Probleme bei der Post
"Wenn der Postmann zweimal klingelt." Ein Filmdrama aus den 1980ern. In Bremen und einigen anderen Orten klingelt er inzwischen manchmal gar nicht mehr. Auch ein Drama. Für die, die auf wichtige Post warten. Die Briefträger beklagen zu wenig Personal. Die Post sagt, es seien gerade erst 200 neue Mitarbeiter eingestellt worden.
Ein Briefzusteller aus Bremen schildert seinen Arbeitsalltag. Jeden Morgen stellt er sich die Frage: "Was erwartet dich gleich wieder an Volumen? Schaffst du das? Oder musst du deine Tour wieder vorher abbrechen." Richtig gelesen. Abbrechen. Das Arbeitszeitgesetz schreibt vor, dass nach zehn Stunden Schluss ist. Dann gibt es einen Brief halt nicht innerhalb der versprochenen 24 Stunden – sondern später. Manchmal sehr viel später.
"Das ist in den vergangenen Monaten immer wieder vorgekommen", sagt Hermann Warnken. Er ist Betriebsratsvorsitzender der Briefpost in Bremen. Die Zahl von 200 neuen Mitarbeitern bei der Post kann er sich nicht erklären. "In der Zustellung ist kein neuer eingestellt worden. Wenn nur einzelne und das punktuell." Die Misere sei entstanden, weil auch bei befristet Beschäftigten die Verträge nicht verlängert worden seien. Er drückt jetzt aufs Tempo und fordert mehr Personal.
Von Problemen bei der Zustellung will die Post nichts wissen. Ein Sprecher erklärt: "Im Oktober gab es einen erhöhten Krankenstand. Von ausgeschiedenen Mitarbeitern mit Zeitvertrag kann auch keine Rede sein." Es steht Aussage gegen Aussage.
Am Sonnabend gab es jetzt eine Betriebsversammlung. Dort haben die Postzusteller ihren Protest formuliert. Einer von ihnen sagt: "Es geht ums Geld wie überall in der Wirtschaft. Die Frage ist nur, wie viel kann man noch einsparen, oder ist die Grenze nicht schon überschritten."
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