29. September 2012, 17:40 Uhr
Werder Bremen
80 Minuten konnte Werder am Samstagnachmittag gegen die Bayern gut mithalten, doch als die Bremer im ausverkauften Weser-Stadion schon auf einen Punkt hofften, drehten die Bayern noch einmal auf. In der Schlussphase entschieden Luiz Gustavo und Mario Mandzukic das Spiel für den Tabellenführer aus München. Für die Bayern ist es der sechste Sieg im sechsten Spiel.
"Die Bayern haben viel Druck gemacht, wir haben versucht, dem Stand zu halten, das ging auch lange gut", sagte Werder-Stürmer Nils Petersen nach dem Spiel. "Am Ende ist es ärgerlich, dass wir mit leeren Händen da stehen. Da rennst du gefühlte 50 Kilometer im Spiel und kannst das Gegentor am Ende dann doch nicht verhindern." Petersen muss es wissen, schließlich ist der Werder-Stürmer von den Bayern nur ausgeliehen.
Interview mit Nils Petersen, [1:22]
Vor dem Spiel stand allerdings ein anderer besonders im Mittelpunkt, der beide Seiten gut kennt: Claudio Pizarro. Nicht nur, weil der Peruaner nach seinem Wechsel von der Weser nach München erstmals in der Liga von Beginn an stürmte. Pizarro bekam außerdem noch einen Blumenstrauß in die Hand gedrückt - als offizielle Verabschiedung aus Bremen. Es gab Applaus statt Pfiffen von den Rängen, der Ex-Bremer war darüber sichtlich glücklich: "Die Leute wissen, was ich hier geleistet habe. Das freut mich sehr." Doch weitere Geschenke wollten die Bremer zunächst nicht verteilen. Denn Werder zeigte sich wenig beeindruckt von der Siegesserie der Bayern (fünf Siege aus fünf Spielen, dazu 17:2 Tore).
Interview mit Claudio Pizarro, [0:45]
Die Bremer spielten in der Anfangsphase mutig nach vorne. Bayern dagegen setzte auf schnelle Konter. Große Torchancen allerdings waren in der gesamten ersten Halbzeit nicht zu vermelden. Dafür viele kleine Spielunterbrechungen und insgesamt drei Gelbe Karten: für Sokratis, Bastian Schweinsteiger und Luiz Gustavo.
Erst in der zweiten Halbzeit nahm das Spiel etwas Fahrt auf, und zunächst lag das an den Bayern: Drei Minuten nach dem Seitenwechsel war Werder im Glück. Theodor Gebre Selassie hatte den Ball verloren, Franck Ribery ließ Clemens Fritz stehen, der Franzose traf aber nur den Pfosten. Zehn Minuten später tauchte wieder Ribery aus spitzem Winkel vor Sebastian Mielitz auf, doch Werders Torwart reagierte gut.
In der letzten halben Stunde wurde das Spiel dann richtig munter. Beide Mannschaften hatten Chancen zur Führung, doch die Münchner zeigten am Ende ihre besondere Klasse. Erst traf Luiz Gustavo in der 81. Minute mit einem Schuss aus etwa 16 Metern, nur zwei Minuten später erhöhte Mario Mandzukic nach einem Konter der Bayern auf 2:0. Mandzukic war erst in der zweiten Halbzeit für Claudio Pizarro eingewechselt worden. Ein am Ende durchaus verdienter Sieg für die Bayern - in einer Partie, in der auch Werder lange auf einen Punktgewinn hoffen durfte.
Interview mit Sebastian Mielitz, [1:13]
"Die Mannschaft hat leidenschaftlich gekämpft. Das können wir aus diesem Spiel mitnehmen", so das Fazit von Torwart Sebastian Mielitz. "Jetzt sind die Köpfe natürlich erstmal unten. Aber wir müssen versuchen, uns so schnell wie möglich wieder aufzurichten." Dafür haben die Bremer bis zum Freitagabend Zeit. Dann muss die Mannschaft in Augsburg antreten.
Die Bayern bejubeln also den sechsten Sieg im sechsten Spiel und bleiben Tabellenführer der Bundesliga. Werder sortiert sich mit sieben Punkten im Mittelfeld der Tabelle ein.
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