Werder Bremen
Diesen Mann hatte wohl kaum einer auf dem Zettel - Werder schon. Die Bremer haben am Donnerstag Thomas Eichin als neuen Geschäftsführer Sport verpflichtet. Eichin ist seit elf Jahren Manager des Eishockey-Klubs Kölner Haie, jetzt wechselt er zurück in den Fußball. Denn Eichin spielte 15 Jahre für Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga, bestritt 180 Spiele. "Eishockey ist mein Beruf, Fußball meine Leidenschaft", sagt er.
Video: Thomas Eichin: Werders neuer Sportchef
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Damit haben die Bremer im dritten Anlauf einen neuen Sportchef als Nachfolger von Klaus Allofs gefunden. Nachdem zuerst Dietmar Beiersdorfer und Marc Kosicke absagten, tritt nun Thomas Eichin in die großen Fußstapfen von Allofs. "Ich habe großen Respekt vor der Arbeit von Klaus Allofs. Ich werde aber meinen eigenen Stil haben und versuchen Leistung zu bringen", sagt Thomas Eichin. "Ich musste nicht lange überlegen, als Werder mich kontaktiert hat. Fußball ist genau mein Ding und ich habe auf diese Möglichkeit immer gewartet", so der gebürtige Freiburger.
Eichins Vertrag bei Werder läuft bis zum 30. Juni 2016. Ein fixes Datum für seinen Amtsantritt gibt es aber nicht. Denn die Eishockey-Hauptrunde ist zwar Mitte März 2013 beendet, doch dann folgen die Playoffs. Schließlich gelten die Kölner Haie als Mitfavorit auf den Meistertitel. Eichin wird aber schon vorher für Werder Bremen da sein. "Wir werden uns da flexibel abstimmen", sagt Eichin.
Für den 46-Jährigen ist es der erste Manager-Job in der Fußball-Bundesliga. Doch das hat weder ihn noch den Aufsichtsrat abgeschreckt. "Wir haben für die Nachfolge von Klaus Allofs eine smarte Lösung angekündigt und sie mit Thomas Eichin gefunden", kommentierte Willi Lemke, Vorsitzender des Aufsichtsrats, das Ende der Suche. "Wir wollten etwas machen, auf das nicht jeder Klub gleich gekommen wäre." Lemke und Aufsichtsratsmitglied Hubertus Hess-Grunewald lobten am Donnerstag die Begeisterung Eichins in den Gesprächen und seine "Sturmerprobtheit bei den Kölner Haien".
Der Eishockey-Traditionsklub stand vor einigen Jahren finanziell kurz vor dem Ruin und dem Abstieg, mittlerweile sind die Haie wieder an der Spitze des deutsche Eishockeys angekommen. Mit wenig Geld viel machen - das hat er also gelernt. Während Eichins Amtszeit holten die Haie 2002 ihren achten Meistertitel, standen dreimal im Playoff-Finale und gewannen 2004 den deutschen Pokal. "Wir haben diesen Wunsch sehr schweren Herzens entsprochen. Thoms Eichin hat in den vergangenen Jahren herausragende Arbeit geleistet. Aber wir haben Verständis dafür", sagt Peter Schönberger, Sprecher der Gesellschafter des Klubs
Dass Eichin nicht von Beginn an Werders Wunschkandidat war, stört ihn nicht. "Ich wäre auch als Lösung Z gekommen", sagt er. Der Aufsichtsrat hatte Eichin nicht sofort auf dem Zettel, doch Anfang Dezember habe jemand einen Tipp gegeben, erinnert sich Willi Lemke. Nach der Absage von Marc Kosicke gab es dann ein erstes Gespräch mit Eichin in Bremen. Willi Lemke und Aufsichtsratsmitglied Marco Bode waren so begeistert, dass ein zweites mit dem Rest des Aufsichtsrates und der Geschäftsführung folgte. Da der neue Mann aber vor allem mit Thomas Schaaf eng zusammenarbeiten muss, fehlte noch das letzte Okay. Also reiste Eichin nach Salzburg um Thomas Schaaf in seinem Winterurlaub zu treffen. "Es ging darum, dass wir uns kennenlernen und schauen, ob das mit uns passen kann", sagt Eichin.
Thomas Eichin spielte 15 Jahre lang für Borussia Mönchengladbach, unterbrochen nur von einem kurzen Engagement als Leihspieler beim 1. FC Nürnberg. Daher kennt er Bremen als Gegner. "Ich habe die Philosophie des Vereins und die Strukturen immer verfolgt", sagte Eichin. Sein größter Erfolg war der Einzug ins DFB-Pokal-Finale 1992, das die Gladbacher gegen Hannover 96 verloren. Wegen seiner Ausleihe nach Nürnberg verpasste Eichin den Pokalsieg der Borussia 1995. Nach seiner Karriere als Bundesligaspieler arbeitete er ab 1996 drei Jahre lang im Marketing von Borussia Möchengladbach, ehe er 1999 ins Management der "Kölner Haie" wechselte. Zunächst war er Marketingleiter, seit 2001 hatte er die Position des Geschäftsführers inne.
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