Bremer Rundfunk-Chronik
Seit 1932 strahlen alle neun Rundfunkanstalten das gleiche Programm aus. Für den Bremer Sender bedeutet das einen harten Einschnitt in die Arbeit. In Bremen dürfen fortan wöchentlich nur noch zehn Stunden Programm produziert werden.
Trotz der Verstaatlichung des Rundfunks durch die Weimarer Regierung behalten die Länder-Regierungen in den Bereichen Kultur und Volksbildung vorerst noch Einfluss auf die Programm-Inhalte, da das laut Verfassung in ihren Zuständigkeitsbereich fällt.
Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten im Jahr 1933 wird den Bundesländern dieses Recht genommen. Die verfassungsmäßige Kulturhoheit der Länder wird durch das sogenannte Ermächtigungsgesetz, Artikel 2 des Gesetzes "Zur Behebung der Not von Volk und Reich", außer Kraft gesetzt.
Am 30. Juni 1933 erlassen die Nationalsozialisten die "Verordnung über die Aufgaben des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda". Darin heißt es: "Der Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda ist zuständig für alle Aufgaben der geistigen Einwirkungen auf die Nation, der Werbung für Staat, Kultur und Wirtschaft, der Unterrichtung der in- und ausländischen Öffentlichkeit über sie und der Verwaltung aller diesen Zwecken dienenden Einrichtungen".
Gleichzeitig tritt die "Verordnung über die Neugestaltung des deutschen Rundfunks" in Kraft. Alle Sendegesellschaften werden aufgelöst und unterstehen nun als Reichssender der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft. Diese wiederum untersteht fortan der Leitung des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.
Die Programm-Zulieferung aus Bremen verliert immer mehr an Bedeutung. Der Bremer Schulfunk wird 1933 eingestellt. Die Wortbeiträge werden weniger, auch die beliebten Hafenkonzert-Übertragungen und die Rathauskonzerte sind in Gefahr, werden unterbrochen, eingestellt, wieder aufgenommen.
Nach Kriegsbeginn kommt das Programm schließlich nur noch aus Berlin. In der Stadtwaage werden 1941 die letzten Rundfunk-Apparaturen demontiert. Das Gebäude wird 1944 in einem Bombenhagel in Schutt und Asche gelegt.
Während des Krieges bekommt das Radiohören eine neue, essentielle Bedeutung: Es wird überlebenswichtig. Denn: Es ist die einzige Möglichkeit, die Bevölkerung vor den Luftangriffen der Alliierten zu warnen.
Info: Bremer Rundfunk-Chronik
![Mikrofon [Quelle: Radio Bremen] Mikrofon [Quelle: Radio Bremen]](/unternehmen/chronik/bild2150_v-mediateaser.jpg)
Rundfunk gibt es in Bremen seit 1924. Am Anfang hieß der Sender Norag und war ein Ableger des Hamburger Muttersenders. 1945 ging dann Radio Bremen an den Start. Die Geschichte von Radio Bremen ist eine Geschichte von Rundfunk-Pionieren, finanziellen Nöten, Wandlungsfähigkeit und herausragenden programmlichen Höhepunkten.
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