Fußball-Bundesliga-Nordderby
In der Fußball-Bundesliga steigt am Wochenende das 97. Nordderby. Werder Bremen empfängt den HSV. Es geht um die "Nummer Eins im Norden", um bitter nötige erste Punkte, auch für die Hamburger. Für beide Teams also ein "Hochrisiko"-Spiel. Das ist es auch für die Bremer Polizei. 4.000 Hamburger Fans werden in Bremen erwartet, darunter sind laut Polizei auch Hunderte gewaltbereite Fans und Besucher.
Die Bremer Polizei will alle HSV-Fans auch diesmal geschlossen vom Hauptbahnhof zum Stadion und zurück bringen. (Archivbild)
Die Bremer Polizei setzt dabei nach eigenen Angaben, wie schon in den Vorjahren, auf "Deeskalation". "Die Fans beruhigen, sie geleiten. Wir haben da wieder einen offenen Brief an alle HSV-Fans geschrieben", sagt Dirk Siemering, Pressesprecher der Bremer Polizei. In ihm sind unter anderem Verhaltenstipps aufgeführt, wie man sicher ins Stadion und zurückkommt. Die Polizei bringt die Fans, sofern sie mit der Bahn anreisen, direkt vom Hauptbahnhof in Bussen zum Stadion.
Bremer Polizei schreibt an Fans [PDF, 45 Kb]
Offener Brief für mehr Sicherheit
Ein kostspieliges "Risikospiel"
Wer zahlt die Sicherheit ?
Falls es zu Ausschreitungen kommen sollte, sind Polizisten aus Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen im Einsatz. Mit dabei sind auch zwei Reiterstaffeln und Polizeihunde. Für die Sicherheit im Stadion selbst ist Werders Sicherheitsdienst "Elko" zuständig. Der kontrolliert die Fans auf die so genannten "Pyros". Diese bengalischen Feuer und andere Sprengkörper sind im Weserstadion strikt verboten. Laut Polizei werden bei den Kontrollen mehrere Sprengstoff-Spürhunde von Elko eingesetzt. Diese Hunde waren in Bremen erstmalig im November 2011 im Bundesliga-Spiel der Bremer gegen den 1.FC Köln im Dienst. Damals sagte Werder-Chef Klaus Allofs dazu im "Sportblitz" von Radio Bremen: "Pyros müssen unterbunden werden,Temperaturen von 1.000 Grad sind im Stadion nicht zu handhaben".
Fans wollen abfackeln und abfeiern
Pyro oder nicht Pyro? Netz und Szene sind gespalten
Auch wenn es zahlreiche Fußball-Fans gibt, die es völlig unverständlich finden, dass Feuerwerk im Stadion nicht gestattet ist: Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) und die Innenminister begrüßen die harte Haltung gegen die Pyros im Stadion. Unabhängig davon läuft allerdings nach wie vor eine Diskussion darüber, wer für die Polizeieinsätze bei Bundesliga- oder Pokalspielen aufkommen soll. Immer mehr Bürger und mittlerweile auch die Deutsche Polizeigewerkschaft (Dpolg) fordern, dass dies nicht mehr der Steuerzahler allein übernimmt. Vielmehr sollen sich laut der Gewerkschaft die Vereine selbst an allen Sicherheitskosten beteiligen. Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) unterstützt diese Forderung, sagt aber auch: "Dies scheiterte bislang an der ablehnenden Haltung der meisten anderen Bundesländer". Ein Alleingang Bremens sei nicht vertretbar.
Bremer Innensenator will Geld von Vereinen
"Alleingang" des Landes aber nicht denkbar.
Die Kosten für Polizeieinsätze bei Werder-Spielen belaufen sich nach Angaben von Polizeiexperten auf mehrere 10.000 Euro pro Heimspiel. Dazu kommen aber noch bei so genannten "Risikospielen" wie beispielsweise jetzt gegen den Hamburger SV immense Extrakosten. Diese liegen laut Harry Kuck von der Bremer Polizeigewerkschaft GdP bei mindestens 70.000 Euro für Einsatzkräfte aus anderen Bundesländern oder auch Reiterstaffeln.
Dichtes Gedränge vor dem Stadionbesuch
Viel Stress für Bundespolizei und Bahnmitarbeiter
Bei diesen hohen Summen für die Sicherheit bei Bundesliga-Spielen stellen viele Bürger und mittlerweile auch Politiker die Frage, ob sich die Vereine nicht an den Kosten für Polizeieinsätze beteiligen sollten. Der Liga selbst geht es wirtschaftlich gut. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) verkündete jüngst stolz: "Höchster Umsatz aller Zeiten".
Geldmaschine Profi-Fussball
Einnahmen steigen deutlich
Es gibt aber auch positive Effekte für die Stadt und die örtlichen Unternehmer. Denn jeder Fußball-Fan ist auch "Tourist". Er lässt Geld in Gaststätten, möglicherweise sogar bei der Übernachtung im Hotel. Laut Bremer Touristikzentrale gibt jeder Tagesgast in der Hansestadt im Schnitt knapp 34 Euro aus. "Wir sehen Fußball-Fans gerne in der Stadt", sagt Maike Lucas von der Bremer Touristik-Zentrale zu Radio Bremen. "Besonders als Werder noch international gespielt hat, da kamen viele ausländischen Touristen aus Spanien oder Italien zu uns. Die sind gerne an die Schlachte gegangen, in Restaurants und haben Museen besichtigt", so Lucas. Ob allerdings Hamburger Schlachtenbummler an diesem Wochenende zeitlich die Gelegenheit haben, Geld auszugeben, ist fraglich. Denn es gibt keinen Fanmarsch durch die Stadt zum Stadion.
Stadionwurst, Bier und Co.
Was Fans gerne haben
Den Marketing-Nutzen von Werder Bremen hat auch der Bremer Wissenschaftler Christoph Burmann untersucht. In einer Studie für die Universität Bremen hat er ermittelt, dass der Werbewert ein Jahr nach Werders Meisterschafts- und Pokalgewinn 2003/04 zwischen 9 und 15 Millionen Euro für die Stadt lag. Diese Summe dürfte nach Werders Goldenen Europazeiten allerdings mittlerweile wieder etwas gesunken sein. Aktuelle Zahlen liegen nicht vor.
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