Zahl der Flüchtlinge steigt
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Das Land Bremen nimmt zurzeit 90 Asylbewerber pro Monat auf. Das sind mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr. Eine akute Not besteht noch nicht, aber sollte die Zahl der Asylbewerber weiter ansteigen, fehlen Wohnungen. Aktuell stehen in insgesamt vier Unterkünften in Bremen 605 Plätze und in zwei Unterkünften in Bremerhaven 120 Plätze zur Verfügung. Im Flüchtlingsheim in Huchting sind zurzeit nur noch 20 Plätze frei – und das auch nur, wenn alle Zimmer voll belegt werden.
Wenn aus Flüchtlingen Bremer werden
"Wir wissen nicht, wie sich die Konfliktherde entwickeln, aus denen die Menschen zu uns fliehen", sagt Bernd Schneider, Sprecher des Bremer Sozialressorts. Deshalb sucht die Sozialbehörde nach neuen Unterkünften für Asylbewerber. Ende November beschloss der Beirat Bremen-Mitte, das ehemalige "Haus des Sports" in der Nähe des Rembertikreisels als Asylbewerberheim zu nutzen. Die Entscheidung ist umstritten. Bei einer öffentlichen Beiratssitzung äußerten viele Anwohner ihre Bedenken.
Asylbewerberheim im "Haus des Sports"
Diskussion um Flüchtlingswohnheim, [3:37]
Es wird erwägt, das ehemalige Gebäude der "Internationalen Schule" in Schwachhausen als Notunterkunft einzurichten. "Ich denke, bestimmte Sachen müssen noch hergerichtet werden, aber es ist kurzfristig nutzbar", sagte Ortsamtsleiterin Karin Mathes (Grüne). Dann lebten in dem gutbürgerlichen Stadtteil bald Besitzer schöner Stadtvillen direkt neben Flüchtlingen, die alles verloren haben.
Wie die das finden, darüber erlaubt sich Mathes kein Urteil: "Das ist eine schwierige Frage. Ich würde das nicht gerne vorwegnehmen." Etwa 80 Flüchtlinge könnten dort solange eine Bleibe finden, bis ein Käufer für das Haus gefunden wird. "Wenn die Leute so sind, dass man mit ihnen gut klarkommt, bin ich dafür", sagt eine Anwohnerin. Der Beirat hat die Schwachhauser zu einer Sitzung am 20. Dezember 2012 eingeladen, um mit ihnen über eine mögliche Flüchtlingsunterkunft in der ehemaligen Schule zu diskutieren.
Eine alte Villa in Gröpelingen kommt ebenfalls als Bleibe für Flüchtlinge in Frage. Das Eisenbahnerquartier nutzte das Land schon einmal in den 1990er Jahren als Asylbewerberheim. Zwei Investoren lassen das heruntergekommene Gebäude gerade renovieren. Aber eine Unterbringung in Gröpelingen ist nicht ganz unproblematisch. "Man muss sich auch den Stadtteil vorher anschauen. Es ist bekannt, dass Gröpelingen schon eine hohe Integrationsleistung erbringt", gibt Bernd Schneider vom Sozialressort zu bedenken.
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