Zwei Wochen zur Einsicht
Die Pläne für die geplante Vertiefung der Weser werden in 35 Städten und Gemeinden entlang des Flusses ab 11. August öffentlich ausgelegt. Zwei Wochen lang kann der etwa 1.700 Seiten umfassende Planfeststellungsbeschluss eingesehen werden, teilte die Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nordwest in Aurich mit. Zuvor hatten im Juni 2011 die Länder Niedersachsen und Bremen ihr Einvernehmen mit der Planung erklärt. Nach dem Ausbau sollen größere Containerfrachter als bisher die Häfen zum Beispiel in Bremerhaven, Brake und Bremen erreichen können. Das von Naturschützern kritisierte Projekt kostet etwa 50 Millionen Euro, die der Bund finanziert.
| Tiefgang bei | bisher | künftig geplant |
|---|---|---|
| Bremerhaven | 12,8 Meter | 13,5 Meter |
| Brake | 11,9 Meter | 12,8 Meter |
| Bremen | 10,7 Meter | 11,1 Meter |
Schon während der öffentlichen Auslegung der Pläne soll mit den Vorbereitungen für die Arbeiten im Herbst 2011 begonnen werden. Das Ausbaggern soll neun Monate dauern. Bis alle Maßnahmen abgeschlossen sind, werden drei Jahre vergehen.
2008 waren nach der Auslegung der ergänzenden Planunterlagen nach Angaben der Wasser- und Schifffahrtsdirektion mehr als 1000 Stellungnahmen und Einwendungen eingegangen. Die Ververtiefung ist umstritten.
Hier wird der Plan zur Weseranpassung ausgelegt [PDF, 56 Kb]
Pressemitteilung der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung
Gegen eine Weservertiefung sprechen in erster Linie ökologische Aspekte: Landwirte befürchten, dass der Meersalzgehalt im Flusswasser noch weiter ansteigen wird und somit das Weserwasser nicht mehr als Trinkwasser für das Vieh zu gebrauchen wäre. Mehr zu diesem Thema im Nordwestradio-Beitrag:
Neues Bewässerungssystem in der Wesermarsch notwendig, [3:06]
Die Deichverbände sorgen sich hingegen um die schnellere Strömung und einen größeren Tidenhub, den die Vertiefung mit sich bringen würde.
Der größere Tidenhub ist auch ein Argument der Umweltverbände gegen die Vertiefung: Er bedeutet eine weitere Vernichtung von Lebensräumen für Vögel, Fische und Uferpflanzen. Der Bund Umwelt und Naturschutz (BUND) hält eine Weservertiefung nicht nur für eine ökologische Katastrophe, sondern auch für ökonomisch unsinnig, weil es demnächst den Tiefwasserhafen an der Jade geben wird. Außerdem würden von dem Ausbau der Unterweser nur zwei Unternehmen profitieren. Nach Meinung des BUND zu wenig, um den Ausbau und die damit verbundenen Kosten von 20 Millionen Euro zu rechtfertigen. Er kündigte eine Klage an.
Für eine Weservertiefung ist in erster Linie die ansässige Hafenwirtschaft. Ihr Argument: Die Frachter, die auf der Weser fahren, werden immer größer und haben somit auch mehr Tiefgang. Deshalb können die voll beladenen Frachter momentan nur bei Flut die Häfen Bremen, Brake, Nordenham und Bremerhavens Containerkaje sicher erreichen. Nach einer Vertiefung der Fahrrinne könnten die Frachter dann voll beladen werden. Das bedeutet für die Firmen eine Kostenersparnis und somit die Sicherung von Arbeitsplätzen. Es stärkt ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Konkurrenten wie Rotterdam oder Antwerpen. Ihrer Meinung nach reicht der Jade-Weser-Port als alleiniger Tiefwasserhafen nicht aus.
Chronologie der politischen Auseinandersetzung:
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12. Juni, 17:45 Uhr | EinsPlus
Info: Die Rundschau
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Info: Nordwestradio Journal
![Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen] Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen]](/nordwestradio/sendungen/nordwestradio_journal/journal104_v-mediateaser.jpg)
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