Auswertung des Gästebuchs
Nach einem Überfall auf Bremer Fußballfans aus der linken Szene im Ostkurvensaal des Weser-Stadions im Jahre 2007 stehen sieben Hooligans aus der rechten Szene vor dem Amtsgericht. Drohgebärden im Gerichtssaal, Einschüchterung von Zeugen und möglicherweise nur geringe Strafen für die Angeklagten am ersten Prozesstag haben für Aufregung gesorgt. Geht die Bremer Justiz zu nachlässig mit der rechten Hooligan-Szene um? Hier eine Zusammenfassung des Gästebuchs.
Viele Einträge zeigen Unverständnis für das Verhalten der Justiz gegenüber den Angeklagten. "Simon Meiners" schreibt: "Die Bremer Justiz ist schon lange eine einzige Lachnummer, wenn es um Gewaltverbrechen von Banden und organisiertem Verbrechen geht. Mitglieder dieser Kreise können sich daher im Land Bremen höchst sicher und unangetastet fühlen." Für Empörung sorgte bei vielen auch die Dauer bis Prozessbeginn. "Blutgrätsche" hierzu: "Das ist ein Witz! Erst dauert es fast fünf Jahre, dann trauen sich Zeugen. Und das ganze geht vielleicht mit Geldstrafen zu Ende?"
Das geringe zu erwartende Strafmaß ist überhaupt ein Streitpunkt. "Calle" verlangt für die Vergehen "lebenslanges Stadionverbot und ein Jahr Haft!" Noch vehementer möchte "Werder-Fan" die Schläger bestrafft sehen: "Schwere Körperverletzung: Knast!!! Hausfriedensbruch: harte Geldstrafe und Haus- bzw. Stadionverbot!!!" Er fordert: "Macht diesem gewaltbereiten Mob, endlich den Gar aus!!!!" Damit spricht er vor allem der Mehrheit aus dem Herzen, die wie "Alex" fordert, dass die Justiz Gewalttaten nicht länger als Bagatellen abtun dürfe. Oder sich dieselbe Frage wie "Peter" stellt: "Justizia wieder auf dem rechten Auge blind?"
Doch nicht jeder Eintrag geht mit der Bremer Justiz hart ins Gericht. "Dr. Miseré" etwa führt aus, "dass das Gehabe um diesen Prozess jedweder nachvollziehbarer Grundlage entbehrt. Hier wird politischer Nonsens in der Bekämpfung intoleranter Auffassungen zur vorgeblich links(faschistischen) Ideologie." Und "Weser" schlägt in dieselbe Kerbe: "Es kann auch nicht sein, dass die Presse Gericht spielen will."
Eine Kritik, die auch "freund der freiheit" heftig vertritt: "Ich kann mich nicht erinnern, dass jemals so eine Kleinigkeit wie eine Streiterei unter Werderfans so ausgeschlachtet wurde wie es hier in den Bremer Medien geschieht!! Da weiß man von wo der Wind weht und zwar nur von Links!!"
Mathias Güldner, Fraktionschef der Grünen in der Bremischen Bürgerschaft, erneuerte derweil im Radio-Bremen-Magazin "buten un binnen" seine Einschätzung der Verhandlung als "Justizskandal": "Wenn man den Hintergrund kennt, wenn man weiß wie das Fanprojekt agiert, wie die Fans dort agieren und wer diesen Saal aus politischen Gründen überfallen hat, weiß man auch, dass das keine billige Schlägerei unter Fußballfans war, sondern ein politischer Überfall – und da hätte ich mir schon gewünscht, dass die Bremer Justiz angemessener mit diesem Fall umgeht."
Überfall auf Ostkurvensaal
Zu viel Milde bei Hooligans?
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Überfall auf Ostkurvensaal
Für den Überfall auf eine linke Fan-Gruppe bekommen die Angeklagten nur geringe Strafen. Geht die Bremer Justiz zu nachlässig mit der rechten Hooligan-Szene um? Mehr...
Berichte zum Hooligan-Prozess
"Politisch motivierter Angriff"
"Justizskandal", "beschämend", "schockierend". Einige der Reaktionen auf den Auftakt im Bremer Prozess um den Überfall auf eine Fan-Party im Ostkurvensaal des Weser-Stadions. Ronny Blaschke spricht von einem "politisch motivierten Angriff". Der Journalist und Experte für Rechtsradikalismus im Sport kritisiert auch die Richter. Mehr...
Zu viel Milde bei Hooligans?
Drohgebärden im Gerichtssaal, Einschüchterung von Zeugen und möglicherweise nur geringe Strafen für die Angeklagten am ersten Prozesstag haben für Aufregung gesorgt. Geht die Bremer Justiz zu nachlässig mit der rechten Hooligan-Szene um? Hier eine Zusammenfassung des Gästebuchs. Mehr...
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