Messe "Leben und Tod" in Bremen
Popmusik baut Trauernden nach den Worten des Bremer Musikwissenschaftlers Ralf von Appen in besonderer Weise emotionale
Brücken zu verstorbenen Angehörigen oder Freunden. "Populäre Musik kann ganz hervorragend Trauer unterstützen", sagte von Appen in einem Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (EPD).
2012 kamen rund 3.400 Menschen zu der Messe.
Der Wissenschaftler ist einer der Referenten der Bremer Kongressmesse "Leben und Tod", die heute in Bremen beginnt. Mittlerweile habe sich ein Kanon von Stücken herausgebildet, die bei Trauerfeiern immer wieder gehört würden, erläuterte er. "Zu diesen neuen Klassikern gehören 'My heart will go on' von Celine Dion und 'Candle in the Wind' von Elton John."
Messe "Leben und Tod"
Link zur Webseite
"Richtige Trauermusik" sei deshalb längst nicht nur Klassik vergangener Jahrhunderte, betonte der 38-Jährige. Popmusik bewege die Menschen ganz anders als Literatur oder Architektur. "Wenn ich schon traurig bin, weckt sie zusätzlich Erinnerungen und kann mich zum Weinen bringen, was dann als Katharsis, als reinigend für die Seele empfunden wird." Songtexte könnten überdies zu Gesprächen und damit zur Auseinandersetzung mit Tod und Trauer führen – "auch und gerade, wenn man selbst nicht die richtigen Worte findet".
Ein Song gebe Freiraum für Fantasien und lasse sowohl positive Erlebnisse und tröstende Situationen als auch tiefe Trauer und starken Schmerz aufscheinen. Im Internet bringt Popmusik Trauernde nach Beobachtung Experten sogar dazu, selbst aktiv zu werden. So luden viele zum Song "Nur zu Besuch" von den Toten Hosen auf Youtube eigene Musikvideos hoch. Viele sähen das als eine Art letzte Botschaft ins Jenseits, meint von Appen. "Sie sprechen in der Ich-Form ein Du an: Was ich Dir noch sagen wollte. Dadurch entsteht im Netz ein kleines Denkmal."
Wichtig sei immer die persönliche Beziehung zur Musik. "Es gibt keine musikalische Hausapotheke, keine feststehende Liste von Titeln, die entspannen oder Emotionen auslösen." Heilsam sei zusätzlich die Gemeinschaft einer Trauerfeier, in der die Musik gehört werde. "Das schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl und lässt mich spüren, dass ich mit meinem Schmerz nicht alleine bin."
Referenten
Unter anderen sprechen Franz Müntefering (Ex-SPD-Chef), Pater Anselm Grün (Benediktinerpater und Buchautor) und Renke Brahms (Bremische Evangelische Kirche).
Popmusik könne sogar als hilfreiche Sterbebegleitung wirken, fügte von Appen hinzu und verwies auf das Album "Ain't no grave" von Johnny Cash (1932-2003). Der legendäre US-amerikanische Country-Sänger und Songschreiber litt lange an einer schweren Krankheit und musste zusätzlich den Tod seiner Ehefrau June verkraften. "Der Bogen in den letzten Liedern von Cash spannt sich von einer düster klingenden Verweigerung des Todes über einen sanften Abschied bis zum friedvollen Trost", sagt von Appen. "Am Ende steht die Botschaft: Alles wird gut. Das kann bei betroffenen Hörern große Wirkung haben."
Streit um die Stadtautobahn 281
Seit fast 30 Jahren streiten Anwohner, Behördenvertreter und Politiker über den Weiterbau der Stadtautobahn 281. Hier eine Chronologie der jüngsten Ereignisse. Mehr...
Bremer Brechmittel-Prozess
Ein Bremer Arzt im Polizeidienst wurde zweimal für den zwangsweisen Brechmittel-Einsatz an einem mutmaßlichen Drogen-Dealer freigesprochen. Beide Urteile hat der Bundesgerichtshof kassiert. Jetzt befindet sich der Fall in der dritten Runde. Mehr...
Streitfall Weservertiefung
Obwohl die Hafenwirtschaft entlang des Flusses schon lange ungeduldig auf die ersten Bagger wartet, konnten die Richter am Bundesverwaltungsgericht noch keine Entscheidung fällen. Wir haben zusammengefasst, was dafür und was dagegen spricht. Mehr...
Rocker-Dossier
Die Rocker im Nordwesten stellen aus Sicht der Polizei eine permanente Gefahr dar. Denn sie sind in der organisierten Kriminalität aktiv. Ob dagegen Verbote helfen, die Schließung von Klubhäusern oder Razzien – die Experten sind sich nicht einig. Mehr erfahren Sie hier. Mehr...
Ein Haushalt mit Risiken
Finanzprobleme hat Bremen genug. Trotz aller Anstrengungen wächst der Schuldenberg weiter. Sparen ist also "oberstes Gebot". Trozdem fordern Politiker mehr Geld für Schulen und Krankenhäuser. Wie groß ist der Schuldendruck also wirklich? Mehr...
Recherche-Redaktion
Wo stimmt etwas nicht? Auf welches Thema möchten Sie uns hinweisen? Wo sollen wir nachhaken? Schreiben Sie an unsere Recherche-Redaktion – oder rufen Sie uns an. Mehr...
Jetzt läuft
Streit ums Grundwasser in Holdorf
Die Brunnen der Gemeinde Holdorf liefern den größten Teil des Wasserbedarfs der Region Vechta. Nun sollen noch mehr Brunnen noch mehr Grundwasser abpumpen. Viele Anwohner beklagen aber schon jetzt, dass ihre Felder vertrocknen und der Wasserspiegel ihres Badesees sinkt. Welche Folgen hat es, wenn immer mehr Grundwasser aus dem Boden gepumpt wird? Wir diskutieren live vor Ort. Mehr...
29. Mai, 15:05 Uhr | Nordwestradio
Info: Die Rundschau
Sendezeit:
Mo. - Fr., 7, 8, 12, 16, 17 Uhr
Info: Nordwestradio Journal
Sendezeit:
Mo., - Fr.,
6:05 - 9 Uhr
12:08 - 13 Uhr
17:08 - 18:30 Uhr
Sa.,
8:05 - 9 Uhr
12:05 - 13 Uhr
Podcasts
Hier können Sie die neuesten Politik-Beiträge hören – wann und wo Sie wollen. Mit einem Download auch so oft Sie wollen. Mehr...
Soziale Netzwerke
Sie finden Radio-Bremen-Nachrichten nicht nur hier, sondern auch bei Twitter, Facebook, Google Plus und Youtube. Mehr...
radiobremen.de für unterwegs
Unter "m.radiobremen.de" sind wir nun auch mobil abrufbar. Damit kommen wir vielen Internetnutzern entgegen. Testen Sie es einfach mal aus! Mehr...
Jetzt auf radiobremen.de
Robin Dutt in der Stadt: Werder Bremen präsentiert seinen neuen Trainer
Betriebsversammlung bei ENO: Mitarbeiter wollen bessere Arbeitsbedingungen
Streit um Beratungsstelle: SPD-Fraktionschef will Rat-und-Tat-Zentrum halten
Bremer Delegation in der Türkei: Böhrnsen findet es wichtig, "sich mal sehen zu lassen"