Ringen um den CDU-Parteivorsitz
Rita Mohr-Lüllmann hat das Duell um die Führung der Bremer CDU gewonnen. Sie setzte sich bei einer Mitgliederbefragung gegen den bisherigen Parteichef Thomas Röwekamp durch. Von den 3.000 Christdemokraten hat sich etwa die Hälfte an der Wahl beteiligt. Nach dem vorläufigen Ergebnis entfielen 864 Stimmen auf Mohr-Lüllmann und 645 auf Röwekamp. Das letzte Wort haben allerdings die Delegierten auf einem Parteitag im Frühjahr 2012.
Video: Mohr-Lüllmann führt Bremer CDU
Einstellungen, Infos und Kommentare
Mohr-Lüllmann will Mitglieder wieder einen
Nachrichtenmeldung vom 16. Dezember 2011
Gespalten in zwei Lager
Kommentar von René Möller
Erstmals in der Geschichte der Bremer Christdemokraten wählte die Parteibasis ihren Landes-Chef direkt. Auf vier Regionalkonferenzen warben die 54-jährige Rita Mohr-Lüllmann und der 45-jährige Thomas Röwekamp um die Stimmen der etwa 3.000 Mitglieder. Die Treffen waren aber nur mäßig besucht. Sehr viele gaben dagegen ihr Votum per Briefwahl ab. Bis zum 15. Dezember konnten sie sich entscheiden.
Video: Schlagabtausch auf der CDU-Regionalkonferenz
Einstellungen, Infos und Kommentare
Zur ersten Regionalkonferenz am 29. November 2011 kamen rund 120 Besucher. Das Bürgerzentrum in der Bremer Vahr war nur mäßig gefüllt. Jeweils 15 Minuten Redezeit gab es für beide Kandidaten. Im Anschluss konnten die Mitglieder keinen eindeutigen Gewinner oder Verlierer ausmachen. Röwekamp, so sagten es viele, sei zielorientiert und politisch der Bessere. Seine Kontrahentin Mohr-Lüllmann erfasse allerdings eher die Gefühlslage der Parteimitglieder.
Erstes Duell in der Vahr, [3:05]
Radio-Bremen-Reporter René Möller berichtet.
Regionalkonferenzen
Di., 29. November, 19 Uhr im Bürgerzentrum Vahr
Sa., 3. Dezember, 10 Uhr im Schuppen 2, Eventloft
Mo., 5. Dezember, 19 Uhr in der Strandlust Vegesack
Do., 8. Dezember, 19 Uhr im Sail City Hotel, Bremerhaven
Bei der Bürgerschaftswahl im Mai 2011 war die CDU mit ihrem Führungsduo Mohr-Lüllmann und Röwekamp auf 20,4 Prozent der Wählerstimmen abgerutscht. Sie stellt hinter SPD und Grünen nur noch die drittstärkste Fraktion in der Bürgerschaft. Ein so genannter Landesfachausschuss hatte die Niederlage aufgearbeitet und war zu dem Ergebnis gekommen, dass im Wahlkampf gravierende Fehler gemacht wurden. Unverhohlen sprechen die Mitglieder von einer Krise. Der langjährige Parteichef Bernd Neumann wird sogar noch deutlicher mit seiner Einschätzung: "Die Lage ist beschissen!“ Öffentlich haben sich vor allen die älteren Mitglieder für einen Rücktritt von Thomas Röwekamp ausgesprochen. Aber der denkt nicht daran, auch wenn er von seinem einstigen Förderer indirekt dazu aufgefordert wird. "Thomas, manchmal muss man auch selbst einen Schritt tun, ohne dass man gezwungen wird," sagt Neumann auf dem Sonderparteitag im Juni.
Viele Parteimitglieder kritisieren nicht nur das schlechte Wahlergebnis, einige fordern zudem den Fraktionsvorsitz vom Landesvorsitz zu trennen. Denn beide Ämter könne eine Person kaum allein begleiten. Auf dieses Argument setzen vor allem Rita Mohr-Lüllmann und ihre Anhänger.
Thomas Röwekamp und Rita Mohr-Lüllmann werben um das Vertrauen der CDU-Mitglieder.
Noch im Wahlkampf traten sie als unzertrennliches Doppelpack auf. Doch inzwischen haben sich Mohr-Lüllmann und Röwekamp offenbar heillos zerstritten. Sie ist davon überzeugt, dass nur sie den dringend erforderlichen Neuanfang der Partei in Bremen verkörpert. Parteikenner rechnen allerdings damit, dass sich aus ihrer Kandidatur jetzt ein neues Problem für die CDU ergibt: Aus dem einstigen Wahlkampf-Duo sind erbitterte Konkurrenten geworden, die sich gegenseitig bekämpfen.
Trotz der scharfen Kritik an seinem Führungsstil will Thomas Röwekamp wieder kandidieren. Er habe unverändert große Leidenschaft, für die christlich-demokratische Idee in Bremen und Bremerhaven zu streiten und zu kämpfen. Röwekamp erklärt weiter: "Ich hätte nach all den auch sehr persönlichen Anfeindungen der letzten Wochen viele Anlässe gehabt, mein Amt niederzulegen oder nicht erneut zu kandidieren." Doch dürfe niemand aus persönlichen Angriffen oder anonymen Briefen einen Ertrag ziehen. "Die Bremer CDU darf solche Methoden nicht dulden." Er rief die Partei zur Geschlossenheit auf. Er wolle seinen Teil zur Befriedung beitragen.
Innerhalb der Bremer CDU erhielt Röwekamp jüngst wieder mehr Unterstützung. Die Vorsitzenden mehrerer Stadtbezirksverbände sowie Unterorganisationen wie der Jungen Union erklärten ihre Unterstützung. "Wir haben in der Vergangenheit gut und vertrauensvoll mit Thomas Röwekamp zusammengearbeitet", heißt es darin. Er habe die richtigen Themen besetzt und eine breite Beteiligung der Mitglieder an allen wichtigen Entscheidungen ermöglicht. Seine Personalvorschläge hätten stets eine breite Mehrheit erhalten. Der Appell mündet in dem Satz: "Wir trauen ihm auch in Zukunft die Führung der Bremer CDU zu und fordern ihn auf, sich erneut um das Vertrauen der Mitglieder und Delegierten zu bewerben." Die CDU Bremerhaven schloss sich dem Aufruf an.
Der ehemalige Bremer Bürgermeister Hartmut Perschau will nun Vizechef des CDU-Landesverbandes werden. Seine Kandidatur kommt überraschend, denn in der Vergangenheit hatte er dies immer abgelehnt. Nun aber befürchtet er, dass die Partei auseinanderbrechen werde. Damit spielt er auf die andauernden Personalquerelen in der Führungsspitze der Christdemokraten an. Seit 2007 sei es der Bremer CDU nicht gelungen, die Wähler für die "christdemokratische Idee" zu gewinnen, erklärt Perschau weiter. Mit seiner Kandidatur für das Amt des Vizechefs wolle er seinen persönlichen Beitrag für den Neuanfang der Bremer CDU leisten.
Kampf um CDU-Spitze eröffnet, [1:05]
Bericht von János Kereszti.
Vom Hoffnungsträger zum Buhmann
Ein Porträt des Bremer CDU-Chef Thomas Röwekamp
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12. Juni, 17:45 Uhr | EinsPlus
Info: Die Rundschau
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Info: Nordwestradio Journal
![Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen] Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen]](/nordwestradio/sendungen/nordwestradio_journal/journal104_v-mediateaser.jpg)
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