19. August 2012, 18:38 Uhr
Werder Bremen
Zum zweiten Mal in Folge scheiterte Werder Bremen in der ersten Runde des DFB-Pokals und wieder war es ein Drittligist, der den Bremern einen blamablen Saisonauftakt bescherte: Preußen Münster siegte am Ende hochverdient mit 4:2 (2:2, 0:1) nach Verlängerung. Der US-Amerikaner Matthew Taylor hatte den Drittligisten mit drei Treffern (54., 82. 118.) auf die Siegerstraße gebracht. Preußen Münster zieht damit erstmals wieder nach 1990 in die zweite Hauptrunde des DFB-Pokals ein.
Kein guter Tag für Sokratis: Der Grieche muss mit gelb-roter Karte vom Platz
Eljero Elia hatte die Bremer in der 45. Minute in Führung gebracht. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich war es der eingewechselte Niclas Füllkrug (67.), der Werder abermals in Front brachte. Danach schien alles klar, aber Taylor hielt sein Team im Spiel und in der ersten Hälfte der Verlängerung war es dann Dima Nazarov, der für die Entscheidung sorgte.
Trotz Rekordtemperaturen von 37 Grad im ausverkauften Preußenstadion begann die Partie flott. Die Gastgeber zeigten keinerlei Respekt vor dem Bundesligisten. Der Drittligist kam dem Tor von Werder-Keeper Sebastian Mielitz immer wieder gefährlich nah. Die besten Chancen für Münster hatten im ersten Durchgang Ex-Bremer Amaury Bischoff (34.), der bei einem Freistoß aus 30 Metern allerdings nur das Aluminium traf, sowie Kevin Schönberg, der den Ball nur 60 Sekunden später ebenfalls an die Latte donnerte.
Werder tat sich zunächst schwer gegen die frisch aufspielende Mannschaft von Trainer Pavel Dotchev. Münsters Torhüter Daniel Masuch konnte mehrfach die Chancen der Bremer vereiteln. Nils Petersen scheiterte zweimal an dem Schlussmann (12., 28.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff war es dann Neuzugang Eljero Elia, der den Führungstreffer für die Bremer erzielte. Der Holländer schlenzte den Ball aus 14 Metern Entfernung ins rechte obere Eck.
Der zweite Durchgang war keine zehn Minuten alt, da gelang den Gastgebern der Ausgleich: Matthew Taylor traf in der 54. Minute. Werder reagierte geschockt auf den Ausgleichstreffer und hatte Mühe, sich danach wieder zu sortieren. Preußen Münster hatte nun mehr vom Spiel. Nachdem Werder-Trainer Thomas Schaaf bereits in der 58. Minute Marco Arnautovic für Elia gebracht hatte, wechselte er wenig später Niclas Füllkrug für Kapitän Clemens Fritz ein. Und kurz darauf stachen die Joker: Nach einer Flanke von Arnautovic konnte Füllkrug den Ball locker einnicken (67.). Zu diesem Zeitpunkt sah alles nach einem Favoritensieg aus.
Video: DFB-Pokal Preußen Münster - Werder Bremen
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Eine Viertelstunde später gelang den Münsteranern aber erneut der Ausgleich: Wieder war es Matthew Taylor, der den Ball im Kasten von Sebastian Mielitz unterbringen konnte. Bei Temperaturen von immer noch 36 Grad im Schatten ging die Partie in die Verlängerung. Und wer dachte, dass dem Drittligisten bei den Backofen-Temperaturen im Preußenstadion nach 90 Minuten die Luft ausgehen würde, sah sich getäuscht: Doppeltorschütze Taylor bediente Dima Nazarov und der schlenzte den Ball in den rechten oberen Winkel (96.) und sorgte so für die Entscheidung. Zehn Minuten vor Ende der zweiten Halbzeit der Verlängerung dezimierte Werder sich dann noch selbst: Schiedsrichter Sippel zückte die gelb-rote Karte für Sokratis (108.) nach einer überflüssige Aktion. Matthew Taylor setzte mit seinem Treffer zum 4:2 (118.) den verdienten Schlusspunkt für Preußen Münster.
Audio: Interview Klaus Allofs
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Werder-Sportdirektor Klaus Allofs sagte nach Abpfiff: "Wir wussten, dass es nicht einfach werden würde, aber wenn man zweimal führt und das Spiel unter Kontrolle haben sollte, dann darf man das nicht mehr so abgeben, wie wir das zum Schluss gemacht haben". Weiter sagte Allofs: "Es war ein offenes Spiel, aber das Feuer haben wir entfacht, indem wir Münster immer wieder die Möglichkeit gegeben haben, ins Spiel zu kommen". Das erneute Erstunden-Aus im Pokal und die damit verringerten Einnahmen könnten, neben der sportlichen Blamage, auch Werders Aktivitäten auf dem Transfermarkt beeinflussen. Am Sonntag war das Interesse der Bremer am nigerianischen Stürmer Joseph Akpala vom FC Brügge publik geworden. Allofs bestätigte: "Die Spekulationen gehen in die richtige Richtung, aber ob wir das wirklich machen können, das müssen wir jetzt erst nochmal sehen. Wir sind wieder in der ersten Runde ausgeschieden und das bedeutet keine Einnahmen mehr aus dem Pokal".
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