Gut gerüstet für die Sixdays
Wissen Sie, worum es bei einer Jagd geht? Wie funktioniert Scratch und was macht die Côte d´Azur in Bremen? Nicht jeder Sechs-Tage-Rennen-Besucher ist auf dem Rad groß geworden. Glänzen Sie trotzdem mit Wissen rund um den Bahnrennsport. Wir haben wichtige Begriffe und Regeln zusammengefasst.
Wenn ein Fahrer-Duo das Sechs-Tage-Rennen gewinnen will, muss die "0" muss vorne stehen! Auf der Ergebnistafel werden zwei Zahlen angezeigt. Die erste zeigt den Rundenrückstand an, die zweite steht für die an den Tagen gesammelten Punkte. Das Team, das keinen Rundenrückstand aufweist, liegt also in der Gesamtwertung vorn. Aber auch Sprinter haben gute Karten auf den Gesamtsieg. Denn die Tagessieger beim Zeitfahren bekommen Bonusrunden gut geschrieben.
Folgende Rennen werden gefahren:
Derny
Beim Derny-Rennen wird die Luft in der Halle ziemlich schlecht. Denn die Radprofis fahren dann im Windschatten eines Motorrads. Es sind sogenannte Leichtmotorräder mit zusätzlichem Pedalantrieb (Dernies) als Schrittmacher. Derny-Rennen dürfen nur von lizenzierten Schrittmachern gefahren werden. Im Alter von 65 Jahren ist für sie mit diesen Rennen übrigens Schluss. So sehen es die Verbandsregeln vor. 2012 wurde das Rennen in Bremen wieder ins Programm genommen.
Einzelausscheidung
Die Fahrer starten gemeinsam, und zwar fliegend. Nach einer vorher festgelegten Anzahl von Runden scheidet jeweils der Fahrer aus (entscheidend ist das Hinterrad), der als letzter die Ziellinie überquert.
(Große) Jagd oder Madison
Das klassische Element bei einem Sechs-Tage-Rennen. Zwei Fahrer bilden ein Team und gehen gemeinsam auf Punkte-Jagd. In 45 Minuten versuchen sie, Rundengewinnen herauszufahren. Sie wechseln sich dabei alle paar Runden nach einer sogenannten Schleuderablösung ab. Wann, das entscheiden die Fahrer selbst. Das Zweier-Mannschaftsfahren gibt es seit 1899. Damals wurden die Zweier-Teams bei Sechs-Tage-Rennen eingeführt, nachdem bis dahin diese Rennen rund um die Uhr von einem einzigen Fahrer durchgeführt worden waren. Das erste Rennen mit Zweier-Teams gab es im New Yorker Madison Square Garden, weshalb bis heute die internationale Bezeichnung "Madison" benutzt wird.
Mannschaftsausscheidung
Alle zwölf Mannschaften gehen in das Rennen. Jeweils nach fünf Runden scheidet die letzte Mannschaft aus. Dieses Rennen wird jeden Abend gefahren.
Mitternachts- bzw- Loala-Sprint
Alle 24 Fahrer fahren wie auf einer Perlenkette aufgereiht hintereinander auf der obersten Bahnlinie entlang der Balustrade. Die Zuschauer werden von den Fahrern mit einer La-Ola-Welle angeheizt – dazu gibt es fetzige Partymusik. Nach 20 Runden sprinten alle Fahrer um den Mitternachts-Sieg.
Rundenrekordfahren (166-Meter-Zeitfahren)
Es ist das Rennen der Sprinter. Sie fahren dabei zwei Runden im Windschatten ihres Partners, um Tempo aufzunehmen. Entscheidend ist dann die dritte Runde. Diesen Wettbewerb tragen die Sprinter-Teams aus. 2010 umrundete der Leipziger Erik Mohs die Bremer Bahn in nur 8,79 Sekunden.
Scratch (Einzelfahren)
Scratch ist ein Einzelfahren über eine festgelegte Strecke. Der Start erfolgt fliegend. Es gewinnt der Fahrer, der die meisten Runden zurückgelegt hat. Bei Rundengleichheit entscheidet der Einlauf im Schlussspurt.
Wertungen
Die schnellsten Fahrer sammeln Punkte. Sofern nicht anders festgelegt, gibt es für die ersten vier Plätze 5, 3, 2 und 1 Punkt(e). Die Wertungen heißen bei den Sechs-Tage-Rennen auch Punktefahren.
Zeitfahren (500 Meter)
Ein weiteres Rennen für Sprinter. Der Kampf gegen die Uhr geht über drei Runden. Die Fahrer sind dabei gleichzeitig auf der Bahn und lösen sich einmal ab. Robert Bartko und Andreas Beikirch halten mit 58,589 Sekunden die Bestzeit.
Fakten und Begriffe
Côte d´Azur
Die Farbe der Côte d´Azur ist selbstverständlich hellblau. Sie ist allerdings nur 60 Zentimeter breit. Die Cote d´Azur ist der Streifen, den die Fahrer zum Anfahren nutzen. Sie gehört nicht zur eigentlichen Fahrbahn.
166,6 Meter
Die Bremer Holzbahn ist 166,6 Meter lang. Sie zählt damit zu den kürzeren im Radzirkus. Üblicherweise sind die Bahnen heute 200, 250 oder auch 333,3 Meter lang.
