Nach Anschlag in Boston
23.000 Läufer hatten sich in Boston auf die Marathonstrecke gemacht. Unter ihnen der Bremer Arzt Markus Lentschig. 17.000 waren schon im Ziel, als die Sprengsätze bei der traditionsreichen Veranstaltung explodierten. Lentschig fehlten nur wenige Meter. Er blieb unverletzt. Im Radio-Bremen-Interview spricht er darüber, wie er den Bombenterror erlebt hat.
Radio Bremen: Wie geht es Ihnen?
Markus Lentschig: Mir geht es ganz gut. Ich war ja Gott sei Dank nicht direkt betroffen. Aber der Schreck und die Überlegung, was hätte passieren können – das spielt im Kopf noch eine große Rolle
Radio Bremen: Wie haben Sie die Bomben-Explosion miterlebt oder haben überhaupt davon erfahren?
Markus Lentschig: Ich bin in der 3. Welle des Marathons gestartet, das war die letzte Welle. Und ich war etwa 500 Meter vor dem Ziel als ich gestoppt wurde. Ich hatte vorher schon – vielleicht die letzten zwei, drei Minuten – im Publikum was gesehen, aber nicht genau realisiert was da los war. Und dann stoppte auf einmal der ganze Marathon. Ich habe dann einen Zuschauer gefragt, der sagte, dass sich zwei Explosionen ereignet hätten. Und deswegen der gesamte Bereich großräumig abgeriegelt wäre und der Marathon abgebrochen wird. Ich hab das letztlich von Zuschauern erfahren.
Die Ziellinie des Boston Marathons. 500 Meter vorher wurde Markus Lentschig gestoppt. Da waren die Bomben schon explodiert.
Boston-Marathon
Er ist der älteste und traditionsreichste Stadt-Marathon der Welt. Mehrere Zehntausend Läufer sind jedes Jahr am Start; die Strecke ist gesäumt von bis zu 500.000 Zuschauern. Erstmals fand der Lauf am 19. April 1897 statt.
Radio Bremen: Wie hat sich das für Sie angefühlt?
Markus Lentschig: Man hat sofort Bilder von Terroranschlägen im Kopf. Mein zweiter Gedanke war mein Lauffreund, der ein kurzes Stück vor mir lief. Von dem ich angenommen hatte, er könnte genau da im Ziel sein, weil er ein bisschen schneller war als ich. Dann habe ich den erstmal versucht anzurufen und da habe ich gemerkt, dass sich die ganze Familie auf dem Telefon meldet. Und alle in Panik verfallen sind. Denn eigentlich hätte es von meiner Marathon-Zeit ganz gut gepasst. Aber ich war Gott sei Dank diesmal etwas langsamer.
Radio Bremen: War es Ihr großes Glück, dass Sie diesmal nicht so fit waren?
Markus Lentschig: Letztlich schon. Ein paar Minuten schneller und wir wären genau in dem Bereich gewesen, in dem die Bomben explodiert sind. Wobei ja mehr Zuschauer betroffen waren, soweit ich das jetzt gesehen habe. Ich glaube es waren keine Läufer unter den Schwerverletzten.
Radio Bremen: Was für Bilder haben Sie besonders bewegt?
Markus Lentschig: Ich habe kein reelles Bild. Ich kenne nur die Fernsehbilder. Aber im Kopf bleibt vor allem das Gefühl, wie jäh so ein wunderschönes Ereignis endet. Es war so eine gute Stimmung, wie ich sie noch auf keinem meiner Marathons erlebt habe. Tausende von Menschen haben über Kilometer an der Strecke gestanden. Das war eine total positive und schöne Stimmung. Und dann nimmt das ganze so ein jähes Ende.
Video: Markus Lentschig im Interview mit buten un binnen
Einstellungen, Infos und Kommentare
Radio Bremen: Wie ist die Situation jetzt in Boston?
Markus Lentschig: Unser Hotel lag direkt in der gesperrten Zone – mein Freund und ich sind nur über Umwege in das Hotel gekommen. Auch im Hotel. Sobald man den Aufzug betreten wollte, musste man einen Ausweis oder Schlüsselkarte zeigen. Und überall ein extrem großes Aufgebot an Polizisten und Militär. Das war heute Morgen noch genauso: vor unserem Hotel zig Militärwagen und bis unter die Zähne bewaffnete Militärs.
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