lahmann.
Radio Bremen: Herr Schäfer, 25 Personen bei der Gründung einer Partei, die bundesweit mit enormem Furor startet. Das ist etwas dünn, oder?
Christian Schäfer: Ja, das finde ich auch ein bisschen schade. Das Land Bremen ist aber nun mal ein sehr kleines. Wir haben hier derzeit etwa 80 Mitglieder, dass nur 25 gekommen sind, finde ich in der Tat schade.
Radio Bremen: Bisher wird die AFD fokussiert auf die Frage: "Raus aus dem Euro?" Ist das ein Thema, mit dem man einen Wahlkampf führen kann?
Christian Schäfer: Das ist erstmal der Kristallisationspunkt, der dafür gesorgt hat, dass wir überhaupt zusammengefunden haben. In unserem Bundestags-Wahlprogramm mit den acht Punkten ist klar, das wir natürlich weitere Themen bearbeiten werden. Ich stelle mir vor, dass wir uns hier im Bremer Raum vor allem zu Themen einbringen werden, wo wir besondere Defizite haben und wo Bremen die rote Laterne trägt.
Radio Bremen: Gibt es das Bundesprogramm ihrer Partei denn her, jetzt auch schon gleich mit kleinteiligen, regionalen Fragen zu kommen?
Christian Schäfer: Ich will ja nicht mit kleinteiligen, regionalen Fragen auftauchen. Ich will nur sagen, dass es in dem Kanon der großen Fragen welche gibt, von denen Bremen besonders betroffen ist, die aber insgesamt eine Bundesbedeutung haben. Ich rede jetzt beispielsweise mal von der Bildungspolitik, wo in Bremen mit dem größten finanziellen Aufwand das schlechteste Ergebnis erzielt wird. Oder ich denke an die Bekämpfung der Kriminalität. Das sind keine spezifisch Bremer Themen, für die wir Sonderlösungen finden wollen, aber das sind Themen, bei denen es den Bremern besonders wehtut und da wollen wir uns einbringen.
Radio Bremen: In den Reden der Kandidaten ist deutlich geworden: Ihr Landesverband besteht vor allem aus Personen, die – wie auch Sie selbst – bisher parteipolitisch nicht aktiv waren. Meinen Sie nicht, dass gerade bei Themen wie "Euro-Ausstieg" möglicherweise nicht doch mehr Professionalisierung des politischen Personals erforderlich ist, um derartig tiefgehende Themen auch glaubwürdig und kompetent vertreten zu können?
Christian Schäfer: Ja. Genau, das ist es. Die Professionalisierung ist ja etwas, was wir wollen. Der Berufspolitiker ist ja unter Umständen gar nicht der Fachmann in der Sache. Ich glaube, wir leiden darunter, dass die ideologische Überfrachtung der Symbole – wie etwa des Euro – dafür sorgt, dass man sich in der Sache die Argumente nicht mehr richtig betrachtet. Wir ziehen hier Leute aus der Praxis, aus der Wirtschaft, aus der Lehre heran, die Konzepte entwickeln, die nach Inhalten orientiert sind und die versuchen, mit einer unvoreingenommenen Betrachtungsweise die besseren Lösungen zu finden. Damit haben wir den Berufspolitikern, die einer Weltanschauung folgen, einiges voraus.
Radio Bremen: Eine Weltanschauung ist möglicherweise nicht immer sehr hilfreich. Bei Fragen dieses Kalibers hilft aber doch möglicherweise mehr Wissen – auch über internationale Zusammenhänge – und nicht nur das Gefühl "ich glaub, der Euro ist doof"?!
Christian Schäfer: Ja, das ist genau das, was ich sage. Es geht nicht um ein Gefühlt, sondern gerade um das Wissen der internationalen Zusammenhänge. Wir in der Praxis haben ja tatsächlich das Erlebnis, wie es ist, Tag für Tag international zusammenzuarbeiten. Wo uns da die besondere Qualifikation eines Berufspolitikers fehlt, vermag ich nicht wirklich nachzuvollziehen.
Bremer Landesverband der AFD gegründet
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