14. November 2012, 17:55 Uhr
Allofs-Wechsel nach Wolfsburg
Nach tagelangen Dementis ist der spektakuläre Manager-Wechsel in der Fußball-Bundesliga perfekt: Klaus Allofs folgt dem Lockruf aus Wolfsburg. Der 55-Jährige wechselt nach 13 Jahren in Bremen mit sofortiger Wirkung zum niedersächsischen Ligakonkurrenten.
Video: Klaus Allofs auf der Pressekonferenz zu seinem Wechsel.
Einstellungen, Infos und Kommentare
"Der Grund ist nicht Unzufriedenheit, Querelen oder fehlende Perspektive", sagte Allofs auf einer Pressekonferenz: "Es war einfach die Gelegenheit." Es habe schon häufiger in der langen Zeit bei Werder Anfragen anderer Clubs gegeben, aber "dieses Mal war ich bereit. Das ist auch eine Sache des Gefühls. Die Zeichen stehen auf Veränderung". In Wolfsburg soll Allofs einen Vertrag bis 2016 erhalten und am Donnerstag vorgestellt werden.
Während Wolfsburg den Wechsel von Werder-Chef Allofs schon Mittwochvormittag als perfekt darstellte, hielt sich Werder Bremen noch lange zurück. Erst am am Nachmittag schickte der Verein zunächst per Internetdienst "Twitter" eine Bestätigung. Der Grund für die relativ späte Bestätigung war laut Pressesprecher Polster, dass bestimmte Verträge noch nicht unterzeichnet waren. Später gab es zum Allofs-Wechsel auch eine Pressekonferenz im Weser-Stadion. Dort äußerte sich Allofs selbst zu seinem Wechsel. Auf der Internetseite von Werder Bremen schrieb er vorher: "Mit diesem Schritt nach Wolfsburg gehen für mich 13 wichtige Jahre zu Ende. In dieser Zeit hat es immer wieder Angebote anderer Vereine gegeben, die für mich aber nie eine Rolle spielten. Jetzt aber ist der Punkt gekommen, an dem ich noch einmal eine neue Herausforderung suchen möchte."
Klaus Allofs erklärt, warum er sich zögerlich zum Wechsel äußerte., [2:00]
"Wir sind zu einer guten Einigung mit Werder Bremen gekommen", so zuvor VW-Kommunikationschef und Aufsichtsrats-Vize Stephan Grühsem. Allofs soll einen Vertrag bis 2016 erhalten und Geschäftsführer Sport bei den Niedersachsen werden. Die letzten Vertragseinzelheiten wurden laut Werder-Aufsichtsratschef Will Lemke in der Nacht zum Mittwoch in Rotenburg geklärt. Den ersten Kontakt zwischen Wolfsburg und dem scheidenden Werder-Chef gab es laut Allofs Anfang November.
Allofs äußerte sich auch zur Zusammenarbeit mit Werder-Trainer Thomas Schaaf. Dieser werde auch ohne ihn in Bremen mit voller Energie am Projekt Werder arbeiten. Er habe Schaaf über seinen möglichen Wechsel nach Wolfsburg am Rande eines Spiels der niederländischen Liga im Ansatz informiert. Dort waren Schaaf und Allofs, um einen Spieler zu beobachten. Schaaf war laut Allofs über seinen drohenden Weggang sehr enttäuscht. Letztendlich habe Schaaf aber erst am Mittwochmorgen über Allofs Entscheidung endgültig Bescheid gewusst. Während dieser Sätze rang Allofs auf der Pressekonferenz offensichtlich mit den Tränen.
Willi Lemke zum möglichen Nachfolger, [4:15]
In Bremen wird es nach dem Weggang von Sportchef Klaus Allofs auch in Zukunft einen Sportdirektor geben. Das sagte Aufsichtsratschef Lemke auf der Pressekonferenz. Man strebe eine "Zweierlösung" an. Der neue Managermüsse aber einen "Stallgeruch" haben. Man wolle einen Allofs-Nachfolger sorgfältig suchen und dazu gebe es bald eine Sondersitzung des Aufsichtsrates.
Als Topkandidat wird neben Ex-Profi Frank Baumann auch Dietmar Beiersdorfer gehandelt. Doch der arbeitet derzeit als Sportdirektor beim russischen Fußball-Erstligisten Zenit St.Petersburg."Dazu möchte ich mich nicht äußern", antwortete Beiersdorfer am Mittwoch auf die Frage nach seinen Kontakten zu Werder Bremen. Der 48-Jährige Beiersdorfer war von 1992 bis 1996 als Profi in Bremen. Nach der aktiven Karriere hatte Beiersdorfer seine erfolgreichste Zeit als Sportchef des Hamburger SV. Über RB Leipzig wechselte er im August nach St. Petersburg.
