Böhrnsen zur Türkei-Reise
In Bremen leben und arbeiten viele Menschen mit türkischen Wurzeln, Unternehmen, Universitäten und Vereine pflegen den Austausch. Seit 1995 hat Bremen Izmir als Partnerstadt in der Türkei. Mit einer Reise will Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) die Beziehungen stärken. Im Interview äußert er sich zu den besonderen Beziehungen zwischen Bremen und der Türkei.
Jens Böhrnsen bei den Gesprächen in der Türkei.
Jens Böhrnsen: Die Beziehungen zwischen Bremen und der Türkei bestehen schon seit Jahrhunderten. Sie sind seit dem Anwerbeabkommen von 1961 besonders wichtig. Türkische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben wesentlich dazu beigetragen, Bremens wirtschaftliche Leistungsfähigkeit weiter zu entwickeln, viele kreative Selbstständige haben türkische Wurzeln. Auch die Wirtschaftsbeziehungen stehen auf festem Fundament. Deshalb hat die WFB (Wirtschaftsförderung) Bremen die Türkei als eines ihrer drei Schwerpunktländer definiert. Neben den wirtschaftlichen Beziehungen gibt es einen regen kulturellen und wissenschaftlichen Austausch.
Jens Böhrnsen: Wir führen Gespräche mit wichtigen Mitgliedern der türkischen Regierung, sind wegen der Bedeutung der Türkei als wichtigem Handelspartner Bremens immer an einer positiven Entwicklung des Klimas interessiert. Wirtschaftlich erwarten wir die Unterzeichnung einer Vereinbarung mit dem türkischen Automobilzuliefererverband (Taysad). Wir unterstützen die BLG bei deren Bemühungen um Joint-Venture-Vertragspartner. Wir vertiefen die Verbindungen im zunehmenden Außenhandel mit der Türkei und verstärken die bestehenden Kooperationen auch im wissenschaftlichen Bereich vor allem mit der Universität und der Hochschule Bremen. Dabei geht es unter anderem auch um den verstärkten Austausch von Studierenden.
Jens Böhrnsen: Die Türkei gehört in die EU, das ist für mich eindeutig. In beiderseitigem Interesse, längst auf Augenhöhe. Mir macht Sorge, dass die hinhaltenden Signale, die auch von der Bundesregierung immer wieder ausgesandt werden, denjenigen in der Türkei das Leben erschweren, die ihr prosperierendes Land in die EU führen wollen. Deshalb sollten die Verhandlungen sehr sorgfältig, aber zügig fortsetzt werden. Und zwar nicht ergebnisoffen, sondern mit dem Ziel: die Türkei ist herzlich willkommen in Europa.
Jens Böhrnsen: Der Prozess in München ist überaus bedeutsam für das deutsche Ansehen in der Welt und besonders auch in der Türkei. Deshalb muss er rechtsstaatlich einwandfrei und mit hoher Sensibilität geführt werden. Religionsfragen dürfen dabei keine Rolle spielen, sie lenken leider ab. Und wenn Sie sich in Bremen umschauen, und auch in fast allen anderen Ländern: Sie finden kein Kreuz, weil die Gerichte neutral nur dem Gesetz verpflichtet urteilen. Gerichtssäle sind gewiss nicht der richtige Ort für religiöse oder ideologische Bekenntnisse.
Bremens Bürgermeister reist mit 22-köpfiger Delegation
Beitrag zum Thema:Böhrnsen besucht die Türkei, [4:30]
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