Porträt eines Aktivisten
Wir stellen Menschen vor, die sich gegen Rechtsextremismus stark machen. Diesmal die Mitglieder des Wilhelmshavener "Netzwerks gegen Rechts". Das ist ein loses Bündnis von Menschen, die viel Zeit investieren, um die rechte Szene zu beobachten und im Ernstfall möglichst schnell handeln zu können. So gelang es ihnen zum Beispiel, einen NPD-Parteitag zu stören und den Anführer einer rechten Schlägerbande vor Gericht zu bringen.
Auf der Homepage stopp-rechts.de können rechte Aktivitäten gemeldet werden.
Blonde Haare, Igelfrisur, Schnauzbart und braune Lederstiefel über dem T-Shirt ein aufgeknöpftes schwarzes Hemd. Wenn man dem Sozialpädagogen Tim Sommer begegnet, denkt man schnell an Detektivserien aus den 80er Jahren zurück. So wie Magnum. Und einen detektivischen Spürsinn hat der 43-jährige Wilhelmshavener in seinem Kampf gegen Rechts auch entwickelt. Seine alltägliche Arbeit bestehe aus viel Beobachtung und Recherche. Er zählt auf, womit er sich beschäftigt: Vergangenheit, Gegenwart, rechtsradikaler Musik, aber auch mit aktuellen parteipolitischen Entwicklungen. Mit diesem breiten Aufgabenfeld seien er und seine Mitstreiter schon ganz gut ausgelastet. Sie engagieren sich im "Netzwerk gegen Rechts" - ein loses Bündnis von Menschen aus Wilhelmshaven und Umgebung. Sie investieren viel Zeit darin, die rechte Szene zu beobachten, um möglichst schnell handeln zu können.
So zum Beispiel verlegte im Mai 2010 die NPD innerhalb eines Tages ihren Parteitag von Bad Gandersheim nach Wilhelmshaven. Nur wenige Stunden bevor es losging, hatten die Mitglieder des Netzwerks davon erfahren. Sie versammelten sich vor dem Gebäude, in dem der Parteitag abgehalten wurde und störten die NPD-Mitglieder mit lautstarken Rufen und Pfeifkonzerten. Stolz berichtet Tim Sommer: "Wir haben es geschafft, an einem Muttertag von morgens bis abends bis zum Ende der Veranstaltung uns vor Ort bemerkbar zu machen und der NPD das Leben so schwer wie möglich zu machen."
Das "Netzwerk gegen Rechts" informiert die Bevölkerung immer wieder über neue Treffpunkte der Rechten und macht auf ihre kriminellen Aktivitäten aufmerksam. Das Problem sei aber, dass es in der Stadt Wilhelmshaven und der Region "ein gewisser Bodensatz an Rechten" existiere, der "jederzeit wieder bereit und in der Lage ist, jemandem hinterherzulaufen." Das bewies in den vergangenen zwölf Monaten ein inzwischen stadtbekannter Neonazi. Obwohl er vorher keine Verbindung zu Wilhelmshaven hatte, scharte er eine Gruppe von zehn Leuten um sich. Tim Sommer berichtet: "Es fing eben an mit Hakenkreuzschmierereien, mit rechten Aufklebern in der Stadt, dann gingen die ersten Schaufensterscheiben zu Bruch mit entsprechenden Hakenkreuzschmierereien, es folgten dann die ersten körperlichen Übergriffe auf einen Rollstuhlfahrer zum Beispiel." Letztlich führte auch das Engagement des Netzwerkes dazu, dass der Anführer der Gruppe vor Gericht stand und nun im Gefängnis sitzt.
Erfolge wie diese sind es, die Sommer antreiben weiterzumachen: "Es erfüllt mich es erfüllt uns mit Freude, wenn wir sehen, dass wir was erreichen. Natürlich würde es uns viel mehr Spaß machen, unsere Zeit in der Sonne zu verbringen und festzustellen, dass wir nicht gebraucht werden."
Wilhelmshavener Netzwerk gegen Rechts, [2:44]
Beitrag von Frank Jakobs
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