Werder-Aufsichtsratschef Willi Lemke äußert sich zum Ablauf des Allofs-Wechsels., [3:19]
Der Managerposten beim Meister von 2009 war seit der Entlassung von Felix Magath, der als Trainer und Manager in Personalunion gearbeitet hatte, offen. Die VfL-Klubführung hatte bereits früh nach der Trennung beschlossen, beide Funktionen künftig wieder zu trennen. Allofs wird am Donnerstagvormittag um 11 Uhr in Wolfsburg auf einer Pressekonferenz des Bundesligisten offiziell vorgestellt.
Am Mittellandkanal erwartet Allofs eine große Herausforderung. Der 56-malige Nationalspieler muss in kurzer Zeit aus einem aufgeblähten Kader ein starkes Team formen. Das Saisonziel des Werksklubs lautet trotz des verpatzten Saisonstarts weiter Europa-League. Allofs wird nun auch darüber entscheiden, welcher Trainer die "Wölfe" wieder in die oberen Tabellenregionen führen soll. Interimscoach Lorenz-Günther Köstner brachte sich schon als Langzeit-Lösung ins Gespräch. Der ehemalige Amateur-Coach führte das Team aktuell mit drei Siegen aus vier Spielen zurück in die Erfolgsspur. Vor allem Spielmacher und Ex-Werder-Profi Diego blühte unter Köstner wieder auf.
Rückblick – Klaus Allofs bei Werder Bremen:
Allofs und die Wolfsburger, [0:48]
Klaus Allofs beim VfL Wolfsburg im Gespräch
Schulz will Allofs nicht gehen lassen
Allofs dementiert Wechsel zum VfL Wolfsburg
Allofs: "Die Situation kann sich ändern"
Kommentar zu Allofs' Versteckspiel, [1:51]
Keine weiteren Stellungnahmen von Allofs
Ihre Meinung zum Allofs-Wechsel
Meinungen un Kommentare:
Video: Kommentar vom Radio-Bremen-Sportchef zu Allofs` Versteckspiel, [1:51]
Social Media: Reaktionen aus dem Netz zum Wechsel von Klaus Allofs
Reaktionen von Werder-Kollegen auf Allofs-Wechsel
Werder Bremen - Sommervorbereitung
Im Rahmen der Sommervorbereitung wird Werder Bremen drei Trainingslager absolvieren. Am 1. Juli geht es nach Norderney, eine Woche später ins Zillertal nach Österreich und danach nach Blankenhain im Weimarer Land. Hier gibt es alle Termine. Mehr...
Folgen Sie uns auf Twitter
Die Sportredaktion von Radio Bremen veröffentlicht regelmäßig Nachrichten, Hintergrundwissen, Fotos zu den lokalen Sport-Ereignissen auf Twitter. Abonnieren Sie unseren Kanal und bekommen Sie so alle Infos. Mehr...
Besuchen Sie uns bei Facebook
Werden Sie unser "Fan" bei Facebook. Diskutieren Sie mit Anderen über Themen unserer Sendung oder was Sie sonst interessiert. Mehr...
Jetzt läuft
Sportblitz
Die Sendung Sportblitz ist einmalig in der ARD. Außer Radio Bremen hat kein anderer Sender eine tägliche zehnminütige Sportsendung im Fernsehen. Mehr...
29. Mai, 19:15 Uhr | RB TV
Sportsendungen bei Radio Bremen
Die Fußball-Bundesliga auf Bremen Eins
Sa., 15 - 18 Uhr, So., 15 - 20 Uhr
Bremen Vier kickt
Sa., 13:30 - 17:30 Uhr
Sportblitz:
Mo. - Fr., 19:15 - 19:25 Uhr
Sportclub live:
Unterschiedliche Sendezeiten im Radio Bremen TV
radiobremen.de nun auch mobil
Seit dem 25. Februar 2013 ist der Radio-Bremen-Web-Auftritt unter der Adresse "m.radiobremen.de" auch mobil abrufbar. 40 Prozent der Bundesbürger haben inzwischen ein Smartphone oder Tablet und über die Hälfte der Internetnutzer greifen mobil auf das Web zu. Aus diesem Grund war es ein Gebot der Stunde, unseren Online-Auftritt diesen veränderten Nutzungsgewohnheiten anzupassen und eine mobile Version an den Start zu bringen. Mehr...
Jetzt auf radiobremen.de
Titanic sticht wieder in See: Australischer Milliardär will Megadampfer nachbauen
Krise der Gesundheit Nord: SPD fordert Finanzkonzept für städtische Kliniken
Werder Bremen: Sportdirektor plant mit Arnautovic und Elia
Neuer Trainer vorgestellt: Robin Dutt: "Werder ist Euphorie pur!"