15. Mai 2013, 19:15 Uhr | RB TV und NDR/RB
Sportblitz
Seit Mittwoch gehen Werder Bremen und Trainer Thomas Schaaf getrennte Wege. Dass diese Trennung erfolgen würde, war zuletzt ein immer wahrscheinlicheres Szenario geworden. Dass der Abschied so plötzlich und vor Saisonende vollzogen werden würde, kam dann doch einem Paukenschlag gleich. Klaus Filbry, Vorsitzender der Werder-Geschäftsführung, nahm am Abend nach der Bekanntgabe im Sportblitz Stellung.
Video: Klaus Filbry im Sportblitz
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Radio Bremen: Letzte Woche war Thomas Schaaf noch der beste Trainer, den Werder haben konnte. Diese Woche ist er es plötzlich nicht mehr. Woher kommt dieser Sinneswandel?
Klaus Filbry: Ich weiß nicht, ob es ein Sinneswandel ist. Wir haben uns am Montagabend intensiv mit Thomas Schaaf zusammengesetzt. Haben die Saison Revue passieren lassen. Haben überlegt, wie es weitergeht. Haben gemeinsam diskutiert. Und haben uns dann noch einmal eine Nacht gegeben, um zu überlegen, was passiert, wenn wir weitermachen. Am nächsten Tag sind wir wieder zusammengekommen, haben das noch einmal diskutiert. Wir haben dann gemeinsam die Entscheidung getroffen, dass es besser ist, nach Saisonende aufzuhören. Wir haben dann überlegt, wie machen wir weiter und an diesem Punkt war es der ausdrückliche Wunsch von Thomas Schaaf, mit sofortiger Wirkung aufzuhören. Wir haben diesem Wunsch entsprochen.
Radio Bremen: Diesem Wunsch haben Sie ziemlich radikal entsprochen. Schneller Abgang nach 14 Jahren, oder?
Klaus Filbry: Ja, aber das ist ja sein Wunsch gewesen. Es geht ja nicht darum, was wir wollen oder was die Medien für eine Erwartungshaltung haben, sondern es geht darum, was Thomas Schaaf wollte. Er hat sich sehr klar geäußert, dass er genau das so wollte und das haben wir respektiert.
Radio Bremen: Nochmal nachgefragt: Warum ist Thomas Schaaf nicht mehr der Richtige für das, was Sie in der Zukunft vorhaben?
Klaus Filbry: Wir haben die Situation analysiert. Wir haben drei Jahre keinen Erfolg gehabt. Wir haben eine sieglose Serie von zwölf Spielen gehabt und wir haben natürlich auch überlegt, was passiert, wenn wir die ersten Spiele der neuen Saison wieder nicht gewinnen. Dann kommen wir gleich in einen Negativstrudel hinein. Thomas Schaaf hat viele Erfolge mit Werder Bremen gefeiert und daran wird er auch gemessen. Ich glaube, wenn jetzt ein Neuer kommt, dann kann man auch einen Neuanfang machen. Dieser Neue wird erst einmal an der Situation gemessen, die wir jetzt haben und kann uns dann schneller wieder in ein positives Fahrwasser führen.
Radio Bremen: Werder Bremen verkauft das als einvernehmliche Trennung, aber in Wahrheit ist das eine Entlassung, oder?
Klaus Filbry: Nein, das ist keine Entlassung. Das ist eine einvernehmliche Trennung, weil der Trainer diese Entscheidung zu 100 Prozent mitgetragen hat.
Radio Bremen: Thomas Eichin sagte heute Mittag auf der Pressekonferenz, dass Schaaf von sich aus den Rücktritt nicht angeboten hätte. Auch die Spieler haben als Reaktion gesagt, dass sie verwundert gewesen wären, weil Schaaf schon auch sehr an dem Job hängt.
Klaus Filbry: Wir haben von einer einvernehmlichen Trennung gesprochen. Wir haben sehr intensiv zu viert zusammengesessen - die dreiköpfige Geschäftsführung und Thomas Schaaf - und Thomas Schaaf hat diesen Entschluss auch mitgetragen. Wenn wir gesagt hätten, 'Du musst weitermachen' dann wäre es eine andere Diskussion geworden, aber wir haben auch durchaus Signale von ihm bekommen, dass das für ihn auch so in Ordnung ist.
Radio Bremen: Wie finden Sie diesen Abgang durch die Hintertür? Sie haben gesagt, dass war sein eigener Wunsch. Trotz allem nach 14 Jahren ist das irgendwie mit einem Beigeschmack verbunden.
Klaus Filbry: Persönlich hätte ich ihm gewünscht, dass er sich bei einem Spiel verabschieden kann. Das haben wir ihm angeboten. Aber er hat für sich gesagt, dass er eine Video-Botschaft aufnehmen möchte, in der er sich bei Fans und Mitarbeitern bedankt. Er hat sich persönlich bei allen Mitarbeitern, den Spielern und der Geschäftsführung verabschiedet. Es war sein ausdrücklicher Wunsch, nicht mehr mit den Medien sprechen zu wollen. Wir müssen den Wunsch von Thomas Schaaf hier respektieren.
Radio Bremen: Wer wird denn der Neue? Es werden Namen gehandelt. Wie weit sind Sie? Haben Sie schon jemanden in petto?
Klaus Filbry: Wir fangen jetzt mit der Suche an. Wir möchten jemanden haben, der Aufbruchstimmung erzeugen kann. Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir in den nächsten zwei bis vier Wochen dieses Thema gelöst haben. Es wird eine externe Lösung sein, um einen positiven Einfluss von Außen zu bekommen. Den haben wir jetzt mit Thomas Eichin schon bekommen und das ist auch gut so.
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