Unmut über Hooligan-Prozess
In der Bremer Innenstadt haben am Mittwoch etwa 800 Menschen gegen rechte Gewalt demonstriert. Nach Radio-Bremen-Informationen blieb es dabei friedlich. Anlass der Demonstration ist ein Gerichtsverfahren vor dem Amtsgericht Bremen. Dort müssen sich seit vergangener Woche sieben rechtsgerichtete Hooligans für einen Überfall verantworten.
Den Angeklagten wird vorgeworfen, vor rund vier Jahren im Ostkurvensaal des Bremer Weser-Stadions eine Veranstaltung von vermutlich linksgerichteten Fussball-Fans überfallen zu haben. Dabei waren mehrere Menschen verletzt worden – einige von ihnen schwer. Zu Beginn des Prozesses in der vergangenen Woche waren Besucher von teilweise vermummten Unterstützern der Angeklagten fotografiert und bedroht worden.
Begonnen hatte die Demonstration am Eingang zum Ostkurvensaal, sie führte dann durch das Steintorviertel und endete vor dem Bremer Amtsgericht. Die Teilnehmer kritisierten die Justiz, die den Überfall vor vier Jahren als Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Fangruppen eingeordnet hatte. Für die Demonstranten aber war es eine eindeutig politisch motivierte Tat von stadtbekannten Nazi-Hooligans, die sich den Fußball als Plattform suchten. Durch den Protestzug sollte die Solidarität zu den Opfern des Überfalls gezeigt werden.
"Politisch motivierter Angriff"
Interview mit Ronny Blaschke
Bilder von der Demonstration gegen rechte Gewalt
Zum Auftakt der umstrittenen Verhandlung waren Sympathisanten der Angeklagten vermummt im Gerichtssaal erschienen und hatten Prozessbeobachter fotografiert und bedroht. Viele Fussball-Fans, insbesondere die, die der so genannten Ultraszene angehören, fürchteten daher weitere Gewalttaten der rechtsgerichteten Hooligans. Den Vorschlag des Vorsitzenden Richters vom ersten Prozesstag, die sieben angeklagten Hooligans mit Geldstrafen zu belegen, um so einen langwierigen Prozess zu umgehen, sehen viele als falsches Signal gegen rechte Schläger.
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Überfall auf Ostkurvensaal
Für den Überfall auf eine linke Fan-Gruppe bekommen die Angeklagten nur geringe Strafen. Geht die Bremer Justiz zu nachlässig mit der rechten Hooligan-Szene um? Mehr...
Berichte zum Hooligan-Prozess
"Politisch motivierter Angriff"
"Justizskandal", "beschämend", "schockierend". Einige der Reaktionen auf den Auftakt im Bremer Prozess um den Überfall auf eine Fan-Party im Ostkurvensaal des Weser-Stadions. Ronny Blaschke spricht von einem "politisch motivierten Angriff". Der Journalist und Experte für Rechtsradikalismus im Sport kritisiert auch die Richter. Mehr...
Zu viel Milde bei Hooligans?
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