19. Januar 2012, 13:15 Uhr
Gegen Rechtsextreme im Stadion
Mit Beginn der Rückrunde in der Fußball-Bundesliga will Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) erreichen, dass gewalttätige Rechstextremisten vom Besuch des Weser-Stadions ausgeschlossen werden. Werder Bremen reagierte jetzt irritiert auf den Vorstoß des Senators. "Ich bin empört", so äußerte sich Klaus-Dieter Fischer als Präsident des Sportvereins Werder Bremen und Mitglied der Geschäftsführung.
Video: Mäurer will Neonazis aus Stadion verbannen
Einstellungen, Infos und Kommentare
Auf Nachfrage von Radio Bremen sagte er, es entstehe der Eindruck, als sei Werder in dieser Angelegenheit untätig gewesen. Die von Mäurer angekündigte neue Stadionordnung sehe im Grunde nur das vor, was Werder schon seit Jahren praktiziere, so der Vereinspräsident. Der Fußball-Bundesligist engagiere sich vorbildlich im Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus, unternehme alles, um gewalttätige Neonazis aus dem Stadion fernzuhalten. Werders Initiative sei bundesweit beispielhaft. Seit Jahren habe es im Weser-Stadion keine rassistischen Vorfälle mehr gegeben, so Fischer.
"Ich kenne das vorbildliche Engagement von Werder Bremen gegen den Rechtsradikalismus gut und weiß es sehr zu schätzen", so die Reaktion des Innensenators auf die Kritik des Sportvereins. Die Stadionordnung biete bislang aber keine konkrete Handhabe gegen diejenigen, die in rechten Fanclubs organisiert sind oder rechte Gruppen unterstützen. Lediglich bei konkretem Handeln wie etwa einem Hitlergruß oder offensichtlichen Gegenständen mit strafbarem Inhalt, wie zum Beispiel bei Plakaten oder Flugblättern, biete die Stadionordnung Eingriffsmöglichkeiten. "Mit der Neufassung der Stadionordnung soll bereits die bloße Anwesenheit von rechtsextremistischen Gruppen verhindert werden", argumentierte Mäurer. Die Neufassung diene also dazu, das Engagement des Vereins auch rechtlich zu untermauern und die Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.
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