Alkohol- und Flaschenverbot in Bremen
Zechgelage im Viertel, bei Werder-Spielen oder am Bahnhof. Wenn das Partyvolk loslegt, ist es schwer zu bremsen. Schon seit Jahren versuchen Städte immer wieder, Alkoholverbote auf öffentlichen Plätzen durchzusetzen - mit wenig Erfolg. Bremen will die Alkoholexzesse weiter eindämmen. Die Polizei hofft auf die Einführung eines Flaschenverbots bis Ende 2011.
Video: Glasflaschenverbot in Bremen
Einstellungen, Infos und Kommentare
"Wir arbeiten daran", sagt Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). Im Auge hat er dabei Großveranstaltungen, aber auch die Discomeile am Breitenweg. "Flaschen als Wurfgeschoss sind gefährlich", erklärt Mäurer und verweist auf Ausschreitungen an der Sielwallkreuzung beim Bremer Viertelfest Anfang September 2011. Randalierer hatten bei den Krawallen unter anderem Flaschen auf Polizisten geworfen.
Audio: Alkohol in der Öffentlichkeit
Einstellungen, Infos und Kommentare
An der Sielwallkreuzung im Bremer Szene-Viertel kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Krawallmachern. Vor allem der Alkohol im Zusammenhang mit Gewalt macht Mäurer Sorge. Nach seinen Angaben ist es mehr geworden. Allerdings "dürfte es schwierig sein, ein gesamtes Wohngebiet flaschenfrei zu bekommen." Bei Großveranstaltungen wie dem Viertelfest hält Mäurer ein Flaschenverbot dagegen für durchsetzbar. Ob es kommt und wann, ist noch völlig offen. "Wir prüfen", sagt die Innenbehörde.
Auszug Ortsgesetz
"Es ist untersagt, sich dauerhaft zum Zwecke des Alkoholkonsums auf Straßen, der Öffentlichkeit zugänglichen öffentlichen Flächen oder Bänken niederzulassen."
In Bremen gilt schon seit 2006 ein umfangreiches Alkoholverbot. Das ist aber nach Meinung der Polizei oft nicht ausreichend. "Denn sobald jemand den Ort wechselt, hat man keine Handhabe mehr", erklärt Pressesprecher Nils Matthiesen. Ein Flaschenverbot bietet da nach seiner Meinung mehr Möglichkeiten. Zudem könnten Verletzungen verhindert, zumindest aber reduziert werden. Die Hoffnung: Ende 2011 gibt es ein Bremer Flaschenverbot.
Aber auch schon jetzt kann ein Trinkgelage für Feierwütige teuer werden. Das Alkoholverbot auf öffentlichen Plätzen in Bremen lässt es zu, dass ein Bußgeld bis zu 500 Euro fällig wird. In der Praxis steht das aber am Ende der Kette. Denn die Polizei setzt erst auf ein Gespräch. Hilft das nichts, droht ein Platzverweis.
"Trocken gelegt" sind oft schon Nahverkehr und Züge. Die Eisenbahngesellschaft Metronom hat bereits ein Alkoholverbot in ihren Zügen durchgesetzt. In Hamburg darf in Bussen und Bahnen seit September 2011 nicht mehr getrunken werden. Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann (CDU) macht sich wegen randalierender, betrunkener Fußballfans für ein generelles Alkoholverbot in Regionalzügen stark. Er hofft, dass die Deutsche Bahn dem Beispiel des Metronom folgt.
Beispiele aus anderen Städten
Flaschen- und Alkohol-Verbote
Alkoholverbot ist im Nahverkehr oft üblich
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12. Juni, 17:45 Uhr | EinsPlus
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