Überwintern auf der Straße
Die Innere Mission bittet alle, die Obdachlose auf der Straße treffen, sie anzusprechen und gegebenenfalls Kontakt zu Helfern zu vermitteln. Dringend benötigen die Betroffenen dicke Schlafsäcke, Decken, Mäntel, Pullover, Handschuhe oder warme Hosen. Auch Geldspenden sind ausdrücklich erwünscht. Wer helfen möchte, findet hier nähere Informationen:
Video: Obdachlose in der Kälte
Einstellungen, Infos und Kommentare
Video: Busfahren gegen die Kälte
Einstellungen, Infos und Kommentare
In diesem Winter sind die Temperaturen unter minus zehn Grad Celsius gesunken. Deshalb hat die Bremer Straßenbahn AG eine ungewöhnliche Maßnahme ergriffen: Ab sofort dürfen sich Wohnungslose in Bussen und Bahnen aufwärmen – kostenlos.
Für alle, die "Platte machen", sprich ganzjährig draußen schlafen, bietet das Jakobushaus für kleines Geld warme Getränke, Essen und Betten zum Übernachten. Der mächtige, quadratische Plattenbau in der Friedrich Rauers-Straße wird auch Papageienhaus genannt. Die Einrichtung gehört zur Inneren Mission. Hierher kommen alle, die keinen festen Wohnsitz haben. 45 warme Betten stehen zur Verfügung, im Winter bei Bedarf zusätzliche 25. Normalerweise müssen bestimmte Vorraussetzungen erfüllt werden, wenn jemand hier übernachten will. Aber im Winter, bei klirrender Kälte wird hier niemand weggeschickt. Andere Schlafmöglichkeiten bietet zum Beispiel die Zentrale Fachstelle Wohnen.
Hilfe für Wohnungslose
Verein für Innere Mission in Bremen
Von der Domsheide bis zum Hauptbahnhof sind die Suppenengel im Einsatz.
Die Bremer "Suppenengel" kümmern sich um die Obdachlosen, weil die Unterkünfte in der Regel erst am frühen Abend öffnen. Tagsüber gibt es in Bremen für Wohnungslose nur wenige Anlaufstellen, wo sie mehrere Stunden im Warmen verbringen können. Damit die Betroffenen etwas Warmes in den Bauch bekommen, sind die "Suppenengel" viermal in der Woche mit Fahrrädern in der Innenstadt unterwegs, um heiße Getränke und Suppe an Bedürftige zu verteilen. 200 Portionen können sie auf ihren Anhängern verstauen. Auch warme Handschuhe und dicke Jacken bringen sie mit.
Bremer Suppenengel
Initiative für Obdachlose und Bedürftige
Zweimal pro Woche ist Sprechstunde im Jakobushaus. Hier wird jeder behandelt - kostenlos. Mit Spendengeldern werden die Medikamente finanziert, sowie die obligatorischen zehn Euro Praxisgebühr. Das Behandlungszimmer ist schmucklos aber funktionell. Der Arzt Georg Kückelmann ist Mitgründer des Vereins Medizinische Versorgung Obdachloser (MVO) und kennt die Nebenwirkungen des Winters für Obdachlose: Seine Hilfe wird in der kalten Jahreszeit häufiger in Anspruch genommen, weil akute Beschwerden auftreten. Viele haben Durchblutungsstörungen, die dann durch die Kälte zu Geschwüren führen. Auch Lungenentzündungen sind nicht selten. Dennoch lassen sich einige nicht überreden, nach der Behandlung zu bleiben. Zimperlich ist keiner seiner Patienten. Viele haben nichts mehr zu verlieren.
Medizinische Versorgung
Bremer Verein zur Förderung der medizinischen Versorgung Obdachloser
Es gibt in Bremen verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten für Obdachlose. Manche bleiben dennoch lieber auf der Straße. Auf die Frage nach dem Warum antworten sie: "Wir lassen uns nicht einsperren und verlassen uns lieber auf unsere Kumpels als auf irgendeine Einrichtung". Wer auf der Straße lebt, hat oft kein Vertrauen mehr. In nichts und niemanden. Beliebte Schlafplätze sind der Bürgerpark, der Rhododendron-Park oder anderen Plätzen, die die Männer ungern preisgeben. Denn Angst - mehr vor Überfällen als vor der Kälte - haben sie doch, auch wenn sie es nicht zugeben wollen. Deshalb bleiben sie auch immer in Gruppen. Eine warme Suppe oder einen Schlafsack nehmen sie gerne an.
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Porträt Werner Cerny. Er leitet seit 35 Jahren das Jakobushaus.
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12. Juni, 17:45 Uhr | EinsPlus
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