Studie zur LTE-Technologie
Auf dem Bunker in der Bremer Neustadt stehen Antennen aller Mobilfunkanbieter und Systeme.
Die neue Mobilfunktechnologie "Long Term Evolution" – kurz LTE – führt zu einer geringen Mehrbelastung durch Strahlung. Das ist das Ergebnis einer Studie. Das Institut für Mobil- und Satellitenfunktechnik hat die Werte in ganz Deutschland gemessen – darunter auch in Bremen.
Einer der 16 bundesweiten Messorte befindet sich in der Bremer Neustadt. Auf dem Bunker stehen Antennen aller Mobilfunkanbieter und Systeme. Das Institut hat eine leichte Erhöhung der Werte festgestellt. Der höchste Wert wurde in einer nahe gelegenen Wohnung gemessen. Doch auch dort erreicht die Strahlung gerade mal acht Prozent des erlaubten Grenzwertes.
Matthias Ross ist beim Bremer Gesundheitsamt der Experte für Handystrahlung. Vorwürfe von Kritikern, die Studie sei wohlwollend für die Mobilfunkanbieter ausgelegt, kann er nicht nachvollziehen. Es gebe bis heute keinen Beleg, wie schädlich oder unschädlich die Strahlung tatsächlich sei, so Ross. Er und seine Kollegen haben aber im Laufe der Jahre eine andere interessante Entdeckung gemacht.
"Wir haben hin und wieder auch in Bremen beobachtet, dass nach dem Aufbau von Sendeantennen die Leute auf einmal Kopfschmerzen bekommen. Dazu gibt es auch Studien. Es stellt sich dann häufiger heraus, dass die Anlagen noch gar nicht in Betrieb sind. Und das ist ja dann ein deutlicher Beweis dafür, dass das eben von der Anlage selbst nicht herrühren kann", sagt der Bremer Experte für Handystrahlung.
Wie stark strahlen neue Mobilfunkanlagen? , [1:29]
Viel gefährlicher als die großen Masten sind die Endgeräte im eigenen Haushalt, so das Ergebnis der Studie. Von Handys, Laptops und Tablet-Computern gehe eine viel größere Strahlung aus, meint Christian Bornkessel, Leiter der Studie. Ross rät Nutzern: "Jeder sollte schauen, inwieweit er auf kabelgebundene Systeme umsteigen kann. Und wenn man die Geräte nicht nutzt, sollte man sie zumindest ausstellen."
Die neue Funktechnologier LTE wurde vor rund einem Jahr in Deutschland eingeführt. Sie ist der Nachfolger der UMTS-Technik. Die Verbindung und Übertragungsrate liegt zum Teil sogar über DSL-Niveau. Mit der neuen Technik ist nun insbesondere auch in ländlichen Regionen schnelles Internet verfügbar. Mittlerweile gibt es auch Handys, die LTE nutzen können. Der LTE-Ausbau schreitet voran, aber es ist noch nicht flächendeckend verfügbar.
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