Mehrere Personen auf der Bühne [Quelle: Radio Bremen, Michael Bahlo]
Verleihung Bremer Fernsehpreis 2016

RBB gewinnt gleich zwei Bremer Fernsehpreise

Der Bremer Fernsehpreis 2016 ist am Freitagabend vergeben worden. Es gab sechs Preise in vier Kategorien, zwei ehrende Anerkennungen und einen Sonderpreis. Der RBB konnte gleich zwei Preise gewinnen, für den Gastgeber Radio Bremen blieb es bei einer Nominierung. Hier sind die Ergebnisse:

Kategorie "Bester Beitrag"

Fernsehpreis für die Abendschau (RBB): Verwirrung um angeblich toten Flüchtling

Das sagt die Jury: Die Welt ist nicht schwarz-weiß, wenn es um Flüchtlinge, ihre Helfer und die richtige Unterbringung geht. Das hat das Team rund um die RBB-Autoren Agnes Taegener, Boris Hermel und Florian Eckardt verstanden. Deshalb haben die Autoren das journalistisch einzig Richtige getan: sie haben gezeigt, was ist. Nicht mehr und nicht weniger. Der Zuschauer soll selbst entscheiden, wie es zur Verwirrung um einen angeblich toten Flüchtling in einer mit der Unterbringung überforderten Stadt kommen konnte. Alle dafür notwendigen Details bekommen wir - spannend und dramaturgisch geschickt aufbereitet. Laudatorin: Isabelle Körner

Ehrende Anerkennung für die Landesschau aktuell (SWR): Spaltung der AfD Baden- Württembergs

Das sagt die Jury: Deutschland verändert sich, markant, und das stellt auch die aktuellen Redaktionen vor neue Herausforderungen. Die AfD ist eine solche und die gespaltene AfD-Fraktion erst recht. Trotz aller Verwirrung, die bei der Partei herrscht, behalten die Autoren Edda Markeli und Sebastian Schley einen kühlen Kopf und berichten in einer klaren Sprache. Obwohl kein Bilderthema, unterstreichen die situativ gedrehten Szenen gekonnt die Verwirrung. Meuthen im Studio zu haben ist ein Coup, Dieter Fritz hakt nach, ruhig, professionell, beharrlich. So muss politischer Tagesjournalismus sein. Laudator: Andreas Jölli  

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Kategorie "Bester Beitrag"

Kategorie "Bester Moderator"

Fernsehpreis für Martina Eßer (WDR aktuell)

Das sagt die Jury: Von der ersten Sekunde an beansprucht Martina Eßer unsere Aufmerksamkeit und lässt uns nicht mehr los. Ihre Wortspiele führen uns erst einmal aufs Glatteis, um dann doch beim nächsten Thema zu landen, unglaublich präzise und auf den Punkt. Hier steht eine Moderatorenpersönlichkeit, die weiß, was sie will und was sie kann. In ihren Texten zeigt sie Haltung, ihre Pausen setzt sie gekonnt mit viel Sinn für Dramaturgie. Und wenn der Zuschauer dann noch mit einem tröstenden Lächeln in den Abend verabschiedet wird, ist die Welt trotz aller Härten wieder in Ordnung. Laudatorin: Birgitta Weber

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Kategorie "Bester Moderator"

Kategorie "Das beste Wetterstück"

Fernsehpreis für "Zwiebelwetter" (MDR Sachsenspiegel)

Das sagt die Jury: Zwiebelwetter. Man kann sich über diesen Mann erheben, der vor seiner Spitzengardine und seinem Aquarium auf verschrumpelte Zwiebeln schaut. MDR-Autor Steffen Hengst tut es nicht. Warum auch? Sind wir nicht alle ein bisschen schrullig, wenn es um Wettervorhersagen geht? Bei den einen ist es das Jucken im kleinen Zeh, bei den anderen der Bauernkalender. Wir haben alle was von diesem Zwiebelversteher aus der Oberlausitz. Und deshalb gehört der GENAU SO ins Regionalfernsehen. Laudator: Hans Helmich

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Kategorie "Das beste Wetterstück"

Kategorie "Beste Sendung"

Fernsehpreis für "Hallo Niedersachsen" (NDR Hannover)

