Zukunft des Regionalflughafens Bremerhaven-Luneort
Der Hafen für die Windkraftindustrie habe oberste Priorität, und der Flugbetrieb müsse sich unterordnen. So ist es schon seit Monaten aus der Bremerhavener Politik zu vernehmen. Für den Fall, dass der Flugplatz Luneort und der geplante Schwerlasthafen nicht nebeneinander betrieben werden können, stand die Kooperation mit dem Landkreis Cuxhaven seit längerem im Raum. Rund 40 Kilometer nördlich von Bremerhaven liegt der Militärflughafen Nordholz, der auch für zivile Flüge offen ist. Hier soll nun der gesamte regionale Flugverkehr abgewickelt werden, obwohl es auch einige Alternativen gab.
Flugplatz Luneort soll geschlossen werden, [4:05]
Fernsehbeitrag vom 21. September 2011
Der Bau einer neuen Start- und Landebahn wäre zu teuer gewesen.
Flugplatz Bremerhaven-Luneort
Zwei Kilometer südlich von Bremerhaven liegt der kleine Regionalflughafen mit zwei Start- und Landebahnen. Die 1.200 und 658 Meter langen Asphaltpisten kreuzen sich in der Mitte.
Genau da, wo die Flugzeuge jetzt abheben, soll eine 500 Meter lange Kaje mit riesigen Kränen entstehen. Die sollen zwischen 90 bis zu 100 Metern hoch sein. So könne Luneort nicht mehr angeflogen werden, stellte der ehemalige Geschäftführer Bernd Sahr schon 2010 fest. Zudem wollen die Logistiker die lange Bahn als Schwerlasttrasse für die Windräder nutzen. Für Sahr wäre hier auch eine Doppelnutzung denkbar gewesen. Denn Schiffe könnten auch nachts beladen werden.
Für den Luftverkehr bliebe nur die alte Querbahn. Die ist mit 658 Metern für größere Flugzeuge allerdings zu kurz. Sie verfügt auch nicht über ein Instrumentenanflug-System, das die Piloten bei Starts und Landungen technisch unterstützt. Das sei aber selbst für Hubschrauber notwendig, so Sahr. Dafür müsse die Landebahn ausgebaut werden. In der Folge würden die Flüge aber über das Wohngebiet im Stadtteil Wulsdorf führen. Dieser Lärm sei aber nicht zumutbar.
Um nicht auf den Flughafen zu verzichten, müsste eine neue Start- und Landebahn auf dem Gebiet Luneplate – parallel zur Lune – gebaut werden. So könnten Tower, Hanger und die gesamte Infrastruktur weiter genutzt werden. Die geschätzten Kosten liegen inklusive Natur-Ausgleich bei 40 Millionen Euro. Das sei nicht zu finanzieren, heißt es aus SPD und Grünen. Zudem ist die Luneplate laut Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) ein ausgewiesenes Vogelbrut- und -rastgebiet.
Eine Verlagerung des Bremerhavener Flugbetriebs nach Nordholz kommt für die Bürgerinitiative ProLuneort nicht in Frage. Hier haben sich Leute zusammengefunden, die auf dem Flugplatz Luneort arbeiten oder ihrem Hobby nachgehen. Sie betonen, dass sie nichts gegen den Schwerlasthafen hätten, bei den Planungen aber nicht vergessen werden wollen. So bangen beispielsweise Wassersportler um ihre Anleger oder Sportflieger und Hubschrauber-Besitzer um die Landebahnen. Aber in Luneort geht es auch um zirka 100 Arbeitsplätze, von denen bei einer Schließung des Flugplatzes wohl ein Großteil wegfallen würde.
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Radiobeitrag vom 21. September 2011
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12. Juni, 17:45 Uhr | EinsPlus
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