Gesamtstrecke
Ein Fahrer hat nach den sechs Tagen gut und gerne 1.000 Kilometer in den Beinen. Das entspricht in etwa der Strecke von fünf Etappen bei der Tour de France. Mit einem Unterschied: Bummeltempo gibt es auf der Holzbahn selten.
Höchstgeschwindigkeit
Für eine Runde auf der 166 Meter langen Bremer Bahn braucht der Leipziger Erik Mohs weniger als neun Sekunden. Das entspricht einer Geschwindigkeit von fast 68 Kilometern pro Stunde.
Mannschaft
Beim Sechs-Tage-Rennen bilden immer zwei Fahrer ein Team. Beide müssen dieselbe Nummer und dieselbe Trikotfarbe tragen.
Sprint
Der Sprint ist ein Kurzstreckenrennen für zwei Fahrer. Er geht über eine festgelegte Anzahl von Runden. Sieger ist, wer als erster die Ziellinie überquert. Die Zeit spielt keine Rolle. Dies führt dazu, dass die Fahrer oft in den ersten Runden extrem langsam fahren und sich nur belauern, teilweise sogar Stehversuche machen. Entscheidend sind dann der Antritt und die Endschnelligkeit (bis über 70 km/h).
Sprinterlinie (rot)
Der Außenrand der durchgehenden Sprinterlinie verläuft in einem gleichbleibenden Abstand von 90 cm vom Innenrand der Fahrbahn. Die Sprinterlinie begrenzt den Raum der Sprinter, der an der Innenkante der Bahn beginnt und die Sprinterlinie einschließt.
Steherlinie (blau)
Der Außenrand der durchgehenden Steherlinie verläuft in einem gleichbleibenden Abstand von einem Drittel der Fahrbahnbreite.
Sturz oder Defekt
Stürzt ein Fahrer oder streikt sein Rad, dann gibt es je nach Reglement verschiedene Optionen. Er kann seinen Lauf beispielsweise wiederholen. Wichtig: Er muss einen Defekt durch Armheben anzeigen.
Ziellinie (weiß)
Sie besteht aus einer 72 Zentimeter breiten, weißen Fläche. Genau in der Mitte befindet sich eine 4 Zentimeter breite, schwarze Linie. Die Ziellinie ist bis zum Innenrand der Côte d'Azur durchzuziehen und an der Balustrade hochzuführen.
Bremer Sechs-Tage-Rennen
Vom 10. bis 15. Januar 2013 ging es wieder rund in der Bremer Stadthalle. Radprofis, Stars und Sternchen trafen sich beim Sechs-Tage-Rennen. Robert Bartko und Peter Schep musste ihren Titel abgeben an Franco Marvulli und Marcel Kalz. Mehr...
Die neuesten Twitter-Meldungen
![Twitter-Logo [Quelle: Montage Radio Bremen] Twitter-Logo [Quelle: Montage Radio Bremen]](/wissen/twitter106_v-mediateaser.jpg)
Endergebnis 2013
| 1. Marvulli/Kalz 0 - 347 |
| 2. Lampater/Roberts 0 - 328 |
| 3. Bartko/Schep 0 - 302 |
| 4. Müller/Hester 1 - 257 |
| 5. Grasmann/Stöpler 3 - 150 |
| 6. Bengsch/Marquet 9 - 184 |
| 7. Mohs/Ciccone 12 - 159 |
| 8. Blaha/Hochmann 13 - 117 |
| 9. Barth/Graf 21 - 77 |
| 10. Edmüller/Kadlec 28 - 121 |
| 11. Thömel/Mørkøv 31 - 120 |
| 12. Schets/Hoffmann 47 - 90 |
Das Fahrerfeld 2013
24 Fahrer treten in Zweier-Teams an. Mit dabei sind auch die beiden Titelverteidiger Robert Bartko und Peter Schep. Mehr...
Audios und Videos
Regeln auf einen Blick
Wissen Sie, worum es bei einer Jagd geht? Wie funktioniert Scratch und was macht die Côte d´Azur in Bremen? Glänzen Sie mit Wissen rund um den Bahnrennsport. Wir haben wichtige Begriffe und Regeln zusammengefasst. Mehr...
Alle Artikel im Überblick
Alle Hintergründe zum Sechs-Tage-Rennen multimedial aufbereitet. Mehr...
6-Tage TV Spezial ab 19 Uhr
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Radio Bremen zeigt vom 10. bis 16. Januar 2013 eine Sondersendung rund um die Höchstleistungen auf der Bahn und die Party in den Hallen. Im Studio moderieren Katja Runge und Felix Krömer. Hallenreporter vor Ort ist Dirk Meissner.
Hier können Sie Sendungen anschauen:
Sendung vom 16. Januar 2013, [25:18]
Sendung vom 15. Januar 2013, [25:18]
Sendung vom 14. Januar 2013, [25:17]
Sendung vom 12. Januar 2013, [14:58]
Sendung vom 11. Januar 2013, [25:18]
Sendung vom 10. Januar 2013, [21:40]
6-Tage-TV Special
Sechs-Tage-Radio
Sportreporter Axel Pusitzky berichtete live von der Rennbahn. Unser Mann fürs Bunte war Michael Kruse. Er sammelte Stimmen aus den Hallen und den Logen. Im Bremen-Eins-Studio hielt Moderator Ansgar Langhorst Sie auf dem Laufenden. Hier reinhören! Mehr...
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