16. Mai 2013, 8:19 Uhr
Fußball-Bundesliga
Der dienstälteste Trainer der Fußball-Bundesliga geht. Wenige Tage nach seinem 14-jährigen Dienstjubiläum hört Thomas Schaaf als Trainer beim SV Werder Bremen auf. Der Fußball-Bundesligist überraschte mit der Mitteilung, dass der 52 Jahre alte Schaaf bereits am kommenden Samstag nicht mehr auf der Bank sitzen wird.
Video: Bremen ohne Thomas Schaaf
Einstellungen, Infos und Kommentare
Die Trennung ist nach Angaben des Vereins "einvernehmlich" erfolgt und Ergebnis eines Gesprächs am 14. Mai 2013. Schaaf werde auf eigenen Wunsch nicht mehr beim Spiel gegen Nürnberg auf der Bank sitzen, teilte der Verein mit. Die Co-Trainer Wolfgang Rolff und Matthias Hönerbach übernehmen Schaafs Job bis zum Saisonende. "Wir haben, wie angekündigt, in den vergangenen Tagen unsere sportliche Entwicklung analysiert und sind zu dem Schluss gekommen, dass wir einen Neuanfang wagen wollen", begründete Werder-Manager Thomas Eichin den überraschenden Schritt. Schaaf hat mit Werder in 14 Jahren einmal die Meisterschaft und dreimal den Pokal gewonnen. Sechsmal spielte der Verein in seiner Dienstzeit in der Champions League. Zuletzt verpasste die Mannschaft allerdings dreimal einen internationalen Wettbewerb und spielte in dieser Saison bis zum vorletzten Spieltag gegen den Abstieg.
Auch für die Spieler von Werder Bremen kam der plötzliche Abschied von Thomas Schaaf unerwartet. "Für uns alle war es ein Stück weit überraschend. Sicherlich wurde viel spekuliert. Aber wenn es dann ausgesprochen ist, ist es ein Moment, der unter die Haut geht", sagte Kapitän Clemens Fritz in Bremen. Der Profi des Bundesligisten sagte über die Verabschiedung des Trainers: "Dass das emotional war, ist klar. Er hat hier 14 Jahre gearbeitet, das ist eine lange Zeit. Er hat großartige Arbeit für Werder Bremen geleistet. Wir alle können ihm nur danken." Sowas gehe nicht spurlos an einem vorüber, berichtete Stürmer Nils Petersen: "Der ein oder andere Spieler hat eine Träne verdrückt." Das letzte Zusammentreffen mit dem Trainer dauerte nur wenige Minuten: "Es war ganz schnell."
Kurz nach 10 Uhr am 15. Mai 2013 überraschte die Nachricht von Werder Bremen, dass Thomas Schaaf niocht mehr Trainer der Mannschaft ist.
Als langjähriger Weggefährte hatte Klaus Allofs keine Probleme, Schaaf nach der Trennung von Werder ans Telefon zu bekommen. Er habe den Eindruck, dass es Schaaf gut gehe, sagte der jetzige Sportchef des VfL Wolfsburg, der jahrelang an dessen Seite bei Werder Bremen gearbeitet hatte. Die letzten Wochen hätten Schaaf sicher sehr gefordert und dieser sei möglicherweise sogar erleichtert über die Trennung. Auch für Allofs war der Abschied unerwartet. "Ich war schon ein bisschen überrascht", kommentierte er "Ich hatte nicht vor dem letzten Spiel mit einer Veränderung gerechnet", so Allofs weiter. "Thomas Schaaf war immer die Idealbesetzung für Werder, weil er sich zu 100 Prozent mit dem Verein identifiziert hat", fügte Allofs an.
Filbry erwartet Nachfolger in zwei bis vier Wochen
Klaus Filbry, der Vorsitzende der Werder-Geschäftsführung, drückte sein Bedauern aus, dass Schaaf sich nach 14 Jahren im Amt nicht bei einem Spiel verabschiedet. Es sei aber dessen ausdrücklicher Wunsch gewesen, nach Hause und in den Urlaub zu fahren, um die Akkus aufzuladen. Filbry sagte nochmals, dass es sich bei der Trennung um keine Entlassung handele – die Entscheidung sei nach langen Gesprächen der dreiköpfigen Geschäftsführung mit Schaaf 4:0 ausgefallen.
Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) bedauerte dass Schaaf den SV Werder verlässt. "Er hat Großes für den Verein geleistet, mit dem er immer verbunden bleiben wird", teilte der Regierungschef mit. "Er hat uns attraktiven Fußball in Bremen geboten, für unvergessliche emotionale Momente im Weser-Stadion gesorgt." Mit seiner geraden und bescheidenen Art sei er nicht nur ein Repräsentant des SV Werder, sondern ein großartiger Botschafter Bremens. "Dafür danke ich ihm als Bürgermeister dieser Stadt herzlich."
Eichin: "Das war kein Rücktritt"
Die Karriere von Thomas Schaaf in Bildern
Pressemitteilung des SV Werder Bremen in Auszügen
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