Bremer Hulsberg-Viertel
Das Architektenbüro Carsten Lorenzen wird das neue Bremer Hulsberg-Viertel gestalten. Das hat eine 42-köpfige Jury entschieden. Auf dem Gelände des Klinikums Bremen-Mitte werden nach dem Abriss einiger der alten Gebäude rund 14 Hektar Fläche frei – das sind fast 21 Fußballfelder. Für Büro Lorenzen in Kopenhagen und Berlin ist das millionenschwerer Bauprojekt also eine riesen Spielwiese. Den Schwerpunkt legt der Lorenzen-Entwuf auf einen zentralen Park als Oase der Erholung.
Der Entwurf des Architektenbüros Carsten Lorenzen erfüllt am besten die Kriterien, die in mehreren öffentlichen Foren Bürger, Verwaltung und Politik entwickelt hatten, begründet die Jury ihre Entscheidung. Er orientiert sich an den denkmalgeschützten Gebäuden und integriert die meisten alten Bäume in die neuen Anlagen. Mitten auf dem Gelände entsteht ein Park als Treffpunkt für alle Besucher. Außerdem soll das Klinikgeländen nicht mehr von der Nachbarschaft mit Mauern angegrenzt sein – es soll sich nach außen öffnen. In dem Viertel selbst plant Lorenzen einzelne kleinere Quartiere. Die nächsten vier Wochen sind die genauen Entwürfe und Zeichnungen von Lorenzen im Foyer des ehemaligen Bremer Siemenshochhauses zu sehen.
Carsten Lorenzen beschreibt seinen Entwurf, [0:30]
Robert Bücking (Grüne), Ortsamtsleiter Mitte/Östliche Vorstadt, ist sehr zufrieden. Mit dem Entwurf ließe es sich gut weiter arbeiten, so Bücking. Nun berät zunächst der Beirat den Entwurf, im Mai dann die Verwaltung. Die Bürger werden sich weiter an dem Prozess beteiligen. Der Bau des neuen Quartiers kostet 54 Millionen Euro und beginnt wahrscheinlich 2016.
Volles Haus der Bürgerschaft
Am 12. Januar 2013 stellten die drei Planungsteams "Westphal Architekten BDA" aus Bremen, "Carsten Lorenzen APS" aus Berlin/Kopenhagen und "LIN – Finn Geipel Giulia Andi Architekten und Urbanisten" ebenfalls aus Berlin ihre Entwürfe im Festsaal der Bürgerschaft persönlich vor.
Video: Viele Besucher kamen zur Präsentation der Hulsberg-Entwürfe
Einstellungen, Infos und Kommentare
Die Bürgerinnen und Bürger konnten die Entwürfe und die Modelle besichtigen. Das Interesse war sehr groß. Alle 244 Stühle des großen Festsaals im Haus der Bürgerschaft waren am Samstagvormittag belegt. Zeitweise standen die Menschen am Eingang der Bürgerschaft vor verschlossenen Türen – wegen Überfüllung der Veranstaltung.
Klinikgelände: Park und Baustelle zugleich
Auf dem Klinikgelände wird derzeit ein großes zentrales Gebäude gebaut. Es soll 2016 fertig gestellt sein. Dann kann mit dem Bau des Neuen Hulsberg-Viertels begonnen werden.
Es wird Wohnraum für etwa 2.000 Menschen schaffen. Manche Gebäude, wie die alte HNO-Klinik, sind denkmalgeschützt und bleiben auf dem Gelände erhalten. Bleiben sollen auch möglichst viele alte Bäume. Trotz der großen Baustelle finden sich auf dem Gelände auch ruhige, grüne Winkel mit Parkbänken und kleinen Skulpturen. Auch sie sollen integriert werden.
Entstehen soll in Zukunft ein Quartier für Jung und Alt, sozial gemischt und bezahlbar, wenig befahren und mit nachhaltiger Energieversorgung ausgestattet. Ein Mix aus Wohnen, Arbeiten und Leben. Der Schwerpunkt soll auf dem Wohnen liegen. Ein Quartier für alle und jeden Geldbeutel.
Vor der Abstimmung: Die drei Finalisten
Das neues Quartier im Herzen Bremens
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