Baskets Oldenburg
Aktuell Rang zwei in der Basketball-Bundesliga, in der EuroChallenge stehen sie im Halbfinale, Head-Coach Sebastian Machowski wurde jüngst zum Bundesliga-Trainer des Jahres gewählt und am Samstag können sie erstmals in ihrer neuen Arena spielen: Kurzum die Baskets Oldenburg sind zurück in der Erfolgsspur. Warum das so ist, verriet Geschäftsführer Hermann Schüller im Sportblitz.
Video: Hermann Schüller im Sportblitz
Einstellungen, Infos und Kommentare
Radio Bremen: Alle Achtung Herr Schüller! Warum sind sie denn so gut?
Hermann Schüller: Ich bin immer ein bißchen vorsichtig mit der augenblicklichen Einschätzung. Wir haben ja auch zwei etwas schwierige Jahre hinter uns, und der Sport verläuft in seiner Entwicklung in Wellen. Im Moment läuft das sehr gut. Wir sind sehr glücklich über diese Entwicklung, aber wir haben auch hart dafür gearbeitet. Wir haben aus den Fehlern viel Richtiges gezogen und haben jetzt die richtigen Entscheidungen getroffen.
Radio Bremen: Ein Argument, das man immer wieder hört, ist diese mannschaftliche Geschlossenheit. Es hat sich wieder ein richtiges Team gefunden. Das war im vergangenen Jahr genau das Problem. Da hatten Sie tolle Einzelspieler, aber irgendwie waren das alles Egoisten. Ist diese mannschaftliche Geschlossenheit jetzt der Schlüssel zum Erfolg?
Video: Baskets Oldenburg in der Erfolgsspur
Einstellungen, Infos und Kommentare
Hermann Schüller: Ich denke, es gibt mehrere Schlüssel. Natürlich ist die wichtigste Voraussetzung, dass man die richtigen Spieler findet. Ich glaube, die Spieler, die wir zu dieser Saison hinzugenommen haben, dass sind eigentlich die Spieler, die auf der Aufbau-Position für eine vernünftige Struktur sorgen. Das sind Chris Kramer und Dru Joyce. Auf der anderen Seite haben wir Shooting Guards wie Julius Jenkins und Rickey Paulding, die das Spiel kreativer und dynamischer gestalten können.
Radio Bremen: Ist es denn eigentlich Zufall, dass eine Mannschaft in einem Jahr funktioniert und in dem anderen nicht? Gucken Sie da ganz gezielt drauf bei der Zusammenstellung der Mannschaft?
Hermann Schüller: Das ist eine ganz wichtige Frage. Wir gucken immer mehr und mehr auf den Charakter des einzelnen Spielers und welche Rolle er wahrnehmen kann. Ich bring mal ein ganz einfaches Beispiel: Wenn einer viel, viel redet in der Kabine, dann brauch ich nicht noch drei Leute, die auch viel reden, sondern auch noch zwei Leute, die möglicherweise zuhören. Ein sehr ausgewogenes System, über das wir uns immer wieder Gedanken machen, im Hinblick darauf, wer ergänzt wen. Jeder hat seine Rolle, und ich glaube, dass was wir jetzt haben, ist eine sehr, sehr gute Rollenverteilung.
Radio Bremen: Welche Rolle spielt denn der frisch gekürte Trainer des Jahres, Sebastian Machowski?
Hermann Schüller: Eine ganz entscheidende Rolle! Er macht gegenüber vielen anderen Trainern etwas ganz Wesentliches, er gibt den Spielern Verantwortung. Er hat auch die Fähigkeit, den Spielern zu vermitteln, dass sie eine Entscheidung treffen müssen. Er kann ja nicht alles von der Bank aus lösen. Ich denke, die Spieler sind mit Freude dabei.
Radio Bremen: Und jetzt sind Sie mit Freude in einer neuen Halle. Sie ziehen nämlich um. Erstes Heimspiel am Samstag in der neuen Halle, in die doppelt soviele Zuschauer passen. Sind Sie schon ein bißchen aufgeregt?
Hermann Schüller: Wir waren am Samstag in der neuen Arena und ich war beeindruckt. Wenn man die ganze Historie Revue passieren lässt, woher wir gekommen sind und wo wir jetzt stehen, dann ist das ein wahnsinniger Quantensprung. Es ist genau das, was ich mir eigentlich erhofft habe, dass man jetzt vor einem Publikum spielen kann, das gerne zum Basketball kommt. Wir haben in den letzten Jahren auch in der kleinen Arena aufgrund der guten Leistungen einen unheimliche Nachfrage aufgebaut. Und als wir vor vier Wochen begonnen haben, das Ticketing freizugeben, hatten wir innerhalb von zwei Stunden über 2000 Karten verkauft. Das bestätigt eindeutig, dass es viele Menschen gibt, die diesen schönen Sport sehen wollen.
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