Blog-Eintrag von Bestsellerautor Pirinçci
Beststellerautor Akif Pirinçci hat mit einem Katzenkrimi den Durchbruch geschafft. Jetzt sorgt er für reichlich Diskussionen im Netz. Auslöser ist sein Artikel "Das Schlachten hat begonnen". Dafür bekommt er Applaus. Von rechts. Radio-Bremen-Redakteur Jochen Grabler mit einer Zusammenfassung.
So viel Resonanz gab's noch nie nach einem Beitrag von Radio Bremen. Kaum stand "Weblog spricht von Genozid an Deutschen" über dem Text von Akif Pirinçci auf unserer Homepage, brach im Internet ein wahrer Sturm los. Insbesondere auf Facebook. Nach zwei Tagen gab's mehr als 1.300 Kommentare. Offensichtlich haben wir in ein Wespennest gestoßen. Gut so! Denn zum einen haben wir ein Ziel erreicht: Aufklärung. Und wir haben was gelernt: Dass es offensichtlich bitter nötig ist, fundierte Zahlen zum Thema Kriminalität insbesondere zur Gewaltkriminalität zu veröffentlichen. Dazu gleich mehr.
Weblog spricht von Genozid an Deutschen
Radio-Bremen-Redakteur Jochen Grabler über den Text im Weblog
Aufklärung war geboten: Wenn ein ansonsten erfolgreicher Autor einen derartigen Text auf einem sehr beachteten Blog veröffentlicht, dann ist das schon eine öffentliche Debatte wert. Durch uns wurde der Pirinçci-Text bekannt, seine An- wie Absichten wurden klar, alle Leser und Hörer konnten sich ein eigenes Bild von seinen Thesen machen – und sie konnten mitverfolgen, wie diese Thesen im Internet diskutiert wurden. Wenn man denn von Diskussion sprechen kann. Denn zahlreiche Einträge beschränkten sich auf schlichte Beschimpfungen.
Stellungnahme des Chefredakteurs
Am 6. April 2013 hat Radio Bremen einen kommentierenden Beitrag zum Text des Schriftstellers Akif Pirincci "Das Schlachten hat begonnen" veröffentlicht. Unser Autor Jochen Grabler war auf den Text gestoßen, hatte die Brisanz entdeckt und weiter recherchiert. Ergebnis war seine kritische und zuspitzende Auseinandersetzung mit dem Pirincci-Beitrag. In der Folge kam es von Akif Pirincci und Usern im Netz zu heftigen Stellungnahmen gegenüber Jochen Grabler. Diese Reaktionen waren teilweise diffamierend, beleidigend und persönlich verletzend.
Als Radio-Bemen-Chefredakteur betone ich ausdrücklich, dass Jochen Grabler meine volle Unterstützung hat. Ich distanziere mich von Beiträgen, die sich in teilweise äußerst unsachlicher Weise gegen unseren Mitarbeiter wenden. Recherche ist ein zentrales journalistisches Gut – ich werde den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dabei weiter den Rücken stärken. Martin Reckweg
Pirinçci selbst hatte den Beitrag von Radio Bremen auf seiner Facebook-Seite verlinkt, der CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz ebenso. Es folgten jeweils hunderte Kommentare. Manche waren beleidigend, manche diffamierend, aber viele waren darunter, die unsere Analyse teilten. Insbesondere beim Forum von Polenz. Er schrieb: "Beim Durchlesen der Diskussion vergisst man leicht, dass 66 Personen die sehr gut begründete Kritik von Jochen Grabler teilen. Darüber und über die entsprechenden Diskussionsbeiträge habe ich mich gefreut. Denn das ist – nicht nur auf meiner Pinnwand – die weit überwiegende Mehrheit.“
Das Forum von Pirinçci allerdings wurde im Wesentlichen von seinen Fans bevölkert. Das hieß: Jochen Grabler konnte sich aussuchen, ob er lieber Nazi oder Lenin oder Gutmensch sein wollte. Die Bandbreite der Beschimpfungen war groß. Insbesondere, nachdem Pirinçci selbst noch einmal nachgelegt hatte. Zunächst auf Facebook, dann auch im Blog "Achse des Guten" erschien sein jüngstes Werk "Mit mir nicht, Du Vollpfosten", und der Text hält, was die Überschrift verspricht. So geht er los: "Ein aus dem Trog des linksgrün versifften Staatsfunks Radio Bremen saufender Journalistendarsteller namens Jochen Grabler hat sich über meinen Text 'Das Schlachten hat begonnen' ausgelassen.“ Und er endet mit: "Fickt ihr mich, ficke ich euch! Die Zeiten haben sich längst gedreht, nur ihr schlaft noch weiter. Und nicht vergessen, im Grunde meines Herzens bin ich immer noch Türke. Also aufgepaßt!" Wer Neigung hat, findet die vollständige Fassung hier:
Weblog "Die Achse des Guten"
Reaktion von Akif Pirinçci selbst
Dieser Schuss aus der Stimmungskanone schlug bei den Pirinçci-Fans voll ein. Kostprobe gefällig? Bitte sehr:
Wobei auch einzelne Anhänger entsetzt waren:
Unterdessen hatte sich auch Henryk M. Broder zu Wort gemeldet. Immerhin gehört er zu den Gründern der "Achse des Guten". Broder findet, Pirincci sei fies und gemein, aber das sei ja als Stilmittel gerade gut, ansonsten "Ich sage, im Zweifel für die Meinungsfreiheit. Punkt.“ Sie wollen das selbst lesen? Bitte sehr:
Weblog "Die Achse des Guten"
Reaktion von Henryk M. Broder (Mitgründer)
Den vorläufigen Schlusspunkt setzte allerdings in anderer Autor der "Achse des Guten“. Der Journalist Tobias Kaufmann, hauptberuflich Chef vom Dienst beim Kölner Stadt-Anzeiger, schrieb im "Achse"-Blog seinen "Widerspruch": "Pirincci verwendet all die Codes und Argumente, die Kern der NPD-Ideologie sind. (…) Ich bin über diesen Text empört und erschreckt. Nicht zuletzt, weil er unsere Glaubwürdigkeit als Publizisten untergräbt, deren Kritik am Islam eben nicht auf Ressentiment gründet. Nicht nur Thesen in diesem Text sind erschreckend, sondern auch die Sprache, in der er verfasst ist." Diese Leseempfehlung geben wir gerne:
Weblog "Die Achse des Guten" auf den Artikel von Pirinçci
Reaktion von Autor Tobias Kaufmann
Was nun? Nun ist alles gesagt, glauben wir. Unser Publikum kann sich seine eigene Meinung bilden, damit ist unser journalistischer Auftrag erfüllt. Vorerst. Wir wollen die Debatte um Pirinçcis Texte von unserer Seite nicht fortführen. Und doch geht die Arbeit in der Sache weiter. Denn – wie schon angekündigt – wir haben auch was gelernt. Nämlich, dass im Internet die unglaublichsten Behauptungen zum Thema "Ausländerkriminalität" zirkulieren, die dann wiederum die unglaublichsten Thesen nach sich ziehen. Verlässliche Zahlen und verlässliche Forschungsergebnisse – darum wollen wir uns kümmern. Versprochen.
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