Das sagt die Jury: Dem Chef vom Dienst muss das Blut in den Adern gefroren sein! Es ist neun Minuten vor Sendebeginn. Da kommt die Absage eines Länderspiels, auf das ganz Deutschland gewartet hat. Und in der Sendung? Von Nervosität keine Spur! Moderator Arne-Torben Voigts nimmt den Zuschauer an die Hand, macht transparent, wie er und seine Kollegen versuchen, Licht ins Dunkel zu bringen. Alle Beteiligten verlieren sich nicht in Spekulationen, sondern liefern souverän Fakten. In seiner Unsicherheit fühlt sich der Zuschauer bei Hallo Niedersachsen bestens aufgehoben. Laudatorin: Isabelle Körner  

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Kategorie "Beste Sendung"

Kategorie "Worauf wir besonders stolz sind"

Fernsehpreis für "Fit für Olympia" (RBB)

Das sagt die Jury: Man kennt das ja: Bald sind die Olympischen Spiele und jedes Regionalmagazin muss seine Spitzensportler vorstellen. Eine lästige Pflicht? Das muss nicht sein. Der RBB macht mit seiner Serie Lust auf Randsportarten wie Turmspringen, Kanadier fahren oder Bahnradrennen. Schuld daran ist auch und vor allem Nadine Heidenreich, die mit ihrer natürlich-unbefangenen Art die Sportler zum Erzählen und sich selbst immer wieder zum Scheitern bringt. Der Zuschauer lebt mit, erfährt viel und bekommt dank ausgefeilter VJ Technik von Stefanie Stoye und Jonas Schützeberg überraschende Einblicke in die Welt des Spitzensports. Laudator: Andreas Jölli

Fernsehpreis für "Windspiel" (HR, Maintower)

Das sagt die Jury: Wer aus Mainz kommt und die Fassenacht liebt, kennt sie alle: die Tricks, lustige Ideen in Reime zu pressen. Die Gefahr, in den Kniddelvers abzugleiten, ist groß. Doch diese Gefahr meistern Patricia Kümpel und Andreas Graf mit ihrem Beitrag über den Schildbürgerstreich Windspiel mit Bravour. Der Film über ein Kunstwerk wird selbst zum Kunstwerk, zu einem lustvollen und überraschenden Spiel mit Worten, Sprache und Musik. Zurück bleibt beim Zuschauer eine wunderbare Leichtigkeit und der Wunsch, dass das Spiel mit dem Windspiel nicht endet. Laudatorin: Birgitta Weber

Ehrende Anerkennung: "Wir sind schwul und behindert – und wir lieben uns" (WDR Bielefeld)

Das sagt die Jury: In diesem Beitrag von Bärbel Wegener ist jeder Satz eine Überraschung. Die WDR-Autorin öffnet uns die Tür in eine scheinbar fremde Welt. Und diese Welt ist normaler als wir gedacht haben – was uns verblüfft. Wir erleben ein Paar, das miteinander lacht, aber auch unter Vorurteilen leidet. Die Autorin sagt uns nicht: Lieber Zuschauer, sei offen und tolerant! Sie lässt ihre Protagonisten einfach nur sprechen. Und deshalb lassen wir uns gerne auf ihr Thema ein. Laudator: Hans Helmich

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Kategorie: "Worauf wir besonders stolz sind"

Sonderpreis für "Chor-Experiment" (SWR)

Das sagt die Jury: Auch Du kannst singen! Das Chorexperiment. Wer beim Zuschauen dieser Reportage nicht mindestens eine Träne verdrückt, muss ein ganz harter Hund sein! Der Film haut uns um, weil wir merken, dass wir bei allen Diskussionen um Integration, Obergrenzen und religiöse Unterschiede, vergessen, über wen wir eigentlich reden: Über traumatisierte Menschen, für die ein Chorkonzert ein Lichtblick ist. Flüchtlinge wie Einheimische sind nach diesem Chorprojekt  nicht mehr dieselben. Autor Juri Tetzlaff und Chorleiter Patrick Bach fordern eindrucksvoll: Miteinander Singen bringt mehr als übereinander sprechen. Laudator: Frank Plasberg

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Sonderpreis: "Chor-Experiment"