Bremer Hooligan-Prozess
"Justizskandal", "beschämend", "schockierend". Einige der Reaktionen auf den Auftakt im Bremer Prozess um den Überfall auf eine Fan-Party im Ostkurvensaal des Weser-Stadions. Ronny Blaschke spricht von einem "politisch motivierten Angriff". Der Journalist und Experte für Rechtsradikalismus im Sport kritisiert auch die Richter.
"Ein falsches Signal", sagt Blaschke, dass Vermummte sich zum Autakt im Gerichtsgebäude aufgehalten haben. Es sei nicht unüblich, dass Angeklagte aus der rechten Szene versuchen, ihre Gegner einzuschüchtern. "Gerade in einer so kleinen Stadt wie Bremen versucht man eine Art Klima der Angst zu erzeugen", erklärt Blasche im Radio-Bremen-Intverview Einschüchterungsversuche wie das Fotografieren mit Handys.
Die Bremer Hooligan-Szene beschreibt er als besonders. Es sei eine "Mischszene" mit vielen Überschneidungen zwischen Rechtsradikalen, Hooligans und Rockern. Allerdings sei Bremen ein positives Beispiel, was den Umgang mit solchen Gruppen betreffe. Das 1981 gegründete Bremer Fanprojekt sei das älteste in Deutschland. Auch deshalb sei es gelungen, Rechtsradikale und Hooligans aus dem Stadion zu verdrängen.
Blaschke betonte, es sei besonders wichtig, rechtzeitig mit Jugendlichen zu arbeiten. Die seien besonders beeinflussbar und suchten mit 15 oder 16 Jahren häufig soziale Gruppen, zu denen sie sich zugehörig fühlen könnten. Jugendliche fühlten sich in Gruppenverbänden mächtiger und stärker. Da sei das auflehnende und rebellische, das von Hooligan-Gruppen ausgehe, besonders verführerisch.
Donnerstag steht der zweite Verhandlungstag an. Möglicherweise geht der Prozess dann schon zu Ende. Die Richter haben einen Deal vorgeschlagen. Nehmen Staatsanwaltschaft und Verteidigung an, würde es für die Angeklagten Geldstrafen geben - teilweise auf Bewährung.
800 Bremer demonstrieren gegen rechte Gewalt
Standpunkte zum Bremer Hooligan-Prozess
Auswertung des Gästebuchs auf radiobremen.de
Überfall auf Ostkurvensaal
Für den Überfall auf eine linke Fan-Gruppe bekommen die Angeklagten nur geringe Strafen. Geht die Bremer Justiz zu nachlässig mit der rechten Hooligan-Szene um? Mehr...
Berichte zum Hooligan-Prozess
"Politisch motivierter Angriff"
"Justizskandal", "beschämend", "schockierend". Einige der Reaktionen auf den Auftakt im Bremer Prozess um den Überfall auf eine Fan-Party im Ostkurvensaal des Weser-Stadions. Ronny Blaschke spricht von einem "politisch motivierten Angriff". Der Journalist und Experte für Rechtsradikalismus im Sport kritisiert auch die Richter. Mehr...
Zu viel Milde bei Hooligans?
Drohgebärden im Gerichtssaal, Einschüchterung von Zeugen und möglicherweise nur geringe Strafen für die Angeklagten am ersten Prozesstag haben für Aufregung gesorgt. Geht die Bremer Justiz zu nachlässig mit der rechten Hooligan-Szene um? Hier eine Zusammenfassung des Gästebuchs. Mehr...
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