65 Jahre Hafenkonzert
Seit 12 Jahren ist Moderator Günther Meyer dabei. Er macht fast alles: Moderation, Redaktion, Organisation und findet es faszinierend, dass eine Radiosendung wie das Hafenkonzert sich in einem so schnelllebigen Medium in 65 Jahren kaum verändert hat.
Video: 65 Jahre Hafenkonzert
Einstellungen, Infos und Kommentare
Herr Meyer, was macht das Hafenkonzert für Sie so besonders?
Ich finde es faszinierend, dass eine Radiosendung wie das Hafenkonzert sich in einem so schnelllebigen Medium in 65 Jahren trotzdem kaum verändert hat. Wir haben schon immer live gesendet und tun es noch. Und in all den Jahren ist eigentlich kaum etwas schief gegangen.
Einige Pannen muss es doch gegeben haben?
Ja, zum Beispiel hat uns einmal ein Bagger vor der Sendung das Kabel gekappt. Es kommt auch vor, dass sich Musiker oder Talkgäste verspäten. Einmal fehlte mir der Gesprächspartner in Vegesack. Es lag so viel Schnee, dass er nicht rechtzeitig kommen konnte. Durch Zufall haben wir einen Hotelkellner gefunden, der mal Steward auf der "Hanseatic" gewesen war. Der musste dann einspringen. Manchmal muss eben improvisiert werden. Wir bemühen uns aber immer sehr, dass niemand was merkt.
Richtig dramatisch war nur der Helikopter-Tiefflug vor ein paar Jahren in Dorum. Da ist ein Hubschrauber der Bundeswehr so dicht über das Gelände geflogen, dass die Druckwelle das Zelt zum Einsturz gebracht hat. Die Sendung mussten wir natürlich abbrechen. Es gab einige Verletzte, zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert. Aber mir haben schon ordentlich die Knie geschlottert.
Gab es besonders schöne Sendungen?
Erstmal ist es so, dass ich es jedes Mal unglaublich beglückend finde, wie viele Leute so früh morgens zum Hafenkonzert kommen. Besonders gerne sende ich von Schiffen, wie zum Beispiel der "Nordkapp" oder der "Astor". Toll waren auch die beiden Hafenkonzerte auf Mallorca. Aber so richtig gut passt die Sendung nach Vegesack oder Elsfleth. Elsfleth ist eine sehr maritime Stadt, da sind die Werften und die nautische Hochschule, das passt einfach super zum gesamten Flair.
Und welche Musiker haben Ihnen besonders gefallen?
Mir gefällt die Musik im Allgemeinen sehr gut, weil sie immer live ist. Wo gibt es das heutzutage noch? Sehr gerne mag ich Jochen Wiegandt, der ist ein toller Sänger mit richtig maritimen Liedern. Sven Jenssen mag ich auch gerne. Der gehört zur Hitparade der 30 beliebtesten Seefahrtslieder. Stars wie Heino, Freddy Quinn oder Lolita waren natürlich auch Highlights im Programm.
Haben Sie auch einen persönlichen Bezug zur maritimen Szene?
Ja, auf jeden Fall. Ich bin selbst Segler und der mütterliche Teil meiner Familie stammt aus der Flussschifffahrt. Und abgesehen davon, finde ich es einfach faszinierend, wie wichtig die Schifffahrt für das Wirtschaftsleben ist. Es wird ja wahnsinnig viel weltweit verschifft.
Und zu guter Letzt finde ich die Menschen aus der Schifffahrtsbranche einfach sehr sympathisch. Das sind bodenständige und verlässliche Leute.
Was für Menschen gehen denn eigentlich zum Hafenkonzert?
Das Publikum ist toll. Alle sind immer sehr dankbar, dass es die Sendung gibt. Live-Musik wird ja immer seltener heute. Außerdem zeigt die Sendung, dass Bremen nicht mit dem Rücken zur Küste lebt. Wir atmen hier den Duft der großen, weiten Welt.
Wie geht es mit dem Hafenkonzert weiter?
Das Hafenkonzert ist ein teures Hobby für Radio Bremen, obwohl es ja im Grunde ein Ein-Mann-Unternehmen ist. Ich mache ja fast alles: Moderation, Redaktion, Organisation. Im September sind wir in Elsfleth und im Dezember in Farge. Wie es im nächsten Jahr weitergeht, ist noch unklar. Aber solange man mich lässt, mache ich auch weiter. Die Sendung ist mir einfach auf den Leib geschnitten.
Das Interview führte Mira Knauf.
Ein Stück Heimat in die Welt hinausgetragen
Maritime Musik und Gesprächsrunden aus der Welt der Seefahrt
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