Dokumentation mit Murat Kurnaz
Fünf Jahre lang wurde der Bremer Murat Kurnaz im Gefangenenlager Guantanamo verhört und gefoltert. Er sei ein Terrorist, der die Organisation "Al Qaida" unterstützt, lautete der Vorwurf der US-Regierung. Obwohl es keine Beweise gab, setzte sich weder die Bundesregierung noch der Bremer Senat für Kurnaz ein. Jetzt dokumentiert eine Koproduktion mit Radio Bremen und dem NDR den Fall Kurnaz sowie weitere Schicksale von Menschen, deren Leben durch Guantanamo zerstört wurde.
Murat Kurnaz ist durch Guantanamo ein anderer Mensch geworden
Reporter Rainer Kahrs berichtet über den Fall Kurnaz, [8:42]
Radio-Bremen-Reporter Rainer Kahrs hat die 90-minütige Dokumentation "Die Guantanamo-Falle" (The Guantanamo Trap) gesehen und zeigt in seinem Beitrag Filmauszüge. Er hat mit Murat Kurnaz nicht nur über seiner Folterhaft gesprochen, sondern auch über seine Zukunft und darüber, wie es ihm fünf Jahre nach seiner Freilassung geht.
Als Murat Kurnaz am 24. August 2006 freigelassen wurde, wollte er noch nicht über seine Folterhaft reden und auch nicht darüber, wer die Schuld für sein Schicksal trägt. Später begann er sich zusammen mit Menschenrechtsorganisationen für die vielen Terrorverdächtigen einzusetzen. Heute seien noch über 170 Gefangene im US-Lager Guantanamo auf Kuba inhaftiert. Wie er seien viele von Kopfgeldjägern an das amerikanische Militär verkauft worden. Der jüngste sei neun Jahre alt und der älteste über 90 gewesen.
In seinen Augen sei vor allem die amerikanische Regierung schuld, die der ganzen Welt nach den Anschlägen vom 11. September 2001 beweisen wollten, dass sie die Top-Terroristen zu fassen bekäme. Aber auch die damalige rotgrüne Bundesregierung trägt eine Mitschuld genauso wie die Bremer Behörden. Obwohl es keine Beweise dafür gab, dass Kurnaz ein Taliban war oder ein Kämpfer im Namen des Islams, blieb er fast fünf Jahre gefangen auf Guantanamo.
Die Haftzeit habe ihn komplett verändert, sagt der heute 29-Jährige. Er will jetzt mit einem eigenen Verein kriminellen Jugendlichen helfen. Erst kürzlich hat er eine Familie gegründet und will mit seiner Frau und vielen Kindern in Bremen leben.
Die Preview fand am 24. August 2011 im Bremer Filmkunsttheater Schauburg statt. Murat Kurnaz, sein Anwalt Bernhard Docke, der Regisseur Thomas Wallner sowie der Produzent Thomas Kufus waren anwesend. Nach der Filmvorführung gab es eine Diskussionsrunde, moderiert von Otmar Willi Weber.
Der Film wird am Samstag, 3. September 2011, um 23 Uhr im NDR/RB Fernsehen ausgestrahlt.
Immer wieder wurde das Internierungslager Guantanamo als Schandfleck für die USA beschrieben. Im Zuge des Krieges gegen den Terror hat das US-Militär über 1.000 Männer aus mehr als 40 Ländern in dieses Sonderlager verschleppt. Der Film erzählt von vier Menschen, deren Leben von Guantanamo zerstört wurde: der Gefangene Murat Kurnaz, die Rechtsberaterin Diane Beaver, der Rechtsoffizier Matt Diaz und der spanische Anwalt Gonzalo Boye.
Ein spannender und zugleich erschütternder Film über die Falle Guantanamo, aus der keiner unbeschädigt herauskommt. Die Produktion der "Zero One Film" in Koproduktion mit NDR, Radio Bremen, SRF, SRG SSR und France Télévisions wurde von der Nordmedia Fonds GmbH in Niedersachsen und Bremen gefördert.
Mehr zum Fall Kurnaz:
Chronik: Der "Bremer Taliban"
Radio-Interviews:
Gesprächszeit im Nordwestradio
Filmtipp im Funkhus Europa
TV-Ausstrahlung:
Die Guantanamo-Falle
Vier Menschen, vier Schicksale
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12. Juni, 17:45 Uhr | EinsPlus
Info: Die Rundschau
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Info: Nordwestradio Journal
![Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen] Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen]](/nordwestradio/sendungen/nordwestradio_journal/journal104_v-mediateaser.jpg)
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