Bremer Autor ändert sein Buch
Die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) und der Bremer Journalist Wilfried Huismann haben ihren Rechtstreit beendet. Sie einigten sich außergerichtlich darauf, 21 Textstellen zu streichen oder zu überarbeiten. Die Kernaussage bleibe aber bestehen. Huismann wirft der großen Umweltschutzorganisation vor, der Natur eher zu schaden als ihr zu helfen.
Video: Schwarzbuch WWF: Autor ändert Manuskript
Einstellungen, Infos und Kommentare
Mehrere Wochen lang haben beide Seiten über die kritischen Textstellen verhandelt. Dabei ging es "nur um Detailformulierungen, die in Abstimmung mit allen Beteiligten nun unmissverständlich dargestellt" würden, erklärt das Gütersloher Verlagshaus. Der WWF sieht in einer Neuauflage zwar immer noch keine "differenzierte Auseinandersetzung" mit seiner Arbeit, aber er werde Huismanns Meinungsäußerungen hinnehmen. "Der Autor formuliert nicht ausgewogen, sondern neigt zu Polemik und Übertreibungen", heißt es weiter in der Presseerklärung der Naturschutzorganisation. Im Oktober erscheint die dritte Auflage vom "Schwarzbuch WWF". Bis dahin bleibt die ursprüngliche Version weiter im Handel.
Mit dem Panda-Logo wirbt der WWF für Natur- und Artenschutz. Doch was passiert wirklich in den Regenwäldern? Wilfried Huismann reiste dazu nach Borneo (Indonesien) und schaute sich vor Ort die Palmöl-Gewinnung an. In seinem "Schwarzbuch WWF" prangert der Bremer Filmemacher die Geschäftspraktiken der Umweltstiftung WWF an. Darin kritisiert er die Vergabe eines Zertifikates für nachhaltiges Palmöl über einen Runden Tisch, an dem auch der WWF sitzt. Ohne die Umweltorganisation würde dieser Nachhaltigkeitsschwindel gar nicht funktionieren, so Huismann. Denn genau dort, wo die Ölbaum-Plantagen entstanden sind, musste Regenwald weichen und damit auch bedrohte Tierarten wie der Orang-Utan.
Gegen Huismanns Vorwürfe wehrte sich der WWF und beantragte eine einstweilige Verfügung beim Landgericht Köln. Sogar Buchhändler und Online-Portale forderte die Organisation auf, das Buch aus dem Sortiment zu nehmen. Zunächst folgten sie diesem Wunsch, aber wegen der ungewöhnlich großen Nachfrage änderten sie ihre Meinung. Mittlerweile läuft der Verkauf so gut, dass Huismanns "Schwarzbuch WWF" ein Bestseller geworden ist.
Das Gericht legte den beiden Streitparteien eine gütliche Einigung nahe. Der WWF forderte Änderungen in mehreren Einzelpunkten. Die Richter können zwar einen Teil der vorgebrachten Einwände nachvollziehen, unterstrichen aber gleichzeitig, dass sich die Organisation Kritik gefallen lassen müsse.
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