Fachkongress in Bremen
Der Fachkräftemangel war ein zentrales Thema des neunten Außenwirtschaftstages im Bremer Kongresszentrum. Gastrednerin Ursula von der Leyen (CDU) forderte die Unternehmen auf, mehr Frauen und ältere Arbeitnehmer mit Erfahrung einzustellen. Außerdem ging es um die Euro-Krise, knappe Rohstoffe und die Sicherheit in der Logistik.
Video: Unternehmen suchen Fachkräfte - Porträt des Bremer Logistik-Unternehmen Leschaco
Einstellungen, Infos und Kommentare
Der anhaltende Aufschwung in Deutschland erschwere die Suche nach qualifizierten Beschäftigten. Deshalb fordert von der Leyen die Betriebe zum Umdenken auf. Hier müsse noch stärker als bisher auf die Vorzüge älterer Arbeitnehmer gesetzt werden, sagt von der Leyen in ihrer Rede beim Außenwirtschaftstag in Bremen. Ihr Ziel: "Wir müssen bei der Qualifizierung älterer Beschäftigter zum Trendsetter in Europa werden." Die Bundesarbeitsministerin sprach sogar vom "Silberschatz des Alters", der entdeckt werden müsse. Sie appellierte an die Unternehmer, altersgerechte Jobs zu entwickeln. "Die Jungen rennen schneller, aber die Alten kennen die Abkürzungen", sagte von der Leyen.
Zudem sollte die Aus- und Weiterbildung verbessert werden - gerade auch für Frauen, die nach einer Kinderpause wieder in den Beruf zurückkehren möchten. So seien mehr als sechs Millionen Frauen im erwerbstätigen Alter nicht berufstätig. "Das können wir uns nicht länger leisten", so die Ministerin. Daher solle es für Eltern künftig einfacher werden, Beruf und Familie zu vereinbaren. Außerdem will die Bundesarbeitsministerin die bürokratischen Hürden für die Akquise internationaler Fachkräfte senken - aber nur, wenn ein Weg für ganz Europa gefunden werden kann.
Die Bundesarbeitsministerin hat sich gegen Mindestlöhne per Gesetz ausgesprochen. Vor Beginn des Außenwirtschaftstags in Bremen sagte sie im Radio-Bremen-Interview, Mindestlöhne müssten in den Tarifverhandlungen festgelegt werden. Jede Branche sollte faire Löhne selbst aushandeln.
Gespräch mit Ursula von der Leyen, [5:01]
Nordwestradio, 13. September 2011
Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Anton F. Börner, drängt die Politik zum Handeln in der Euro-Krise. "Erklärt uns, wo Ihr hin wollt und nehmt uns mit!", sagte er an die Adresse der Bundesregierung gerichtet. Sonst gebe es kaum Chance, die Märkte in Europa wieder zu stabilisieren. Börner sieht vor allem Deutschland und Frankreich in der Pflicht, die europäischen Probleme in einem gemeinsamen Kraftakt zu lösen. Dies sei aus wirtschaftlichen Gründen notwendig: So gingen 60 Prozent der deutschen Exporte in Länder der Europäischen Union.
Die rund 600 teilnehmenden Unternehmer wollen aber auch über die knapper werdenden Rohstoffe sprechen. Der Wert der deutschen Importe liegt laut Angaben des Statistischen Bundesamtes bei etwa 84 Milliarden Euro. Davon entfalle ein großer Teil auf Energiestoffe und rund ein Viertel auf Metalle, für die gerade Mittelständler überhöhte Preise zahlen müssten. Vor allem China steht in der Kritik der Experten. Das Land hat seine Ausfuhr für bestimmte Metalle deutlich reduziert. Dabei werden genau diese weltweit gebraucht, zum Beispiel von Elektronik-Herstellern. Im Oktober 2010 hat die Bundesregierung daher eine umfassende Rohstoffstrategie vorgelegt, die auch beim Deutschen Außenwirtschaftstag diskutiert werden soll.
Auch die weltweite Bedrohung durch den Terrorismus wird eines der Themen der Fachkonferenz sein. So hatten die USA angekündigt, alle ankommenden Container durchleuchten zu wollen. Exportorientierte Unternehmen aus Europa rechnen deshalb mit hohen Kosten. Bis zum Abend diskutieren die Teilnehmer Fragen des Exports. Der Deutsche Außenwirtschaftstag findet alle zwei Jahre statt.
Im Bremer Rathaus ist der Deutsche Außenwirtschaftspreis verliehen worden. Er geht in diesem Jahr an eine Stuttgarter Schreinerei. Der 43-Mann-Betrieb "Kiess Innenausbau" wird dafür ausgezeichnet, dass er als mittelständischer Betrieb über mehrere Jahre erfolgreich ein nennenswertes Auslandsgeschäft auf mehreren Kontinenten aufgebaut hat. Die Auszeichnung wird von den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft vergeben und ehrt herausragendes außenwirtschaftliches Engagement von in Deutschland ansässigen Unternehmen.
Ursula von der Leyen ist am 24. September live zu hören
Sie stellt sich eine Stunde lang den Fragen von Moderator Otmar Willi Weber.
Homepage des Deutschen Außenwirtschaftstages
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12. Juni, 17:45 Uhr | EinsPlus
Info: Die Rundschau
Sendezeit:
Mo. - Fr., 7, 8, 12, 16, 17 Uhr
Info: Nordwestradio Journal
![Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen] Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen]](/nordwestradio/sendungen/nordwestradio_journal/journal104_v-mediateaser.jpg)
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