21. Mai 2013, 17:37 Uhr
Nach tödlichem Unfall
Nach dem Tod eines Motorradfahrers beim Fischereihafenrennen in Bremerhaven wollen die Organisatoren an der Veranstaltung festhalten. Man sei es den Fahrern und Fans schuldig, dass es auch im nächsten Jahr ein Rennen gebe, sagte ein Sprecher der Veranstalter.
Noch ist unklar, warum der Fahrer an der Schikane verunglückte.
Bei dem Rennen am Pfingstmontag war ein 21 Jahre alter Motorradfahrer mit 180 Kilometern pro Stunde ungebremst in eine Absperrung gefahren und an seinen schweren Verletzungen verstorben. Er ist das erste Todesopfer in 61 Jahren Renngeschichte. Der 21-Jährige war mit seiner Maschine schon mehrere Runden auf der Strecke gefahren. Er befuhr zum wiederholten Male die Straße "An der Packhalle IX", um auf Höhe der Straße Am Lunedeich abzubiegen. Dort befand sich eine sogenannte "Schikane", und zwar eine verschwenkte Verkehrsführung mit gelber Markierung. Der Fahrer folgte dieser Markierung nicht, sondern fuhr geradeaus weiter, krachte in Strohballen und stürzte von seiner Maschine. Die Notärzte konnten ihm nicht mehr helfen.
Rennfahrer verunglückt tödlich
"Wir müssen jetzt das Ergebnis der Ermittlungen abwarten und dann unsere Schlüsse daraus ziehen", so die Veranstalter. Wie nach jedem Rennen, werde die Streckenführung nachgebessert. Denkbar sei auch, dass künftig insgesamt langsamer gefahren werden müsse. Die Strecke war nach Angaben der Veranstalter in diesem Jahr wesentlich sicherer gemacht worden. So waren neben Strohballen und Holzrampen auch 300 Luftkissen als Begrenzungen entlang des Parcours aufgebaut worden. Gutachter des TÜVs hatten die Strecke gemeinsam mit der Rennleitung abgenommen.
Hier an der Lunedeich-Schikane verunglückte der Motorradfahrer.
Schreckliche Wende
"Der Unfall ist absolut tragisch", sagte ein Sprecher der Organisatoren. Im Gegensatz zum Renntag am Pfingstsonntag, wo es mehrere kleinere Unfälle mit Leichtverletzten gab, lief der Pfingstmontag bis in den Nachmittag hinein fast unfallfrei ab. Doch mit dem Unglück um kurz nach 15.00 Uhr nahm die Veranstaltung dann eine schreckliche Wende. Dennoch: Der tödliche Unfall ist nach Ansicht der Veranstalter kein Grund, das gesamte Fischereihafenrennen in Frage zu stellen. Allerdings müsse das Konzept kritisch überprüft werden. "Wir müssen den Schock aber erst mal verarbeiten", hieß es gestern während der Aufräumarbeiten.
Die Fischereihafen-Betriebsgesellschaft, die das Gelände für das Land Bremen vermarktet, äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall. Aus Sicht des Bauordnungsamts, das für die Freigabe des Veranstaltungsgeländes zuständig ist, spricht nichts gegen eine Neuauflage des Rennens im nächsten Jahr. Schließlich hätten die Veranstalter ein ordnungsgemäßes Sicherheitskonzept vorgelegt.
Video: Rennarzt Achim Strasser zum Unfall
Einstellungen, Infos und Kommentare
"Dies ist eine schwere Stunde, die wohl schwerste in der Geschichte des Fischereihafen-Rennens. Wir müssen um Verständnis bitten, dass uns die Worte fehlen. Die richtigen Worte kann es in so einem Fall auch nicht geben. Wir sind menschlich tief betroffen, und unser Mitgefühl gilt der Familie des Verunglückten und allen, die ihm nahe standen", veröffentlichten die Organisatoren auf der Internetseite des Rennens.
Technischer Defekt an der Maschine möglich
Die Polizei ermittelt noch wegen der Unfallursache. Um die Fahrtüchtigkeit zu prüfen, wurde eine Blutprobe des Opfers genommen. Ein Blackout des Fahrers sei ebenso möglich wie ein technischer Defekt der Maschine. Die Untersuchungen seien aufwendig und deshalb sei kurzfristig nicht mit einem Ergebnis zu rechnen. Der 21-Jährige hatte zum ersten Mal am Bremerhavener Rennen teilgenommen, war aber laut Veranstaltern erfahren.
Tragisches Ende beim Fischereihafenrennen, [2:50]
Reporter Kan Nozawa zu den Ereignissen in Bremerhaven
"Laut. Echt. Roh", lautet das Motto des Fischereihafenrennens. Nach Angaben der Veranstalter ist es europaweit einmalig. Mehr als 400 Fahrer aus zehn Nationen kämpfen vor mehr als 20.000 Zuschauern um die besten Plätze. "Ein rasantes Rennsport-Ereignis mit einzigartiger Tradition", so die Werbung.
Das Bremerhavener Fischereihafen-Rennen ist eines der letzten Straßenrennen für Motorräder in Deutschland und ist international bekannt. Spitznamen des Rennens wie "Heringstopf-Glitsche", "Fischkoppraserei" und "Fischkistenrennen" stehen für den besonderen Charakter der Veranstaltung im abgesperrten Hafengelände.
Das erste Rennen gab es 1952. Damals noch auf Kopfsteinpflaster. Die Strecke wurde mit rund 1.500 Fischkisten abgesperrt, die Kurven mit 280 Strohballen gesichert. 7.000 Zuschauer waren bei der Premiere dabei. Extra für das Rennen hatte die Straßenbahn einen Pendelverkehr eingerichtet. Auf Verladerampen und Eisenbahnwaggons versammelten sich Schaulustige. 1,4 Kilometer lang war der Rundkurs für die 64 Teilnehmer. Heute ist der Parcours für die 400 Rennfahrer 2,7 Kilometer lang.
Motorradfahrer in mindestens zehn Klassen treten beim Fischereihafen-Rennen gegeneinander an. Das Starterfeld reicht vom 1300er-Superbike bis zur "Schnapsglasklasse" mit 50 Kubikmeter.
Los geht es traditionell am Pfingstsonntag mit den Trainingsläufen. Dort müssen sich die Rennfahrer für die Rennläufe am Folgetag, für die Teilnahme und für die Startposition qualifizieren. Am Pfingstmontag sind dann die Wettkämpfe zu sehen mit mehr als 20 Rennläufen an einem Tag.
Rennen im Jahr 2000 neu belebt
Von 1952 bis 1990 gehörte das Fischereihafen-Rennen fest zum deutschen Motorsport-Kalender, organisiert wird es vom Motorsportclub Unterweser in Zusammenarbeit mit der Fischereihafen-Betriebsgesellschaft. Danach gab es zehn Jahre lang keine Neuauflage, bis der Motorradclub MSG Weserland das Rennen im Jahr 2000 an der historischen Stelle neu belebte.
"Heute ist die über 60 Jahre alte Tradition lebendiger denn je", meint Hinrich "Hinni" Hinck von der "German Road Racing GmbH", die das Rennen organisiert. Jahr für Jahr zieht die Veranstaltung Tausende Besucher aus dem In- und Ausland an. Das Rennen ist wegen der geplanten Zukunft Bremerhavens als "Klimastadt" allerdings umstritten.
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