Teures Wohnen in Bremen?
In Bremen steigen die Mieten. Damit liegt die Stadt voll im Trend. Denn in fast allen deutschen Metropolen werden höhere Mietpreise mittlerweile zum Problem. Betroffen sind vor allem sozial Schwächere und alte Menschen mit geringer Rente. Vor diesem Hintergrund werden in Bremen auch ein "Mietspiegel" und Maklergebühren diskutiert.
Bezahlbare Wohnungen in Bremen will der Mieterschutzbund.
Das Nordwestradio hat die steigenden Mieten am 6. Februar 2013 in der Sendung "Unterwegs" umfassend thematisiert. Was kann, sollte und macht die Politik gegen die steigenden Mieten? Eine ältere Dame, die bei der Live-Sendung des Nordwestradios im Publikum sitzt, ist empört. Denn sie weiß nicht, wie lange sie sich ihre Wohnung im Bremer Stadtteil Schwachhausen noch leisten kann. "Wir sind völlig hilflos. 2004 war die erste Mieterhöhung, 2007 die zweite, 2011 die dritte und nun steht uns die vierte bevor", so die Hörerin.
Wenn die Mieten immer höher steigen
Kann und soll die Politik hier eingreifen?
"20 Prozent Aufschlag auf die Miete, alle drei Jahre. Das ist kein Einzelfall", sagt Gert Brauer vom Bremer Mieterschutzbund. Er hat immer wieder Mieter in seiner Sprechstunde, die nicht mehr weiterwissen. Mit einem Mietspiegel wären solche Mietsteigerungen nicht ohne weiteres möglich, sagt Brauer. Denn ein Mietspiegel gibt die ortsübliche Miete an und weist Vermieter damit bei unangemessenen Forderungen in die Schranken. Nur: in Bremen gibt es keinen Mietspiegel. Dies diskutieren auch die Bremer Grünen. Einige von ihnen wollen einen solchen Mietspiegel in Bremen per Gesetz verankern.
Transparenz auf dem Wohnungsmarkt
Debatte um Bremer Mietspiegel.
Bei Neuvermietungen in Bremen fordert Rechtsanwalt Brauer vom Mieterschutzbund außerdem eine Mietobergrenze. Die Vermieterseite, der Verband "Haus & Grund", hält einen Mietspiegel auch für sinnvoll. Bernd Richter von der Eigentümer-Gemeinschaft ist aber gegen eine Mietobergrenze für neue Wohnungsverträge. "Wenn Sie so argumentieren, dann werden sie erleben, dass wir nur noch Slums haben, weil kein Geld mehr in die Bestandswohnungen investiert wird. Man muss beachten, bei Neuvermietungen geht in der Regel auch eine Modernisierung vor", so Richter. Beispielsweise eine Badsanierung oder neue Böden kosteten Geld und deswegen müssten manche Mieten erhöht werden.
Video: 700.000 Wohnungen fehlen
Einstellungen, Infos und Kommentare
In den Bundesgesetzen aus Berlin gibt es aber auch eine Erleichterung für Mieter. So dürfen in Regionen mit besonders angespanntem Wohnungsmarkt, Mieten alle drei Jahre nur noch um 15 Prozent steigen. Dies kritisiert Susanne Wendland von den Bremer Grünen in der Sendung des Nordwestradios. Sie bezweifelt, dass sich durch dieses Gesetz der Mietmarkt entspannt. Sie fordert, genauso wie der Mietervertreter Gert Brauer eine Mietobergrenze bei neuen Wohnungsverträgen. "Das Mietrecht kann ein Hebel sein, um Wohnungen bezahlbar zu halten", sagt Robert Bücking. Er ist Ortsamtsleiter in Bremen-Mitte. "Als erstes muss man bauen. Man muss drauf achten, dass die Wohnungsgrößen nicht ins aberwitzige steigen." Mieter und Vermieter haben ein gemeinsames Interesse, sagt Bücking: Stadtviertel müssen integrierend wirken. Das bedeutet laut Bücking auch, dass Wohnungen in verschiedenen Preisklassen zu haben sind.
Unternehmer und Privatleute finden auch in Bremen nur selten Objekte ohne Maklergebühr.
In Bremen sorgen momentan auch Maklerkosten für Kritik und Gesprächsstoff. Die bremische rot-grüne Koalition könnte sich demnächst über den Bundesrat auf nationaler Ebene dafür einsetzen, dass Maklergebühren in Zukunft komplett vom Vermieter bezahlt werden müssen. Eine entsprechende Vorlage hat die Wirtschaftsdeputation erarbeitet.
Weitere Informationen:
Auftraggeber sollen Maklergebühren zahlen
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Info: Nordwestradio Journal
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Sa.,
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