Bremer Fernsehpreis 2010
Absahnen muss man wohl das nennen, was der Sendung "Niedersachsen 19.30" am Freitag in Bremen gelang: Das NDR-Regionalmagazin wurde gleich zwei Mal ausgezeichnet. Ihm wurde sowohl der Preis für den besten Einzelbeitrag als auch die Auszeichnung für die beste Sendung zuteil.
Bildergalerie von der Verleihung des Bremer Fernsehpreises
Die Sieger beim Bremer Fernsehpreis 2010, der von Radio Bremen vergeben wurde.
Die Jury unter Vorsitz von Frank Plasberg kürte das Porträt eines Mannes als den besten Beitrag, der für wenig Geld die Toilettenanlagen an der Autobahn reinigt. Autorin Birgit Borsutzky hatte den Mann einen Tag lang bei seiner Arbeit begleitet. Die schlichte Form und die zurückhaltende Kommentierung, sagte Plasberg bei der Verleihung, habe alle Juroren gleichermaßen begeistert. Außer Plasberg waren das in diesem Jahr Maria Gresz von Spiegel-TV, Birgitta Weber vom SWR, Peter Fritz vom ORF und Christian Dröse von der ARD-ZDF-Medienakademie. Gemeinsam kamen sie zu dem Schluss: "Was wir zu sehen bekamen, war eine scheinbar kleine Geschichte, eine Expedition in den Alltag. Wir erleben, wie ein Mann mit den Härten des Arbeitsmarkts umgeht. Dabei wahrt die Autorin immer die Distanz und bringt uns gerade deshalb einen Menschen nah."
In der Begründung für den Preis in der Kategorie "Gesamte Sendung", der dem Redaktionsteam "Niedersachsen 19.30" zuteil wurde, hieß es: "Mit einem Seemannsköpper stürzt sich das Redaktionsteam in das tägliche Regionalabenteuer. Dabei werden vielfältige Beitragsformen und Erzählperspektiven eingesetzt. Fantasie und Originalität fordern sich die Macher ab, ohne dabei ihre handwerklichen Grenzen zu überschreiten."
Die diesjährige Jury des Fernsehpreises.
Der Bremer Fernsehpreis wurde im Beisein von etwa 100 Fernsehschaffenden, Mitarbeitern und Gremienvertretern verliehen. Ausgelobt worden waren drei Kategorien: Gesucht wurde nach dem besten Beitrag eines Regionalmagazins, der sich mit dem Thema "Wirtschaft in der Krise" beschäftigt. Außerdem wurde die beste Regionalsendung ausgezeichnet, die es versteht, mit Wissen, Charme und innovativem Charakter ihre Zuschauer zu fesseln. Erstmals in diesem Jahr wurde überdies nicht nur eine, sondern drei ehrende Anerkennungen ausgesprochen.
Im Meer der Wertschätzung für journalistische Leistungen, das es heutzutage gebe, dürfe ein Leuchtturm nicht fehlen: der Wettbewerb für Qualitätsjournalismus im Regionalfernsehen, sagte Dirk Hansen, Programmdirektor bei Radio Bremen. Und weiter: "Wenn die großen gesellschaftlichen Debatten auf Überschriften-Niveau geführt werden, dann wird es Zeit für die Expedition in den Nahbereich zu rüsten. Dann erwartet das zahlreiche Publikum von seinem Regionalfernsehen Fakten, Analysen und Neugier auf den Wandel. Das macht dieses Genre unverzichtbar. So wenig originell dieser Gedanke ist, die Nähe zu den Menschen, ihren Gefühlen und ihren Themen bleibt die große Stärke kleiner Redaktionen mit ihren Notizen aus der Provinz."
Auch der Juryvorsitzende Frank Plasberg, der selber lange fürs Regionalfernsehen gearbeitet hat und mit dem Bremer Fernsehpreis ausgezeichnet worden war, lobte die Regionalprogramme: Wenn er "die ARD lieb haben" wolle, sagte Frank Plasberg, dann denke er an den Bremer Fernsehpreis. "Denn wenn es ins Regionale geht", so Plasberg, "zeigt die ARD, was sie wirklich kann."
Auch der MDR hatt Grund, auf sich stolz zu sein: Zwei der ehrenden Anerkennungen gingen nach Leipzig. Einer an das Kulturmagazin "artour" für einen Beitrag über das Theatersterben, der andere an das Regionalmagazin Sachsenspiegel für eine Ausgabe, die über einen Tornado berichtete. Die dritte Ehrung erhielt der WDR für ein Porträt über eine Firma, die eine Insolvenz überlebt, die der Sender in dem Reportageformat "hier und heute" ausgestrahlt hatte.
Der Bremer Fernsehpreis wurde am 5. November 2010 zum 27. Mal vergeben. Er dient der Würdigung deutschsprachiger Fernsehregionalprogramme. Er wurde 1974 erstmals ausgelobt. Nach einer mehrjährigen Pause griff Radio Bremen die Tradition vor zwei Jahren wieder auf. In diesem Jahr war die ARD erstmals an dem Preis beteiligt. 21 Sendungen und Einzelbeiträge von 14 Sendeanstalten und Landesfunkhäusern aus Deutschland und Österreich waren eingereicht worden.
Zum Bremer Fernsehpreis gehört traditionell auch eine Fachveranstaltung - das sogenannte Werkstattgespräch. In diesem Jahr drehte es sich um die Frage, ob und wie es gelingt, jüngere Zuschauer für das Regionalfernsehen zu gewinnen.
Bildergalerie von der Verleihung
Der Bremer Fernsehpreis
Radio Bremen lädt im Auftrag der ARD zum Wettstreit der regionalen Fernsehprogramme ein. Mit dem "Bremer Fernsehpreis – Der Regionalwettbewerb der ARD" werden hervorragende Beiträge und Sendungen aus dem deutschsprachigen Raum gewürdigt. Mehr...
Bremer Fernsehpreis 2013
Auch 2013 wird Radio Bremen für die ARD den Bremer Fernsehpreis ausrichten. Die Verleihung wird am 8. November stattfinden. Die Informationen zur Ausschreibung finden Sie in Kürze an dieser Stelle.
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