Rot-grüne Pläne vorgestellt
Bremens Sozialsenatorin Anja Stahmann von den Grünen will bis zum Sommer 1.200 neue Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren schaffen. Damit soll eine von der Bundesregierung vorgegebene Quote erfüllt werden. Die sagt aus, dass für 35 Prozent aller Kleinkinder ein Platz vorhanden sein muss. Einzelheiten dazu gibt es hier zum Nachlesen.
Video: Konzept zum Kita-Ausbau vorgelegt
Einstellungen, Infos und Kommentare
Die Anzahl der Plätze in den Krippen soll deutlich erhöht werden. Auch die Betreuungszeiten in den Kindertageseinrichtungen sollen ausgeweitet werden. Das geht aus dem Konzept der Kindertagesbetreuung für die kommenden zwei Jahre hervor, das Sozialsenatorin Stahmann am 21. Februar 2012 vorgestellt hat.
Für den U3-Ausbau werden zusätzlich rund 865 Plätze in bereits bestehenden Kindergärten für jene Kinder geschaffen, die in diesem Jahr noch drei Jahre alt werden. Dazu kommen 328 Plätze in Krippen. Alle neu eingerichteten Plätze bieten mindestens sechs Stunden Betreuung an. Auch in den Kindergärten sollen die Betreuungszeiten verlängert werden. Mindestens 600 zusätzliche Plätze für die Drei- bis Sechsjährigen sollen auf sechs Stunden erweitert, und 500 Plätze in eine achtstündige Betreuung umgewandelt werden. Dann erhalten Kinder auch ein Mittagessen in den Einrichtungen.
Für den Ausbau erhält die Senatorin für Soziales, Kinder und Jugend rund 23,5 Millionen Euro aus den Schwerpunktmitteln des Senats. Trotzdem will sie zusätzlich ab 2013 die Elternbeiträge erhöhen. "Eine saure Zitrone, in die wir beißen müssen", sagt die Senatorin. Zurzeit deckten die Elternbeiträge nur etwa sieben Prozent der Kosten für die Kindertagesbetreuung. Mit der nach Einkommen gestaffelten Erhöhung würden die Beiträge dann 9,5 Prozent der Kosten abdecken. Hierfür ist unter anderem geplant, die Deckelung der Höchstbeiträge aufzuheben. Eltern mit einem Einkommen von 55.220 Euro und höher zahlen bisher noch einen monatlichen Beitrag in Höhe von 257 Euro, für acht Stunden Betreuung. Auf der anderen Seite zahlen rund 60 Prozent der Eltern nur den Mindestbeitrag, der zwischen 6 und 36 Euro liegt. Er ist danach gestaffelt, wie lange ein Kind in der Kita bleibt und ob es dort Mittag isst.
An dem Ausbau der U3-Plätze sollen sich auch die Elternvereine beteiligen. Diese fordern allerdings schon seit Jahren mehr Geld für ihre Einrichtungen. In diesem Jahr sollen sie nun 300.000 Euro und im kommenden Jahr 400.000 Euro zusätzlich erhalten, um unter anderem das Personal besser bezahlen zu können. Die beiden Beratungsstellen der Elternvereine erhalten 100.000 Euro mehr, um die Vereine bei Verwaltungsaufgaben besser unterstützen zu können. Elternvereine stellen in der Stadt Bremen bereits 36 Prozent aller Plätze für Kinder unter drei Jahren.
Darüber hinaus richten auch andere freie und kirchliche Träger zusätzliche Krippengruppen ein. So schafft zum Beispiel die Bremische Evangelische Kirche in Woltmershausen in der Gemeinde Christuskirche eine zusätzliche Gruppe, in Borgfeld soll es drei weitere geben sowie eine in Oberneuland. Auch andere Träger wie der Katholische Gemeindeverbund, die Arbeiterwohlfahrt und die Hans-Wendt-Stiftung eröffnen weitere Gruppen für unter Dreijährige. Aber auch die Kita Bremen hat angekündigt in der Neustadt und in Woltmershausen neue Plätze einzurichten.
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