Langer Winter
Auf die Bremer kommen höhere Heizkosten zu. Der Energieversorger SWB rechnet für die ersten drei Monate für einen Durchschnittshaushalt mit Mehrkosten von bis zu 120 Euro. Schuld daran ist der lange Winter. Wegen der Kälte sind auch viele Erdgasspeicher in Deutschland fast leer. In Bremen ist das aber kein Problem, sagt Angela Dittmer von der SWB.
Radio Bremen: Die Erdgasspeicher sind so leer wie nie. Gibt es die Gefahr, dass wir in Bremen zu Hause im Kalten sitzen?
Angela Dittmer: Nein. Ganz klar nein. Unser Speicher in Lesum ist im Augenblick halb voll. Auch deshalb keine Panik, weil es jetzt wieder wärmer wird. Wir gehen aber davon aus, dass wir noch bis Mitte April Gas aus dem Speicher brauchen, weil bis dahin noch geheizt wird.
Radio Bremen: Ist es eigentlich vorstellbar, dass tatsächlich mal die Heizung nicht mehr läuft, weil die Speicher leer sind?
Angela Dittmer: In Bremen wird das nicht passieren. Ich denke, das gilt auch für andere Regionen. Das kann sich eigentlich auch kein Energielieferant erlauben.
Radio Bremen: Wozu brauchen wir eigentlich Erdgasspeicher?
Angela Dittmer: Wenn wir Gas günstig kaufen können, dann machen wir den Speicher damit voll. Es geht also darum, einen Vorrat anzulegen. Wir können damit auch Phasen überbrücken, in denen wir teurer einkaufen müssten.
Radio Bremen: Der März gehörte zu den kältesten der vergangenen Jahre. Bis zu 20 Prozent Heizkosten rauf, schätzt der Bund der Energieverbraucher. Wie sieht es in Bremen aus?
Angela Dittmer: Für die ersten drei Monate dieses Jahren haben die Privatkunden tatsächlich bis zu 20 Prozent mehr verbraucht als im Jahr davor.
Radio Bremen: Wie viel teurer wird es unterm Strich für einen Durchschnittshaushalt?
Angela Dittmer: Wir rechnen für den Durchschnittshaushalt einen Verbrauch von 22.000 Kilowattstunden im Jahr. 40 Prozent davon werden in den ersten drei Monaten verheizt. Das bedeutet also ungefähr 9.000 Kilowattstunden. Rechnen wir 20 Prozent mehr, dann sind es jetzt fast 11.000. Im Schnitt sind das rund 120 Euro mehr für die ersten drei Monate als in einem normalen Winter.
Radio Bremen: Ist nur der lange Winter Schuld oder auch die Preiserhöhung?
Angela Dittmer: Schuld an dem Großteil der Mehrkosten ist die Natur. Fünf Sechstel fallen auf den langen Winter zurück. Der Rest wegen der Preiserhöhung zum Jahresbeginn.
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